Rechenzentrumsbau inklusive IT-Sicherheit Planung eines Datacenter in Zeiten von Big Data und Datendieben

Autor / Redakteur: Eva Günzler / Ulrike Ostler

Wo sensible Kundendaten in Rechenzentren lagern und für den täglichen Unternehmensbetrieb unabkömmlich sind, muss die Sicherheit dieser Daten oberste Priorität haben. Der Pressegroßhändler Leverdy hat für den Neubau seines Rechenzentrums einen Partner gefunden, der das beherrscht.

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Pressegroßhändler Leverdy baut ein Rechenzentrum ohne Ausfallzeiten.
Pressegroßhändler Leverdy baut ein Rechenzentrum ohne Ausfallzeiten.
(Bild: bauART Architekten Wuppertal)

Unternehmen, die eine Modernisierung ihres Rechenzentrums planen, kommen um die Themen Big Data und Cloud Computing kaum herum. Damit kommen aber auch die damit zusammenhängenden Fragestellungen nach erhöhten Anforderungen an die Sicherheit und Verfügbarkeit der IT.

Diese erfordern beträchtliche Investitionen und stellen Ansprüche an neue Hochleistungs-Rechenzentren – und den passenden IT-Dienstleister, der jenseits üblicher Standardpakete individuelle Lösungen mit einem ganzheitlichen Sicherheits-Konzept bieten muss. Die Leverdy GmbH & Co. KG mit Sitz in Leverkusen hat für den Neubau seines Rechenzentrums einen Partner gefunden, der sämtliche technologischen Aspekte des Projekts beherrscht, so dass der Betrieb im Bau ohne Ausfallzeiten weiter laufen konnte.

Das Verbreitungsgebiet des Leverdy-Angebots umfasst 2.597 Quadratkilometer und 1.305.727 Haushalte.
Das Verbreitungsgebiet des Leverdy-Angebots umfasst 2.597 Quadratkilometer und 1.305.727 Haushalte.
(Bild: Lerverdy)

Der Pressegrossist

Das nordrhein-westfälische Unternehmen gehört zu den drei größten Pressevertriebshäusern in Deutschland. Tagtäglich liefert Leverdy als regionaler Pressgrossist rund 4.000 Titel an knapp 3.700 Einzelhandelsgeschäfte aus, vom Kiosk bis zum Supermarkt, von der Tankstelle bis zum Kaufhaus.

Seitdem das Unternehmen 2012 aus der Fusion zweier Pressevertriebshäuser in Köln und Wuppertal hervorgegangen ist, reicht das 2.600 Quadratkilometer große Liefergebiet vom rheinländischen Bergheim bis nach Velbert im Bergischen Land. Insgesamt sorgen 300 Mitarbeiter dafür, dass die über zweieinhalb Millionen Leser, die im Vertriebsgebiet von Leverdy leben, pünktlich die gewünschten Presseerzeugnisse in den Händen halten.

Die Aufgabe

Als umzugsbedingt und infolge der Zusammenlegung der zwei bisherigen Standorte in die neu errichtete Leverkusener Firmenzentrale der Bau eines Rechenzentrums anstand, begann man sich nach einem Partner umzuschauen, der die geforderten technischen und planerischen Kompetenzen besitzt. Eine der Maßgaben war, der laufende Betrieb sollten nicht unterbrochen werden.

Leverdy-Geschäftsführer Dr. Frank Trotz erläutert: „Wenn man das größte Pressevertriebszentrum in Deutschland neu errichtet und mit diesem für alle zukünftigen Herausforderungen gewappnet sein will, so bedeutet das technisch einen kompletten Neuaufbau der IT-Infrastruktur: vom Kabelverlegen, bis zur Server-Einrichtung, von der Ersatzstromversorgung bis zur Konferenztechnik.“

Die Anforderungen an ein neues Rechenzentrum

Damit stand fest: Die heterogene und bis dato nur mit Hilfsmitteln aufeinander abgestimmte IT-Infrastruktur des gewachsenen Unternehmens sollte homogenisiert und der Aufwand für die Administration reduziert werden.

Deutschlands größtes Pressevertriebszentrum bekommt neues Hochleistungsrechenzentrum; Due Gebäudeplanung stammt von bauART Architekten Wuppertal
Deutschlands größtes Pressevertriebszentrum bekommt neues Hochleistungsrechenzentrum; Due Gebäudeplanung stammt von bauART Architekten Wuppertal
(Bild: Leverdy)

Insbesondere jedoch wollte der Pressegrossist mit einem neuen Rechenzentrum eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur einschließlich individuellem Sicherheitskonzept etablieren, die den Herausforderungen angesichts von Big Data, Cloud Computing und zunehmender Hacker- und Spionageattacken seitens Dritter gewachsen ist. Denn es ist nicht zuletzt der Mittelstand, der sich aufgrund seiner vermeintlich weniger exponierten Situation in trügerischer Sicherheit wiegt, und gerade deshalb zu einem lohnenden Ziel für Hacker und Datendiebe wird.

Ein ganzheitliches IT-Konzept

Der Grossist suchte nach einem geeigneten Dienstleister und fand ihn quasi in der Nachbarschaft. Das Cancom Didas GmbH ist in Langenfeld beheimatet. „Der ideale Dienstleister sollte alle Komponenten der neuen IT-Infrastruktur und ihr Zusammenwirken lückenlos beherrschen – ein Gefühl, das wir bei Cancom Didas haben“, begründet Trotz die Entscheidung.

Noch ist der IT-Raum des Leverdy-rechenzentrums leer. Doch schon bald sollen hier sensible Kundendaten besonders sicher lagern.
Noch ist der IT-Raum des Leverdy-rechenzentrums leer. Doch schon bald sollen hier sensible Kundendaten besonders sicher lagern.
(Bild: Leverdy)

Dabei verlief die Suche nach einem geeigneten Anbieter zunächst frustrierend: Die meisten angefragten Dienstleister boten anstelle der gewünschten individuellen Lösungen häufig nur Standardkonzepte.

Durch das breite Service- und Produktportfolio des IT-Dienstleisters aus Langenfeld – von der Verkabelung bis zum Aufbau der Serverinfrastruktur, vom Bereich Security bis zur Telefonie – konnte der Aufwand für die verschiedenen Auswahlverfahren, die der Pressegroßhändler für den Rechenzentrums-Neubau ursprünglich vorgesehen hatte, erheblich reduziert werden, da die Langenfelder alles aus einer Hand boten.

Die Kenntnisse im Projekt-Management waren zusätzlich ein ausschlaggebender Punkt.

Die Ansprüche an eine Zukunft

Das Projekt „Neues Rechenzentrum“ startete mit einem gemeinsamen Workshop, um die Bedingungen und Anforderungen des Vorhabens zu spezifizieren und darauf aufbauend passende Lösungsvorschläge auszuarbeiten. Skalierbarkeit, Flexibilität, maximale Sicherheit und Hochverfügbarkeit waren die Anforderungen, die der Pressegroßhändler an sein neues Datacenter stellte.

Um den Geschäftsbetrieb über die Zeit des Neubaus und der Inbetriebnahme hinweg aufrecht zu erhalten, mussten die Rechenzentren an den beiden alten Standorten sowie am neuen Sitz in Leverkusen eine Weile parallel laufen – ein zusätzlicher die Projektplanung verkomplizierender Faktor. Trotzdem konnte reibungslos eine State-of-the Art-Lösung realisiert werden, die homogen ist, skalierbar und flexibel. Das neue Datacenter kann bei Bedarf auch jeglicher Zertifizierung – ob TÜV oder BSI – standhalten.

Die Autorin: Eva Günzler
Die Autorin: Eva Günzler
(Bild: Wordfinder LTD. & Co. KG)

Denn mit dem ganzheitlichen Sicherheitskonzept, welches neben Firewall und Verschlüsselungstechniken sowie anderen Schutzmaßnahmen auch die Arbeitsgewohnheiten der Mitarbeiter im Blick hat, konnte bei dem Pressegroßhändler ein zukunftsfähiges Sicherheitskonzept realisiert werden. Denn wer seine IT mit modernen, zeitgemäßen Arbeitsressourcen ausstattet, verhindert beispielsweise, dass Mitarbeiter für die Ablage und Verwaltung von Dateien auf externe Cloud-Dienste zurückgreifen, um effizienter mit ihren Kollegen arbeiten zu können, wodurch vertrauliche, mitunter personenbezogene Daten den geschützten Raum der internen IT-Infrastruktur verlassen.

* Eva Günzler ist IT-Journalistin bei der Wordfinder LTD- & Co. KG.

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