Equinix plus Fritz & Macziol

Partner für die Hybrid Cloud

| Redakteur: Michael Hase

Donald Badoux (l.), Geschäftsführer bei Equinix, und Holger Müller, Director IT Infrastructure & Operations bei Fritz & Macziol, bündeln die Cloud-Kompetenz beider Unternehmen.
Donald Badoux (l.), Geschäftsführer bei Equinix, und Holger Müller, Director IT Infrastructure & Operations bei Fritz & Macziol, bündeln die Cloud-Kompetenz beider Unternehmen. (Bild: Michael Hase)

Die Cloud bringt neue Allianzen hervor. Um Kunden dabei zu unterstützen, die Komplexität hybrider Szenarien zu managen, arbeiten der Datacenter-Betreiber Equinix und das Systemhaus Fritz & Macziol (F&M) eng zusammen.

IT-Ressourcen nach Bedarf übers Netz zu beziehen, so wie Strom aus der Steckdose, darauf beruhen Cloud-Modelle. So können IT-Abteilungen zusätzliche Rechenleistung als Service buchen, wenn Anwendungen zeitweise stärker als üblich ausgelastet sind. Und für Analysen, Simulationen oder Tests, die nur gelegentlich vorgenommen werden, bietet die Cloud eine Alternative zum Betrieb auf eigenen Systemen.

Doch das Bereitstellungsmodell ist längst noch keine Option für die gesamte Unternehmens-IT. Gegen die Nutzung einer Public Cloud allerdings können Compliance-, Performance- oder Datenschutzgründe sprechen – und nicht zuletzt die Kosten. „Bei Anwendungen, die permanent genutzt werden und relativ gleichmäßig ausgelastet sind, ist es meist kostengünstiger, sie On Premises zu betreiben“, erläutert Holger Müller, Director IT Infrastructure & Operations bei Fritz & Macziol. Nichtsdestotrotz sind die Vorteile der Public Cloud in puncto Flexibilität und Skalierbarkeit unbestreitbar.

Was liegt näher, als die Vorzüge beider Welten miteinander zu kombinieren? Darauf zielt F&M mit seinem Managed-Cloud-Portfolio ab, das das Ulmer Systemhaus in Kooperation mit dem Co-Location-Anbieter Equinix bereitstellt. Bei Kunden beobachte er zunehmend den Bedarf, ihre private IT um Services aus der Public Cloud zu ergänzen, berichtet Divisionsleiter Müller. „Unternehmen müssen atmen können und brauchen eine IT-Infrastruktur, die bei geringen Investitionen skalierbar ist.“

Direkte Cloud-Anbindung

F&M und Equinix arbeiten seit etwa zwei Jahren zusammen. Seit Mai dieses Jahres verbindet beide Unternehmen eine formelle Partnerschaft. Zu den Stärken des Rechenzentrumsbetreibers zählt, dass er Kunden flexible Konnektivitätsoptionen über zahlreiche Carrier und direkte Verbindungen zu Cloud Providern – zu Hyperscalern wie Amazon und Microsoft ebenso wie zu regionalen Playern – bieten kann.

In zwei Käfigen in einem Frankfurter Equinix-Rechenzentrum betreibt F&M mittlerweile eine breites Angebot an Managed Services. Das Spektrum reicht von virtuellen Servern über gehostete Anwendungen bis zur Hosted Private Cloud, mit der das Systemhaus seinen Kunden eine dedizierte IT-Infrastruktur als Alternative zum eigenen Rechenzentrum anbietet. Beim Managed Datacenter übernehmen die Schwaben den Komplettbetrieb von Systemen und Applikationen.

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Über die „Cloud Exchange“-Plattform von Equinix lassen sich die Managed Services mit Diensten aus der Public Cloud kombinieren (siehe auch: Die erste echte Hybrid-Cloud, jubeln die Partner, Das DARZ als Hyperscale-Multi-Cloud-Broker). Daten können dabei auf den Servern der Provider verarbeitet, aber auf Storage-Systemen in der Private Cloud abgelegt werden. Auf dieser Basis hat F&M für Kunden inzwischen hybride Architekturen realisiert. Dadurch ist beispielsweise ein Touristikunternehmen in der Lage, neue Anwendungen in kurzer Zeit für beliebig viele Vertriebsbüros bereitzustellen.

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Flexibilität und Skalierbarkeit sind Müller zufolge nicht der alleinige Nutzen, den sich Anwender von hybriden Szenarien versprechen. Bei manchen Kunden steht Ausfallsicherheit im Vordergrund, die sie erhöhen, indem sie Notfallsysteme in der Public Cloud anlegen.

Kein eigenes Datacenter

Die Partnerschaft mit einem Co-Location-Anbieter ergab sich für F&M somit aus dem erwachenden Interesse deutscher Unternehmen an der Cloud. Das Systemhaus hatte sich bewusst dagegen entschieden, eigene Datacenter-Kapazitäten aufzubauen oder zu kaufen.

Dieselbe Marktentwicklung trieb umgekehrt Equinix dazu an, Partner in der Systemhauslandschaft zu suchen. „Wir haben bei unseren Kunden einen steigenden Beratungsbedarf gesehen, was den Übergang von herkömmlichen IT-Infrastrukturen hin zur Cloud und zu hybriden Szenarien angeht“, führt Donald Badoux, Geschäftsführer bei Equinix Deutschland, aus. Solche Beratungsleistungen erbringe das Unternehmen nicht selber. „Dafür brauchen wir Partner wie Fritz & Macziol.“

In der Kooperation beschränkt sich die Rolle von Equinix nicht darauf, technische Vorleistungen zu liefern. Vielmehr arbeitet der Frankfurter Spezialist im Tagesgeschäft eng mit dem Systemhauspartner zusammen und unterstützt ihn mit seiner Erfahrung im Rechenzentrumsbetrieb und seiner Netzwerkkompetenz. Das Leistungsspektrum von Equinix hat indes klar definierte Grenzen. „Wir fassen keine Daten an“, betont Badoux. „Das ist einzig und allein Aufgabe der Partner.“

Das Beispiel der beiden Dienstleister illustriert, wie die Veränderung der IT durch die Cloud neue Allianzen hervorbringt. Schließlich steigt mit hybriden Szenarien für alle Beteiligten die Komplexität. Darin liegt ein Grund, warum Endkunden, wenn sie sich damit befassen, vermehrt vom Eigenbetrieb ihrer IT zu Dienstleistungskonzepten übergehen. Bei F&M spiegelt sich dieser Trend in der steigenden Nachfrage nach Managed Services wider: Das Geschäftsfeld ist laut Müller in diesem Jahr um rund 30 Prozent gewachsen.

Königsdisziplin der IT

Eine Herausforderung bedeutet die Cloud für die mittelständische Klientel des Systemhauses schon allein deshalb, weil sich das Modell von der für sie gewohnten IT in mancherlei Hinsicht unterscheidet. So müssen sich viele Administratoren erst mit den Provisionierungs- und Management-Tools der Provider vertraut machen.

„Dabei sind mitunter kulturelle Gräben zu überwinden“, weiß IT-Profi Müller. Werden beide Welten miteinander verbunden, sind zusätzliche Schnittstellen und Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Zu Recht bezeichnete der Analyst Carlo Velten, CEO der Experton Group, vor etwa zwei Jahren das Management hybrider Cloud-Umgebungen als „Königsdisziplin der IT“. Diese Einschätzung trifft nach wie vor zu.

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