Wirtschaftliche Auswirkungen des Chipsatz-Debakels werden begrenzt PC-Hersteller zwingen Intel zur Lieferung von Sandy Bridge

Redakteur: Harry Jacob

„Auf besonderen Wunsch der PC-Hersteller“, so die Mitteilung von Intel, liefert der Chiphersteller ab sofort wieder Sandy-Bridge-CPUs und die zugehörigen Chipsätze aus. Kunden sollen aber vor Problemen geschützt sein.

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Die Chipsätze zu Intels aktuellen Sandy-Bridge-CPUs sind begehrt, auch wenn sie (teilweise) defekt sind.
Die Chipsätze zu Intels aktuellen Sandy-Bridge-CPUs sind begehrt, auch wenn sie (teilweise) defekt sind.
( Archiv: Vogel Business Media )

Als Intel vor einer Woche den Defekt der Cougar-Point-Chipsets, die zum Betrieb der aktuellen Sandy-Bridge-Prozessoren benötigt werden, bekannt gab, war guter Rat teuer. Etliche Hersteller von Mainboards, Desktop-PCs und Notebooks stoppten die Produktion und die Auslieferung, zum Teil wurden auch Bedingungen für Umtausch oder Rücknahme der Produkte gemacht.

Doch viele Fragen blieben offen. Hinter den Kulissen liefen fieberhaft gespräche, und Ende vergangener Woche hieß es noch, es werde noch 10 bis 14 Tage dauern, bis eine Einigung erzielt wird und Klarheit zu den weiteren Schritten herrscht.

Druck der Quartalszahlen

Die PC- und Notebook-Hersteller hatten zur CES zahlreiche Geräte auf Basis von Sandy Bridge angekündigt. Erste Modelle kamen schon im Januar auf den Markt, weitere sollten im Februar und März folgen – und so den Boom im Rechner-Absatz weiter anheizen. Im vierten Quartal 2010 war der weltweite PC-Markt um 20 Prozent gewachsen. Doch anscheinend waren sie nicht bereit, bis Ende Februar oder sogar bis in den April hinein zu warten, bis genügend Nachschub an fehlerfreien Chipsätzen zur Verfügung steht. Der Produktions- und Lieferausfall hätte ihnen die Quartalszahlen erheblich verhagelt – und auch für den Chiplieferanten hätten sich dadurch möglicherweise noch deutlich höhere Schadensersatz-Leistungen ergeben.

So einigten sie sich mit Intel darauf, dass nun doch die Chipsätze des fehlerhaften B2-Steppings ausgeliefert und verbaut werden. Allerdings wird Intel nur an Hersteller liefern, die sich verpflichten, in ihren Systemen die möglicherweise defekte SATA-II-Schnittstelle nicht zu verwenden. Damit sollen die Kundeninteressen geschützt werden.

Gleichzeitig hat Intel angekündigt, dass die ersten Lieferungen des fehlerbereinigten B3-Steppings von Intels Serie-6-Chipsätzen bereits Mitte Februar kommen und nicht erst Ende des Monats, wie noch vergangene Woche verkündet.

Welche Konsequenzen das für Hersteller, Reseller und Kunden hat, lesen Sie auf der folgenden Seite.

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