Berliner Cloud-Provider sorgt in den USA für Aufsehen

Profitbricks zieht bei der Performance an Amazon und Rackspace vorbei

| Redakteur: Michael Hase

Achim Weiß, CEO von Profitbricks, ist mit dem jungen Unternehmen bereits in den USA aktiv.
Achim Weiß, CEO von Profitbricks, ist mit dem jungen Unternehmen bereits in den USA aktiv.

Das Berliner Start-up Profitbricks läuft mit der Performance seiner Cloud-Dienste führenden Anbietern wie Amazon und Rackspace den Rang ab. Das geht aus dem Benchmark-Test des Beratungsunternehmens Cloud Spectator hervor.

Bei Profitbricks geht es Schlag auf Schlag: Erst im Mai mit seinem Cloud-Service-Angebot offiziell gestartet, eröffnete das Berliner Start-up bereits im Juli einen Ableger in den USA. Jetzt sorgt der auf Infrastructure as a Service (IaaS) spezialisierte Cloud-Provider in amerikanischen Fachkreisen für Aufsehen.

So hat das virtuelle Rechenzentrum von Profitbricks bei Performance-Messungen deutlich bessere Ergebnisse erzielt als die beiden derzeit marktführenden Cloud-Anbieter Amazon und Rackspace, wie Benchmark-Tests des Beratungsunternehmens Cloud Spectator ergeben haben.

„Wir untersuchen die Performance führender Anbieter auf vielfältigen Ebenen und haben dabei festgestellt, dass Profitbricks immer wieder deutlich mehr Leistung bringt als der Mitbewerb – sei es bei der Datenübertragung, dem Netzwerk oder bei der Geschwindigkeit des Zugriffs auf CPU und RAM“, berichtet Kenny Li, Vice President of Business Operations bei Cloud Spectator.

Mehr als 200 Prozent höhere Leistung

Unter anderem setzten die Analysten das so genannte UnixBench-Tool ein, mit dem die Server-Performance ermittelt wird. Dabei lieferte Profitbricks bei vergleichbarer Rechnerkonfiguration eine um 227 Prozent höhere Leistung als der IaaS-Dienst Amazon EC2 und eine um 247 Prozent höhere Leistung als die Rackspace Cloud.

Noch größer war der Vorsprung beim Datentransfer. Der so genannte Iperf-Test ergab für Profitbricks eine durchschnittliche Übertragungsrate von 4.602 Mebibit/s (entspricht 4.826 Megabit/s), die damit um 694 Prozent höher lag als die Transferrate von Amazon EC2 und um 1.165 Prozent höher als diejenige der Rackspace Cloud. Beide Tests liefen über einen Zeitraum von 15 Tagen.

„Einzigartige Features“

Profitbricks möchte aber nicht nur mit Leistungswerten, sondern auch mit Features, die nach Angaben des Anbieters bislang einzigartig sind, auf sich aufmerksam machen. So können Kunden mit Live Vertical Scaling die Performance virtueller Server in ihrem virtuellen Rechenzentrum ohne Unterbrechung des Betriebs und ohne Neustart herauffahren. Die Leistung von Prozessoren und Arbeitsspeicher wird bei laufendem Server-Betrieb mit einem Schieberegler auf der grafischen Benutzeroberfläche erhöht und steht innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung.

Außerdem bietet Profitbricks die Möglichkeit, CPU- und Speicher-Ressourcen granular zu belegen. Bei anderen Anbietern müssen meist fixe Leistungspakete gebucht werden. Pro virtuellem Server gibt es bei den Berlinern bis zu 48 physische CPU-Kerne und bis zu 196 Gigabyte RAM. Die Ressourcen werden entsprechend ihrer Auslastung minutengenau abgerechnet.

Veränderung der Wettbewerbslandschaft

Solche Features kommen offenbar im US-Markt an, wo das deutsche Unternehmen ein Rechenzentrum in Las Vegas betreibt. „Aus unserer Sicht ist Profitbricks dabei, die Wettbewerbslandschaft der Cloud-Anbieter zu verändern“, meint der unabhängige Consultant Trevor Keith. „Die Möglichkeit, Rechner- und Speicher-Ressourcen innerhalb der Cloud-Infrastruktur von jetzt auf gleich anpassen und dabei minutengenau abrechnen zu können, hat weitreichende und sehr positive Auswirkungen auf die Art, in der wir Kunden unsere Dienste und Anwendungen bereit stellen.“

Profitbricks wurde Ende 2010 von den früheren 1&1-Vorständen Achim Weiß und Andreas Gauger gegründet, die das Start-up als CEO beziehungsweise Chief Marketing Officer führen. Die Berliner, die derzeit 83 Mitarbeiter beschäftigen, richten sich mit ihren IaaS-Angeboten an Geschäftskunden und arbeiten dabei auch mit Partnern wie Systemhäusern und Software-Entwicklern zusammen. □

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