Virtualisierung auf allen Ebenen

Oracle packt fast alles in die Kapsel

10.06.2011 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter* / Ulrike Ostler

Oracle widmet sich der Virtualisierung.
Oracle widmet sich der Virtualisierung.

Virtualisierung von der Applikation bis zur Platte

Virtualisierung ist laut Oracle die Möglichkeit, eine Hardware-Ressource wie viele aussehen zu lassen, während Clustering aus vielen Hardware-Ressourcen eine logische Einheit macht. Bild: Oracle
Virtualisierung ist laut Oracle die Möglichkeit, eine Hardware-Ressource wie viele aussehen zu lassen, während Clustering aus vielen Hardware-Ressourcen eine logische Einheit macht. Bild: Oracle

Oracle versucht also, Virtualisierungsprodukte anzubieten, die sich der Anwendung bewusst sind („application aware“). Der Fokus liegt auf dem kompletten Stack: von der Applikation über die Middleware, die Datenbank, das Betriebssystem, die Virtuelle Maschine, den Server bis zum Speicher.

Da Oracle über all diese Techniken selbst verfügt, kann sie sie nach Lust und Laune beziehungsweise gemäß den Kundenanforderungen mischen und zu fertigen Paketen schnüren. Virtualisierung wird dann zur Querschnittstechnologie.

Je nach Anforderung setzt Oracle unterschiedliche Virtualisierungstechniken ein:

  • Oracle VM“ – das ist die „klassische“ Virtualisierung, die auf einem Hypervisor basiert. „Die Lösung von Oracle ist eine auf dem Open-Source-Produkt XEN basierende Eigenentwicklung, ergänzt um Techniken von Virtual Iron, die vor ziemlich genau zwei Jahren übernommen wurden“, beschreibt Oracle-Manager Kersten das Angebot. Oracle VM gibt es für x86- und Sparc-Server.
  • Dazu gibt es noch die „Solaris Container“ für x86- und Sparc-Server, die ursprünglich von Sun Microsystems entwickelt und vermarktet wurden. Sie kommen ohne Hypervisor und damit ohne Verwaltungs-Overhead aus: ein Stück näher an der begehrten „bare metal performance“, weil man dafür nur das Solaris-Betriebsystem benötigt.

Von Sun stammt auch die Technik der „Dynamic Domains“, die die Sparc-Hardware in mehrere logische Systeme unterteilt, wobei die Partitionen elektrisch isoliert voneinander arbeiten. Jede Dynamic Domain kann einige Tausend virtualisierte Betriebssysteminstanzen – in den Solaris Containern – enthalten.

  • Ebenfalls verkapselt kommen die kürzlich präsentierten „Fusion“-Applikationen zum Anwender. Dabei handelt es sich um Java-Anwendungen. „Man kann eben auch innerhalb der Middleware-Schicht kapseln, wir nennen das Fusion Middleware“, beschreibt Kersten die dritte Virtualisierungstechnik, die Oracle anbietet.

Angebote zur Desktop-Virtualisierung

Das derzeitige Top-Thema der Virtualiserungsgemeinde – Sinn und Zweck der Desktop-Virtualisierung – beantwortet Oracle-Manager Kersten zunächst ganz pragmatisch: „Ich virtualisiere den dicken Desktop und packe ihn ins Rechenzentrum“. Von welchem Endgerät aus dann darauf zugriffen wird, hänge wieder von der Applikation ab.

Dazu hat Oracle die „Virtual Desktop Infrastructure“ entwickelt. Sie stellt „eine Komplettlösung für Verwaltung, Hosting und den Zugriff auf virtualisierte Windows-, Linux- und Solaris-Desktops dar, die im Rechenzentrumbetrieben werden“, fasst das Oracle-Strategiepapier zusammen.

Soll ein sicherer Zugriff auf Windows- und Unix-Server oder Mainframes erfolgen, etwa um dem User Siebel- oder Hyperion-Anwendungen bereitzustellen, dann empfiehlt sich der Einsatz von „Secure Global Desktop“, der den sicheren Zugriff über eine URL auch von unterwegs aus erlaubt.

Benötigt der Anwender mehrere Betriebssysteme auf seinem Arbeitsplatzrechner, dann kann er Oracles „VirtualBox“ einsetzen. Standard-PCs unter den Betriebssystemen Windows, Mac OS X, Solaris oder Linux können mit den virtuellen Boxen Dutzende von Betriebssystemen „verstehen“.

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