Stacker unter sich

OpenStack Summit Barcelona 2016 - OpenStack Newton

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

OpenStack Summit Barcelona 2016: Neues Logo, neue Sponsoren und Newton-Release
OpenStack Summit Barcelona 2016: Neues Logo, neue Sponsoren und Newton-Release (Bild: OpenStack Foundation)

In der katalonischen Hauptstadt ging in der vergangenen Woche der halbjährliche „OpenStack-Summit“ über die Bühne. Neben üblichem Beiwerk, wie der Präsentation eines neuen Logos und neuer Sponsoren zeigte die OpenStack-Foundation den rund 5.000 angereisten „Stackern“ vor allem das erwarte neue OpenStack-Release „Newton“.

Ob es Zufall oder Absicht ist, dass das halbjährliche Hochamt der OpenStack Community nur eine Woche nach der „VMworld“ ebenfalls in Barcelona stattfindet - diesmal im CCIB (Centre de Convencions Internacional de Barcelona) - sei dahin gestellt, für Beobachter und Teilnahme beider thematisch zumindest zum Teil ähnlicher Events waren jedoch deutliche Unterschiede spürbar.

Gemeint ist hiermit der einzigartige Spirit der OpenStack-Gemeinde, deren Mitglieder sich selbst, egal ob Entwickler, Sponsoren oder User als „Stacker“ bezeichnen. Von sehr hoher Qualität und großer Themenbandbreite waren zudem die Breakout Sessions, Workshops sowie die Design Summit Developer & Operator Working Sessions.

Zudem bestand im Rahmen der „OpenStack Academy“ die Möglichkeit der subventionierten Teilnahme an der Prüfung zum OpenStack Certified Administrator, den die OpenStack Foundation im vergangenem Jahr in Zusammenarbeit mit zahlreichen Trainingspartnern erstmals vorgestellt hatte und das seit April dieses Jahres verfügbar ist. (siehe: OpenStack-Experten dringend gesucht, Der Weg zum OpenStack-Dreamteam)

Seit April verfügbares Zertifizierungsprogramm: Bereits über 500 Certified OpenStack Administrators
Seit April verfügbares Zertifizierungsprogramm: Bereits über 500 Certified OpenStack Administrators (Bild: OpenStack Foundation)

Die Predigt

Die Keynote am Dienstag hielt diesmal Mark Collier, CCO der OpenStack Foundation, konnte aber - der OpenStack Summit findet alle sechs Monate, zeitgleich mit der stets punkgenauen Veröffentlichung des neuen OpenStack-Releases statt, das wiederum zeitgleich mit der jeweiligen Ubuntu-Version (aktuell 17.04) erscheint – nicht mit spektakulären Neuerungen aufwarten.

80 % der OpenStack-Nutzer kommen nicht aus der IT-Branche
80 % der OpenStack-Nutzer kommen nicht aus der IT-Branche (Bild: OpenStack Foudation)

Er ließ es sich aber nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass im Vergleich zu den Vorjahren diesmal zahlreiche OpenStack-Neulinge (49 Prozent der Teilnehmer) an Bord waren, ein Indiz dafür, das OpenStack im Mainstream angekommen, also im Kern stabil ist, sodass sich die Entwickler im Wesentlichen auf eine Verbesserung der Usabilitiy und dem Ausbau des Ökosystems konzentrieren.

Nach der obligatorischen Nennung neuer Foundation-Mitglieder mit Gold-Sponsor-Status (darunter die deutsche Telekom) und der Verleihung des „Super User“-Preises, den diesmal das chinesische Telekommunikationsunternehmen China Mobile einsackte, wurde das neue Logo des Projektes vorgestellt, bevor nach der ebenfalls obligatorischen Nennung aktuelle Marktkennzahlen zu OpenStack-Nutzern von 451 Research (siehe: Aktuelle Anwenderbefragung der OpenStack Foundation, OpenStack hat die Probezeit bestanden), die Vorstellung des neuen Newton-Releases folgte.

OpenStack Newton

Nachdem wirklich bahnbrechende Neuerungen, wie das „Give-Me-a-Network-Feature“ bereits mit dem Mitaka-Release im April veröffentlicht wurden, haben die Entwickler in OpenStack Newton das Netzwerk-Setup noch weiter vereinfacht, den Container-Support deutlich verbessert sowie Skalierbarkeit und Robustheit weiter gesteigert. Zudem haben sich die Entwickler in OpenStack Newton Verbesserungen in den Bereichen Hochverfügbarkeit, Anpassbarkeit und Selbstheilungsfähigkeiten gewidmet.

Container-Integration

Die nunmehr 14. Version des Cloud-Computing-Frameworks bringt unter anderem neuen Funktionen in „OpenStack Ironic“, dem Deployment-Service für echte Hardware, sowie in „OpenStack Magnum“, dem API-Service für das Zusammenspiel von Containern in Clustern und im Container-Netzwerkprojekt „Kuryr“, das für eine bessere Integration virtueller und physischer Infrastrukturen sorgen soll.

Der Container-Dienst Magnum kümmert sich um das Deployment der Container-Infrastruktur und arbeitet dabei zwecks Orchestrierung wahlweise mit „Swarm“, „Kubernetes“ und „Mesos“ zusammen. Kuryr ergänzt Neutron um Netzwerkfähigkeiten für Container und macht damit erstmals eine Swarm- und Kubernetes-Integration möglich.

Verbesserungen beim Netzwerk

„Ironic“, das Projekt für ein Deployment von OpenStack auf Bare-Metal-Hardware unterstützt zudem jetzt mehrfach-mandantenfähige Netzwerkfunktionen und bietet eine enge Anbindung an Magnum, Kubernetes und „Nova“. Darüber hinaus unterstützt OpenStack Kolla jetzt eine Implementation auf reiner Hardware.

Zu den Verbesserungen im Netzwerkbereich gehört, dass Neutron sich nun noch einfacher verwenden lässt, da der Service jetzt eine umfassendere Default-Konfiguration mitbringt. Außerdem verwaltet Neutron jetzt auch die Netzwerkkonfiguration von Containern.

Mehr Sicherheit

Newton bietet auch eine höhere Sicherheit, etwa weil sich der Identity-Service Keystone jetzt auch PCI-DSS-konform betreiben lässt und Credentials jetzt verschlüsselt abspeichert. Zudem kann „Cinder“, das Modul zum Verwalten von Blockspeichern nun unverschlüsselte Volumes in verschlüsselte umwandeln und umgekehrt.

Zudem lässt sich der Backup-Dienst Cinder jetzt auf mehrere Instanzen skalierten. Auch Nova, „Horizon“ und „Swift“ sollen zudem nun besser skalieren und auch die horizontale Skalierung von „Cells V2“ aus Nova-Umgebungen heraus wurde verbessert. Verbesserte Verfügbarkeit gibt es darüber hinaus bei Cinder, Ironic, Neutron und „Trove“.

Usability

Schließlich haben die Entwickler in Newton auch die Usability für Operatoren und Entwickler vereinfacht. Außerdem soll Newton Aufgaben noch besser automatisieren können. OpenStack Newton unterstützt auch die Verschachtelung von virtuellen Maschinen, wenn das die unterliegende Architektur unterstützt. Weitere Informationen finden sich auf der Projekt-Seite.

*Thomas Drilling ist freier Autor und Berater. Auf DataCenter-Insider schreibt er seinen eigenen Blog: „Toms Admin Blog

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44349972 / Strategien)