Netevents Konferenz „Global IT Summit“

Preise für Innovationen und: Alles im Fluss in der IT

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Der „Global IT-Summit 2019“ fand im Hayes Mansion in kalifornischen San Jose statt.
Der „Global IT-Summit 2019“ fand im Hayes Mansion in kalifornischen San Jose statt. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Die Zwei-Tages-Konferenz von Netevents im kalifornischen San José drehte sich in diesem Jahr vor allem um die Themen AI, Automation und Sicherheit – und das alles unter dem Blickwinkel fortschreitender Digitalisierung. Höhepunkt war die Preisverleihung der „2019 Innovation Awards“.

Ausgezeichnet wurden insgesamt sechs Firmen: drei „heiße“ Startups und drei bereits etablierte Firmen. Die Kategorien waren jeweils gleich. Zu vergeben waren die Preise für das Angebot für Cloud/Datacenter, Internet of Things (IoT) sowie Cybersecurity. Wer bei der Ausscheidung dabei sein wollte, musste eine Gebühr entrichten, die dann an drei gemeinnützige Unternehmen weitergeleitet wird. In diesem Jahr dürfen sich Unicef, STEM und das Prostate Cancer Research über insgesamt 137.000 Dollar freuen.

Zwei Tage voller Podiumsdiskussionen zu den derzeit wichtigsten Themen der IT: Künstliche Intelligenz, Sicherheit und Internet of Things.
Zwei Tage voller Podiumsdiskussionen zu den derzeit wichtigsten Themen der IT: Künstliche Intelligenz, Sicherheit und Internet of Things. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Bei den Startups konnte sich Netfoundry in der Kategorie Cloud/Datacenter durchsetzen. Netfoundry ermöglicht es nach eigenen Angaben, mit Hilfe der hauseigenen Web-basierten Orchestrierungs-Tools und APIs hochsichere, performante und anwendungsspezifische globale Netzwerke in großem Maßstab aufzubauen. Alles, was der Anwender benötigt, ist eine Internet-Verbindung. „Diese „Appwans“ abstrahieren das Netzwerk auf die gleiche Weise, wie Container und virtuelle Maschinen Anwendungen von der zugrunde liegenden Recheninfrastruktur“, verspricht der Hersteller.

Unter dem Schlagwort „Always-on Intelligence“ vermarktet Everactive seine Technik, die der Jury den ersten Platz bei IoT-Lösungen wert war. Die Company entwickelt batterielose Sensoren, die kontinuierlich Daten erfassen, verarbeiten und drahtlos übertragen können. Angeblich stecken in den Produkten zehn Jahre Forschung und Entwicklung.

Insbesondere musste eine Lösung gefunden werden, wie sich die Sensoren für ihre Arbeit mit Energie versorgen können. Die „Eversensoren“ benötigen sehr geringe Energiemengen, die sie sich aus allen möglichen Quellen beschaffen können: Licht, Vibrationen, Temperaturunterschiede, Funkfrequenzen und mehr. Everactive erwartet gerade für zukünftige Edge-Lösungen einen Boom für seine Sensoren.

Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit

In der Kategorie Cybersecurity konnte sich das Startup Odo Security den ersten Preis sichern. Die „Zero-Trust“-Architektur von Odo verschiebt die Entscheidungen über den Zutritt zum Netzwerk von der Netzwerkgrenze hin zu den Geräten, Benutzern und Anwendungen, bei denen geschäftsgesteuerte Sicherheitsrichtlinien und Zugriffskontrollen am besten durchgesetzt werden können.

Hiro Rio Maeda, Managing Director des Risikokapitalgebers dnx ventures, zeichnete das Starup Odo Security als Gewinner in der Kategorie Cybersecurity aus. Zugleich bekam das Unternehmen den begehrten Preis als bester Fang im Haifischbecken der heissen Startups, also als beste Investition für Kapitalgeber.
Hiro Rio Maeda, Managing Director des Risikokapitalgebers dnx ventures, zeichnete das Starup Odo Security als Gewinner in der Kategorie Cybersecurity aus. Zugleich bekam das Unternehmen den begehrten Preis als bester Fang im Haifischbecken der heissen Startups, also als beste Investition für Kapitalgeber. (Bild: dnx ventures)

„Odo Security bietet Remote-Mitarbeitern und Drittanbietern ein einfaches und sicheres, aber dennoch detailliertes Management für den Zugriff auf privilegierte Assets, bei dem wir festgestellt haben, dass es zu den Anforderungen moderner heterogener Unternehmensinfrastrukturen passt“, erklärte Jury-Mitglied Hiro Rio Maeda, Chef des Risikokapitalgebers DNX Ventures und begründete damit den zweiten Preis, den Odo Security einheimsen konnte: Das Startup wurde als bester Fang im Haifischbecken der Startups ausgezeichnet und somit als beste Investitionsmöglichkeit gekürt.

Wie wichtig Sicherheit heute und noch mehr in Zukunft für alle Unternehmen ist, verdeutlichte zuvor schon Ravi Chandrasekaran, Senior Vice President Enterprise Networking Business bei Cisco in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz. Seiner Meinung nach zwingt der derzeit stattfindende Wandel in allen Industrien insbesondere die Netzwerkanbieter dazu, sich neue Konzepte zu erarbeiten.

Ravi Chandrasekaran, Senior Vice President Enterprise Networking Business bei Cisco, eröffnete den diesjährigen Global IT Summit mit der Forderung nach mehr Automation und Software-basierenden Lösungen, um dem Ansturm vernetzter Geräte Herr zu werden.
Ravi Chandrasekaran, Senior Vice President Enterprise Networking Business bei Cisco, eröffnete den diesjährigen Global IT Summit mit der Forderung nach mehr Automation und Software-basierenden Lösungen, um dem Ansturm vernetzter Geräte Herr zu werden. (Bild: Cisco)

Er sagt: „Der traditionelle Weg mit Veränderungen umzugehen reicht nicht mehr aus. Wir müssen weg von Hardware-zentrierter zu Software-definierter Denkweise. Wir müssen weg von manueller Steuerung und hin zur vollkommenen Automatisierung.“ Allein wegen der Vielzahl der vernetzten Geräte – angeblich werden in jeder Sekunde 125 neue Devices in ein Netzwerk gehängt – steht die Sicherheit im Zentrum: Sie muss als Teil des Netzwerks dort eingebaut sein. Um die Schäden der aktuellen und zukünftigen Cyber-Bedrohungen möglichst gering halten zu können empfiehlt der Manager drei Schritte:

  • 1. Segmentieren Sie Ihr Netzwerk.
  • 2. Verschaffen Sie sich Klarheit – über Dinge, Leute, Cloud-Instanzen, Applikationen und was passiert.
  • 3. Schaffen Sie eine Möglichkeit um schnell reagieren zu können, am besten in Echtzeit.

Die drei Innovation Leaders: Guardicore, Darktrace und Apstra

Dieser Ansicht ist auch das israelische Unternehmen Guardicore, das bei den bereits etablierten Firmen in der Kategorie Cyber-Sicherheit gewann. Guardicore geht in punkto Segmentierung noch einen Schritt weiter. Für Workload-Schutz und Compliance ist die Isolierung und Segmentierung von Netzwerkanwendungen und deren Komponenten die Basis, die mit Mikrosegmentierung erreicht wird.

Das Produkt „Guardicore Centra“ ermöglicht eine umfassende Zuordnung von Anwendungsabhängigkeiten und die Durchsetzung von Richtlinien, um einen kontinuierlichen Verwaltungsprozess der Mikrosegmentierungsrichtlinie des Anwenders zu gewährleisten. Guardicore Centra liefert nach Angaben des Herstellers „die branchenweit umfassendste und flexibelste Lösung für die Mikrosegmentierung“.

In der Kategorie IoT gewann auch bei den etablierten Firmen ein Unternehmen, das mehr Sicherheit verspricht: Darktrace. Die Firma wurde 2013 von Mathematikern der Universität Cambridge sowie von Geheimdienstexperten aus den USA und England gegründet. Die Lösung von Daktrace orientiert sich an der Selbstlernfähigkeit des menschlichen Immunsystems, das mit modifizierten Bedrohungen von außen fertig wird.

Das „Enterprise Immune System“ der Company erlernt mithilfe von maschinellem Lernen und KI-Algorithmen die Gewohnheiten – die sogenannten „Patterns of Life“ – aller Geräte und Nutzer in einem Netzwerk. Durch die Korrelation dieser Erkenntnisse mit erwarteten Mustern werden Bedrohungen erkannt, die sonst unbemerkt bleiben würden. „Gerade die riesigen Netzwerke, die durch IoT entstehen, sind schwer zu sichern“ begründet die Jury ihre Entscheidung.

In der Kategorie Cloud/Datacenter der etablierten Hersteller konnte sich Apstra gegen Mellanox und Luminance durchsetzen. „Ich habe mich für Apstra entschieden, weil der Anbieter dazu beiträgt, die Verantwortung für eine zunehmend kognitive und autonome Vernetzung des Rechenzentrums aus der Cloud-Zeit zu übernehmen“, erklärt Brad Casemore, Research Vice President, Datacenter Networks bei IDC die Wahl. Die Company hat erst kürzlich ihr Betriebssystem „AOS“ um neue Funktionen wie bessere Verbindung zu VMware vSphere und neue Cloudifizierungs- und Analysefunktionen erweitert.

Mansur Karam, CEO und Mitbegründer von Apstra, vermarktet die „Intent-basierende Datacenter-Automation“ der Company.
Mansur Karam, CEO und Mitbegründer von Apstra, vermarktet die „Intent-basierende Datacenter-Automation“ der Company. (Bild: Apstra)

Apstra war Vorreiter bei Intent-Based Networking und Intent-Based Analytics, um die Komplexität und Ineffizienz zu beseitigen, die den heutigen Betrieb von Rechenzentren beeinträchtigen. „Die Kernaufgabe von Apstra ist es, die Vision eines Self-Operating Networks zu verwirklichen, die Verbesserungen in den Bereichen CapEx, OpEx und Kapazität im Protokollmaßstab ermöglicht“, fasst Mansour Karam, Gründer und CEO von Apstra das hauseigene Angebot zusammen.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin sowie Coach (SE) in München und war für DataCenter-Insider vor Ort.

Kriemhilde Klippstätter
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