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Managed Datacenter Prior1 erfindet Co-Location neu

| Autor / Redakteur: Anja Zschäck / Ulrike Ostler

Das Angebot richtet sich an mittelständische Unternehmen. Denn nicht nur Konzerne wollen Daten und Kernanwendungen weiterhin selbst kontrollieren. Doch unter dieser Voraussetzung hatten die Unternehmen bisher nur die Wahl zwischen Co-Location und eigenem Rechenzentrum. Mit „Prior1 Onsite-Co-Location“ sollen sie von den Vorteilen beider Erbringungsformen profitieren und gleichzeitig Kosten sparen können.

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Das größte Modul, das die Prior1 Colocation Services GmbH liefern und beteuen kann, umfasst derzeit acht 47 HE IT-Racks im 19-Zoll-Format für jeweils bis 5 Kilowatt im Container.
Das größte Modul, das die Prior1 Colocation Services GmbH liefern und beteuen kann, umfasst derzeit acht 47 HE IT-Racks im 19-Zoll-Format für jeweils bis 5 Kilowatt im Container.
(Bild: Prior1 GmbH)

„Prior1 Onsite-Co-Location vereinigt die Vorteile von eigenem Rechenzentrum und klassischem Co-Location zum monatlichen Fixpreis“, behauptet der Anbieter. Den Dienst erbringt die neu gegründete Prior1 Colocation Services GmbH, ein Tochterunternehmen der Prior1 GmbH.

Sie versteht darunter eine komplett vorab konfigurierte Datacenter-Infrastruktur mit 2N-redundanten Aggregaten für Stromversorgung, Kühlung, Brandschutz und Überwachung sowie IT-Racks, und zwar auf das Gelände des Kunden. Dort wird das Onsite-Rechenzentrum von Spezialisten der Prior1 Colocation Services GmbH über die Vertragsdauer betrieben, überwacht, aktualisiert, gewartet und instandgesetzt. Der Kunde zahl dafür einen individuell festgelegten monatlichen Fixpreis.

Das Angebot ist in drei Größen lieferbar: Die kleinste Variante „IT-Safe“ kommt im Schrankformat mit 47 Höheneinheiten. Ein kleineres Containerformat fasst vier, ein größeres acht Racks mit 47 Höheneinheiten im 19-Zoll-Format für jeweils bis 5 Kilowatt (kW) Leistungsdichte. IT-Safe-Systeme sind ab 700 Euro pro Monat realisierbar, Container ab 4.000 Euro pro Monat . Bei wachsenden Anforderungen lassen sich optional weitere Container zustellen.

Jeder Implementierung geht eine ausführliche Beratung des betreffenden Kunden voraus, um die optimal zum Bedarf passende Infrastrukturvariante herauszufinden.

Sicherheit, Energie-Effizienz und aktuelle Technik

IT- und Technikraum sind getrennt und jeweils mittels eigenem Kartenleser gesicherte Türen zugänglich. Servicemitarbeiter von Prior1 haben außer für Wartungsarbeiten an Infrastrukturkomponenten keinerlei Zugriff auf die IT oder die Daten der Kunden. Zwischen Kunden-IT und Technikraum befindet sich eine Brandschutzwand.

Prior1 nutzt Infrastrukturkomponenten unterschiedlicher Hersteller nach dem aktuellen Stand der Technik. So ist ein wichtiger Aspekt der Komponentenauswahl Kosten- und Energie-Effizienz. Die Überwachung der Rechenzentrumsinfrastruktur erfolgt jedoch über ein selbst entwickeltes intelligentes und lernfähiges Datacenter Infrastructure Management (DCIM) remote von der Prior1-Zentrale in St. Augustin aus. Sie umfasst auch die Messtechnik gemäß aktueller Vorschriften.

Im „IT-Safe“ haben 47 Höheneinheiten Platz.
Im „IT-Safe“ haben 47 Höheneinheiten Platz.
(Bild: Prior1 GmbH)

Bei Störungen garantiert Prior1 eine Reaktionszeit von vier Stunden. Sollte das notwendig sein, ist ein Servicetechniker, in der Regel mit den nötigen Ersatzteilen, innerhalb von 24 Stunden vor Ort. Zudem entwickelt Prior1 einen geeigneten Notfallplan für die Kunden und schult diesbezüglich dessen Mitarbeiter.

Servicelevel

Für kontinuierliche Verfügbarkeit sorgen modulare und skalierbare USV-Systeme. Die Batterien der Unterbrechungsfreien Stromversorgung werden permanent überwacht und gegebenenfalls ohne Aufpreis ausgetauscht. Die USV ist für eine Überbrückungszeit von 15 Minuten konzipiert, auf Kundenwunsch kann auch eine dauerhafte Notstromversorgung etwa über ein Dieselaggregat beigestellt werden. Dann sind kürzere USV-Überbrückungsdauern möglich.

Prior1 sichert dem Nutzer die volle Verfügbarkeit des IT-Betriebes zu. Sollte es zu einer Unterbrechung des IT-Betriebes kommen, die Prior1 zu vertreten hat, ist der Nutzer berechtigt, die monatliche Vergütung in Abhängigkeit von der Ausfallsdauer zu reduzieren.

Dauerthema für jedes Rechenzentrum ist die Kühlung; sie soll effizient sein, wenig kosten und die Umwelt nicht belasten. Beim Prion1 Onsite Co-Location übernehmen nach Aussage des Anbieters „hocheffiziente Kühlaggregate“ eines redundanten Kühlsystems mit jeweils 20 kW Leistung das Cooling.

Fixkosten und Optionen

Bei Außentemperaturen bis 20 Grad Celsius kommt eine Freiluftkühlung mit gefilterter Außenluft zum Einsatz. Die von Prior1 entwickelten Regelalgorithmen schalten bei entsprechenden Temperaturen zwischen maschineller und Freiluft-Kühlung um und sorgen so für einen möglichst geringen Stromverbrauch. Angestrebte jahresdurchschnittliche PUE-Werte werden vor Vertragsabschluss kalkuliert und vertraglich vereinbart.

Prior1 Colocation Services GmbH bietet optional zudem das Management und den Betrieb bereits bestehender Rechenzentren an. In diesem Fall kümmert sich der Dienstleister auch um die Koordination der angrenzenden Gewerke und um die Bauvorbereitung. Dazu gehört auch das Einholen von Baugenehmigungen. Schließlich gehören Überprüfungen nach der europäischen Rechenzentrumsnorm EN 50600 zum optionalen Leistungsumfang.

Thomas Görres, Geschäftsführer der Prior 1 Colocation GmbH, sagt: „Unser Angebot ist in aller Regel kosteneffizienter als die bisherigen Alternativen den klassischen Co-Location oder ein eigenes Rechenzentrum. Zudem sind die Kosten transparent und klar vorhersehbar.“ Damit erhielten auch kleinere Unternehmen die Chance, eine professionell gemanagte und für den individuellen Bedarf optimierte Datacenter-IT zu überschaubaren Kosten zu betreiben, „ohne auf die volle Kontrolle ihrer Anwendungen und Daten zu verzichten“, betont er.

Besonders sinnvoll sei Prior1 Onsite-Co-Location für folgende Zielgruppen und Einsatzfelder:

  • Kleine Rechenzentren von KMUs und Mittelständlern als Alternative der IT-Auslagerung in die Public Cloud oder in ein traditionelles Co-Location-Rechenzentrum
  • Interims-Rechenzentren bei mittelfristigen Projektdauern, etwa mehrjährigen Großbaustellen oder -projekten
  • Edge-IT für die standortnahe Sammlung und Analyse echtzeitnah zu verarbeitender Daten im Smart Grid, in der Smart City oder voll automatisierten, datengetriebenen Produktionsanlagen (Industrial Internet of Things)
  • Elektrizitätserzeuger: Wird der durch Sonne, Wind oder Restwärme selbst erzeugte Strom direkt dem Onsite-Co-Location-Rechenzentrum zugeführt, könne das den Strompreis um zweistellige Prozentwerte senken, während konventionelle Co-Location-Anbieter meist teuren Haushaltsstrom bezögen
  • Versorgung von Niederlassungen ohne eigene Personalressourcen für die IT und Rechenzentren
  • Behörden mit ihren in der Regel besonders hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit

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