EnterpriseDB verbessert vor allem Skalierbarkeit und Integrierbarkeit

Postgres erreicht Version 9.5

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Luq Schmitz / CC BY 3.0)

Die Postgres-Community hat PostgreSQL 9.5 freigegeben. Hinter vielen Neuerungen steht das Unternehmen EnterpriseDB, aus dessen Postgres Advanced Server einiges eingeflossen ist.

Bei den Weiterentwicklungen seit der Version 9.4 von Postgres haben offenbar Skalierbarkeit und höherer Durchsatz im Zentrum der Verbesserungen der Open-Source-Datenbank gestanden. Denn die neue Version ist insbesondere angelegt auf eine größere Zahl gleichzeitiger Nutzer und eine schnellere Bearbeitung von aufwändigeren Datenbankoperationen.

Doppelt so viele gleichzeitige Zugriffe?

So berichtet EnterpriseDB, eigene Messungen hätten fast eine Verdoppelung der möglichen Arbeitslasten ergeben, die gleichzeitig ausgeführt werden. So zeigten 64 gleichzeitige Verbindungen auf einem System mit 24 Cores und 496 GB RAM eine Verbesserung von 96 Prozent gegenüber PostgreSQL 9.4. Das heißt: mehr Durchsatz bei gleicher Infrastruktur und schnellere Reaktionszeiten.

Zum technischen Hintergrund erklärt EnterpriseDB in einer Pressemitteilung folgende Verbesserungen: Der Shared-Buffer unterstützt ein größeres Datenvolumen, bevor er an sein Limit kommt. Bei Scans kommt es zu weniger Sperren, was mehr gleichzeitige Nutzer erlaubt. Das Buffer-Mapping gestattet eine größere Anzahl von Shared-Buffer-Partitionen. Große Text- und Zahlenfelder kann PostgreSQL 9.5 mit einer Präfix-Sortierung um 20 bis 30 Prozent schneller sortieren.

Nichts gegen Fremde

Eine neue Funktion in Foreign Data Wrappers (FDWs), nämlich IMPORT FOREIGN SCHEMA, automatisiert den Import von Schemas externer Datenbanken, die per FDWs mit Postgres verbunden sind. Das reduziert manuelle Prozesse und damit Fehlerquellen. Durch FDWs kann Postgres lesend und schreibend auf Daten von anderen Datenbanken zugreifen. DB-Admins können eine Abfrage durchführen, als handle es sich um Postgres.

Die Indexierungsart Block Range Index (BRIN) ermöglicht sehr kleine Indizes, die Metadaten nutzen, was Abfragen in sequentiell angelegten Tabellen beschleunigt. Ein Trio neuer Analysefunktionen (GROUPING SETS/CUBE/ROLLUP) fasst schnell große Mengen an Daten über verschiedene Dimensionen hinweg zusammen. Diese werden in der Regel in Data-Warehouse-Umgebungen genutzt. Das Ergebnis ist eine höhere Leistung bei komplexen Abfragen, die für Decision-Support-Systeme charakteristisch sind.

Komplexere Regeln für Sicherheit

Postgres 9.5 bietet die häufig gewünschte Funktion UPSERT, syntaktisch in der Form von ON CONFLICT DO NOTHING oder ON CONFLICT DO UPDATE. Verbesserungen am Dokumenten-Datentyp JSONB verbessern die Fähigkeit von Postgres, unstrukturierte oder halbstrukturierte Daten zu verwalten. Per Row Level Security können DB-Admins anhand einer beliebigen Zahl von Eigenschaften Richtlinien implementieren, wer was einsehen oder aktualisieren darf. Diese Fähigkeit ist für die Open-Source-Community neu. Im Postgres Advanced Server von EnterpriseDB schon vorhanden, ist sie hier mit der Implementierung von Oracle syntaktisch kompatibel.

PostgreSQL 9.5 ist allgemein verfügbar. Im Postgres-Standardabonnement von EnterpriseDB ist die Version jetzt ebenfalls neben den bekannten zusätzliche Tools und mit Support enthalten.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kehlheim.

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