Von Bodenfliesen bis OpenSource-Betrieb

Rackspace bietet OpenStack als Dienst in jedem Datacenter

| Redakteur: Ulrike Ostler

OpenStack gibt es als Rackspace-Service nicht nur aus den eigenen Rechenzentren oder aus denen der Partner, sondern auch für Implementierungen bei Kunden.
OpenStack gibt es als Rackspace-Service nicht nur aus den eigenen Rechenzentren oder aus denen der Partner, sondern auch für Implementierungen bei Kunden. (Bild: Rackspace)

Seit gestern bietet Cloud-Anbieter Rackspace weltweit eine vollständig verwaltete Private Cloud in jedem beliebigen Rechenzentrum an. Basis der Paketangebote ist die Open-Source-Plattform OpenStack.

OpenStack als Manged Service gibt es bei uns quasi in zwei Farbvarianten“, erläutert Frank Weyns, Director OpenStack International bei Rackspace, „rot und weiß“. Im Februar dieses Jahres gab das Unternehmen bekannt, das es Private-Cloud-Angebote „powered by Red Hat“ anbietet. Die Grundlage hier bildet die Red Hat Enterprise Linux OpenStack Plattform, während „weiß“ oder „plain vanilla“ bedeutet, dass hier Pure-Play-Angebote genutzt werden.

Im Fokus der Februar-Ankündigung stand die Vereinfachung und Verlässlichkeit von Open-Stack-basierten privaten und vor allem hybriden Clouds. Mit dem neuen Angebot soll das noch einfacher funktionieren. Geht der Kunde einen Kontrakt ein, stellt Rackspace ein Hard-und Softwarepaket zusammen, das weltweit in jedem Rechenzentrum platziert werden könnte, inklusive denen der Rackspace-Vertragspartner wie Equinix oder auch in den unternehmenseigenen der Kunden, die ihre Daten nicht außer Haus geben wollen.

Rundum sorglos

Die Kunden können das Outsourcing-Angebot von Rackspace nutzen und sich ihre public, hybrid oder private Cloud vom Anbieter betreiben lassen. Rackspace will also nicht nur den OpenStack-Block liefern, sondern auch den Betrieb und die Wartung übernehmen. Das kann einen 7 x 24-Stunden-Support umfassen, das Auslagern im Fehlerfall sowie Fehlersucher und –behebung. „Wir warten, patchen und lösen Probleme“, fasst Weyns zusammen. „So muss keiner aus dem Enterprise-IT-Team für die Pflege und Konfiguration der Open-Source-Implementierung freigestellt werden.“

Tatsächlich verfolgen immer mehr Unternehmen einen hybriden Ansatz, um hochverfügbare Kundenangebote bereitzustellen sowie ihre Infrastruktur- und Betriebskosten zu senken und OpenStack ist die am weitesten verbreitete Plattform für Private Clouds. Aber Komplexität und Aufwands für Installation und Betrieb sind hoch.

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Hier sieht Rackspace eine Chance und setzt darauf, dass Unternehmen OpenStack zunehmend als Managed Service nutzen wollen.

So funktioniert es:

  • Kunden installieren eine individuell von Rackspace entwickelte OpenStack Private Cloud in einem beliebigen Rechenzentrum weltweit, mit einem vollständig getesteten, integrierten, modularen Rack aus Hardware, Software und Services.
  • Experten von Rackspace verwalten die Installation, überwachen und betreiben die integrierte Lösung und helfen bei der Integration von Kunden in die neue OpenStack Private Cloud-Umgebung.
  • Von den Bodenfliesen bis zum Service-Stack bietet „Rackspace Fanatical Support“ für die OpenStack Private Cloud – mit vollständiger Verwaltung der darunter liegenden Software, Hardware und dem Netzwerk.
  • Kunden erhalten branchenweit führende Service Level Agreements kombiniert mit der Garantie für 99,99 Prozent Verfügbarkeit für die OpenStack API.

Patrick Moorhead, Gründer, President und Principal Analyst bei Moor Insights & Strategy,sieht gute Chance für das Konzept: „Rackspace reißt weiterhin die Hürden der Cloud-Nutzung für Unternehmen ein, indem es ihnen noch mehr Auswahlmöglichkeiten und Flexibilität bietet. Mit dieser neuen Lösung ermöglicht Rackspace den Einsatz von OpenStack unabhängig von der Umgebung und erhöht die Akzeptanz der Hybrid Cloud.“

OpenStack-Cloud extrem

Zur CeBIT in diesem Jahr stellte stellt Rittal zusammen mit der Innovo Cloud GmbH ein durchaus ähnliches Konzept vor: ein sofort einsetzbares und schlüsselfertiges Cloud-Rechenzentrum, basierend auf OpenStack – allerdings in einem Container, quasi schlüsselfertig. IT-Racks, Container, Klimatechnik und Stromversorgung stellt dabei Rittal und die Cloud-Infrastruktur Innovo.

Bei Rittal/Innovo kommt die OpenStack-Cloud aus dem Container.
Bei Rittal/Innovo kommt die OpenStack-Cloud aus dem Container. (Bild: Rittal)

Auf der CeBIT war der Show-Container mit „UCS“-Servern von Cisco bestückt. Im Ergebnis erhalten die Kunden ein standardisiertes und vollständig virtualisiertes Cloud-Rechenzentrum, das sich für Standard-Anwendungen ebenso eignet wie für anspruchsvollste Einsatzszenarien wie High-Performance-Computing (HPC) oder Big Data-Anwendungen.

Auch das Rittal/Innovo-Konzept erlaubt Kunden einen schnellen Aufbau verschiedener Cloud-Modelle, von einer on-premise Private Cloud bis zur Nutzung virtueller privater Rechenzentren mit bewährten und sicheren Komponenten inklusive Server, Storage und Netzwerksystemen. Mit Diensten aus der Cloud, bereitgestellt als IT as a Service (ITaaS), betreiben Unternehmen ihre Server- und Storage-Systeme standardisiert und kosteneffizient. Erster Anwender ist das Frankfurter Unternehmen Höchst sowie ein Automobilzulieferer.

Erste Kunden

Rackspace-Manager Weyns kommentiert: „Ich habe mir das Rittal/Innovo-Angebot auf der CeBIT angeschaut und liebe diesen Container. Doch ist er wie eine wunderschöne tropische Insel, auf der niemand wohnt. Und dort würde ein solcher Container auch hinpassen. Doch in den meisten Fällen besitzen unsere Kunden Rechenzentren und brauchen lediglich ein Cloud-Add-in. Allerdings basiert das Rittal/Innovo-Angebot auf derselben Idee wie unser Angebot, ist nur noch ein Tick extremer.“

Auch Rackspace kann bereits einen ersten Kunden nennen: Encompass Digital Media, ein technischer Dienstleister für Fernseh- und Kabelsender sowie Anbieter digitaler Inhalte. „Für uns ist es geschäftskritisch, ein hochqualitatives Angebot bereitzustellen“, so Robert Bond, Senior Vice President Product Engineering bei Encompass Digital Media.

Er fügt hinzu: „Die Fähigkeit von Rackspace, OpenStack Private Clouds durch ein as a Service-Modell bereitzustellen, ermöglicht uns das Angebot eines vollständig verwalteten Managed Cloud Infrastructure-Service für unsere Kunden. Die Option zur Installation einsatzbereiter OpenStack Private Clouds am Ort unserer Wahl kann unsere Geschwindigkeit zur Marktreife verbessern und Akquisitionskosten reduzieren. Damit können wir uns auf das Kerngeschäft und die Erzeugung neuer Umsatzströme konzentrieren.“

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