Cellnex -Sendemasten werden zu Datacenter

Rechenzentren im Fernsehturm

| Autor: Ulrike Ostler

Cellnex bringt in seinen Sendemasten Rechenzentren unter, etwa im "Fernsehturm" von Roosendahl.
Cellnex bringt in seinen Sendemasten Rechenzentren unter, etwa im "Fernsehturm" von Roosendahl. (Bild: Cellnex)

Ab in die Cloud: IP Visie nimmt diese Aufforderung wörtlich und richtet ein Rechenzentrum in einem als „Fernsehtum“ bekannten Sendemasten ein. Ort des Geschehens: Roosendahl in den Niederlanden.

Der in den 1960er Jahren gebaute Sendemast hatte und hat eine Funktion bei der Übertragung von Fernseh-, Radio- und GSM-Signalen. Cellnex, ehemals Alticom, ist Eigentümer dieser - und vieler anderer - Masten und hat ein Rechenzentrum hoch über dem Boden errichtet. IP Visie, Spezialist in Sachen Netzwerkverbindungen, ist der erste Kunde.

IP Visie ist der erste Cellnex-Datacenter-Kunde in Roosendahl und belegt eine ganze Etage im Sendemasten.
IP Visie ist der erste Cellnex-Datacenter-Kunde in Roosendahl und belegt eine ganze Etage im Sendemasten. (Bild: Cellnet)

Robin Verlangen, Director Marketing und Sales bei Cellnex, erläutert: „Durch den Bau von vier bis 16 Racks auf einer großen Anzahl von Etagen der 126 Meter hohen Tower-Rechenzentren haben Kunden die Chance auf eine wirklich private Cloud.“ Das jeweilige Stockwerk sei nur für autorisierte Besucher zugänglich. „Gerade angesichts der Bedeutung von GDPR ist dies ein Vorteil“, so Verlangen.

Der erste Kunde von Cellnex in Roosendahl ist IP Visie: Das Unternehmen belegt eine ganze Etage.

Die Vorteile

Die Cellnex-Türme sich, auch in ihrer neuen Rolle, Teil der niederländischen Notfallinfrastruktur. Ach das zählt Verlangen zu den Vorteilen: „Im Falle von Katastrophen werden diese Türme immer aktiv sein“ – auch dank eine 10 Kilovolt Strominfrastruktur und schweren Dieselgeneratoren in den Türmen.

Die Anwohnen nennen den Sendemasten "Fernsehturm".
Die Anwohnen nennen den Sendemasten "Fernsehturm". (Bild: Cellnex)

Ohnehin sein es ein Vorteil, dass Cellnex keine Probleme mit der Stromversorgung habe. "Wir sehen in vielen Regionen der Niederlande, dass das Stromnetz den Strombedarf in Gebieten mit vielen Rechenzentren nicht mehr decken kann. Das ist für uns kein Problem“, sagt der Cellnex-Mann.

Außerdem sei die Unterbringung von Rechenzentren in den Sendemasten nachhaltig: Erstens verbessere die Nutzung und Sanierung bestehender Gebäude die Nachhaltigkeit und zweitens sorge die Höhe der Türme dafür, dass die Server im Rechenzentrum wesentlich Energie-effizienter als gewohnt gekühlt werden könnten. Denn die Kühlelemente befinden sich auf der hohen Plattform, wo immer genügend Wind für eine ausreichende Kühlung vorhanden sei.

Mikrowellen und 5G

Das Rechenzentrum verfügt über Glasfaserkabel, aber aufgrund seiner Höhe könnten Breitbandverbindungen auch im Mikrowellenband problemlos aufgebaut werden, so Verlangen. „Und die nächste Rolle des Turms ist bereits bekannt. Unser Turm wird ein wichtiger Baustein bei der Realisierung der 5G-Infrastruktur sein“, sagt er.

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