Stellenstreichungen und Rotstift bei Advanced Micro Devices

Prozessor-Hersteller AMD will radikal restrukturieren

| Redakteur: Ulrike Ostler

Kursziele der AMD-Aktie
Kursziele der AMD-Aktie (www.finanzen.net/Kursziele/AMD)

In den vergangenen Jahren musste der Intel-Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) Verluste hinnehmen. Jetzt plant der Prozesor-Hersteller Einsparungen, rund 200 Millionen Dollar im kommenden Jahr und einen Stellenabbau. Zugleich soll sich die Effizienz erhöhen, das Geschäft in den neuen Märkten des Erdballs und in der/für die Cloud ausgebaut werden.

AMD ist der zweitgrößte Chip-Hersteller – nach Intel. Allerdings liegen die AMD-Entwicklungen durch kostengünstigere Modelle zumeist im Mittelklassesegment. Allerdings stecken AMD-Chips auch in den jüngsten Hochleistungsrechnern der Cray Inc. Diese wiederum stehen etwa an der Universität Stuttgart, an der Universität von Edinburgh, am Oak Ridge National Laboratory und am Swiss National Computing Centre.

Die jüngsten Rechner sind unter anderem mit den kommenden 16-Kern-Prozessoren vom Typ „Interlagos“ ausgestattet, mit „AMD Fusion“-APUs und Prozessoren der „Opteron 6100“-Serie.

Paul Struhsaker, Vice president und General Manager, Commercial Business bei AMD, sagt dazu: HPC sei keine Einheitsgröße für alle Arten von Umgebungen. Vielmehr ist hier neueste Technik gefragt, die mit den hohen Anforderungen der Kunden mithalten kann. „Sowohl unser Interlagos-Prozessor, als auch unsere Energie-effiziente Auxiliary Power Unit (APU), die klasse x86- und Grafik-Technik sind das Herz diese schnellen Rechner, in denen die Petaflop-Grenze bald den Exaflops weicht.“

Anwender aus der Wissenschaft und den Unternehmen mit neuer AMD-Technik

Das Projekt "Ocean Thermal Energy Conversion" des Forschungsunternehmens Oak Ridge National Laboratory will die Temperaturunterschiede in den Weltmeeren zur Energiegewinnung nutzen.
Das Projekt "Ocean Thermal Energy Conversion" des Forschungsunternehmens Oak Ridge National Laboratory will die Temperaturunterschiede in den Weltmeeren zur Energiegewinnung nutzen. (Oak Ridge National Laboratory)

Sie beabsichtigt das Oak Ridge National Laboratory sein “Jaguar”-System in den kommenden Monaten auf einen „Cray XK6“ Supercomputer aufzurüsten. Dieses trägt derzeit die Bezeichnung „Titan“ und wird mit den Interlagos-Prozessoren rechnen; rund 25.000 sollen den Rechner erweitern. AMD rechnet mit einer Spitzenleistung von 10 bis 20 Petaflops, was einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde entspricht.

Für das Otto-Normal-Unternehmen taugen da eher die Server von Asus, Supermicro und Tyan. Diese Unternehmen sowie Distributoren – etwa ASI, Avnet Inc., Ingram Micro, Supercom und Synnex Corp. – beteiligen sich nun am dem „AMD Ready Solutions Programm für Server“. Die Initiative hat die Bereitstellung von marktreifen Motherboards zum Ziel, die am Tag des Produktlaunch der AMD Opteron-6200-Prozessoren verfügbar sein sollen.

Motherboards für Opteron 6200

Diese Recheneinheiten werden dann in die existente Socket-Infrastruktur passen, so dass die AMD-Partner ihre Computer schneller auf den Markt bringen können. Die Prozessoren passen zu Workloads im High Performance und Cloud Computing, Datenbankanwendungen, zur Virtualisierung und zu Web- sowie Mail-Servern, teilt AMD mit.

Doch die organisatorischen und wirtschaftlichen Pläne des Unternehmens sehen nicht so rosig aus. Rund 10 Prozent der Belegschaft soll schon bis zum Ende des ersten Quartals 2012 entlassen werden. Damit streicht AMD etwa 1200 Arbeitsplätze. Nach Berichten von US-Medien sollen es sogar 1400 Arbeitsplätze sein, die weltweit wegfallen.

Insgesamt will AMD noch im laufenden Quartal rund 10 Millionen Dollar einsparen, 2012 sollen es 118 Millionen Dollar sein.

Sparen und Ausgeben bei AMD

Die eingesparten Ausgaben sind allerdings schon verplant, etwa für die Entwicklung Cloud-fähiger Technik und von Energie-effizienten Produkten.

Außerdem kostet die Restrukturierung. Alleine im vierten Quartal 2011 werde AMD noch rund 101 Millionen Dollar dafür ausgegeben, kündigt das Unternehmen an. 2012 sollen es dann noch 4 Millionen Dollar sein. Dazu kommen Barauslagen fallen bis 2013 von ungefähr 104 Millionen Dollar.

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