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Next Generation Data Center Index sieht Skandinavien vor Deutschland Oracle-Studie sagt: Deutsche Rechenzentren verlieren Führungsposition

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der „Next Generation Data Center Index“ von Oracle zeigt, dass die Betreiber von deutschen Rechenzentren wenig Fortschritte gemacht haben, im Vergleich zu den Ländern in Skandinavien und dem Nahen Osten.

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Orcale-VP Luigi Freguia über Rechenzentren: "Dort, wo alle Prozesse beginnen müssen, befindet sich der Schlüssel für den Geschäftserfolg." (Bild: Oracle)
Orcale-VP Luigi Freguia über Rechenzentren: "Dort, wo alle Prozesse beginnen müssen, befindet sich der Schlüssel für den Geschäftserfolg." (Bild: Oracle)

Es ist das zweite Mal, dass der Next Generation Data Center Index von Oracle erscheint. Das erste Mal wurde die Studie, die das Marktforschungsinstitut Quocirca im Auftrag von Oracle erhob, im vergangenen Mai veröffentlicht.

Dieses Mal wurden in zehn Ländern in der Region Europa, Naher Osten und Afrika 949 IT-Verantwortliche in großen Unternehmen befragt, die einen Umsatz zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Dollar machen. Die Studie umfasste auch Unternehmen, die nicht Oracle Kunden sind.

Die konnten in Noten zwischen 1 und zehn die Zukunftsfähigkeit und Geschäftstauglichkeit der Rechenzentren beurteilen. Insbesondere standen Flexibilität, die Nachhaltigkeit und die Fähigkeit, das Kerngeschäft zu unterstützen, zur Debatte.

Die Ergebnisse für Deutschland und die Schweiz

Insgesamt stieg der Index von 5,22 im Mai 2011 auf 5,58 im Januar 2012. Auch die betrachteten Subkategorien, stiegen in allen zehn untersuchten Ländern in der Region an.

Deutsche und Schweizer Rechenzentren, die gemeinsam betrachtet worden waren, erreichten dabei einen Wert von 6,21, verglichen mit 6,09 bei der ersten Befragung. Das entspricht lediglich einer Steigerung von 2 Prozent. Im Vergleich dazu verbesserte sich der Index für alle Länder um 6,9 Prozent.

Lag Deutschland/Schweiz in der ersten Erhebung im vergangenen Jahr noch an erster Stelle, so haben sich dieses Mal die skandinavischen Länder mit einem Index von 6,51 vor Deutschland gesetzt und sich im Vergleich zur ersten Untersuchung um 9,4 Prozent gesteigert. Nach dem zweitplatzierten Deutschland/Schweiz folgen Benelux, UK, Frankreich, die Länder des Nahen Ostens und der iberischen Halbinsel und Italien. Das Schlusslicht bilden Irland und Russland, (die beide in der ersten Studie nicht berücksichtigt waren).

Nahezu Stillstand in deutschen Rechenzentren

Die Ergebnisse für Deutschland und die Schweiz deuten auf lediglich geringe Fortschritte oder gar auf eine Stagnation in der Entwicklung hin. So setzen noch immer 41 Prozent der Rechenzentrumsbetreiber auf lediglich ein Tool für das System-Management; 39 Prozent waren es in der ersten Untersuchung.

Der Energieverbrauch wird wie bei der letzten Befragung nur von den wenigsten Unternehmen beobachtet.

Weiterhin finden Themen wie Ausrichtung der IT an Geschäftsanforderungen, System-Verfügbarkeit, Patching-/Upgrade-Automation sowie Fehlerhandling geringe Beachtung.

Notwendigkeit zum Handelt ist erkannt

Dennoch sehen offenbar viele Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland und der Schweiz die Notwendigkeit, die Entwicklung ihrer IT-Infrastrukturen voranzutreiben. So planen jetzt 41 Prozent der Befragten Investitionen in ein neues Rechenzentrum innerhalb der nächsten zwei Jahre; bei der Befragung im vergangenen Jahr waren es 31 Prozent.

Der Prozentsatz der IT-Verantwortlichen, die der Ansicht sind, ein neues Rechenzentrum erst innerhalb von fünf Jahren zu benötigen, ist im Gegenzug von 35 Prozent auf 23 Prozent gefallen.

Mögliche Gründe für Investitionen

Der Anteil der IT-Verantwortlichen in Deutschland und der Schweiz, die als Grund für Investitionen den Wechsel auf eine neue Architektur angeben, liegt bei 30 Prozent.

Die Zahl der Unternehmen, bei denen virtualisierte Systeme auf 50 bis 69 Prozent der Server laufen, ist von 24 auf 32 Prozent gestiegen.

Grün ist im Plan

Außerdem wird in IT-Abteilungen offenbar mehr Wert auf Planung gelegt: Fortgeschrittene Analysetools und ein Abgleich mit Business-Plänen wird mittlerweile von 23 Prozent der Befragten betrieben, im Vergleich zu16 Prozent bei der ersten Untersuchung.

Auch das Engagement für Nachhaltigkeit ist gestiegen. Die Zahl der Unternehmen, die für ihr Rechenzentrum einen Nachhaltigkeitsplan haben und verfolgen, ist von 37 auf 44 Prozent gestiegen. In dieser Subkategorie liegt Deutschland/Schweiz mit Skandinavien gleichauf.

weiter mit: Index-Werte im restlichen Europa

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