OpenStack im Kontext von Open Nebula, Eucalyptus und kommerzieller CMPs

OpenStack-Summit 2013 – oder: Was macht Red Hat in der Cloud?

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Viele Open Source Clouds

Die Cloud-Angebote der Linux-Distributuren basieren in der Regel auf einer der vier offenen Cloud Management Plattformen (CMP), in der Regel dem im Verlauf des Jahres 2010 von Rackspace und der NASA initiierten OpenStack, das sich mit Gründung der OpenStack-Foundation zu einem echten Community-Projekt entwickelt hat. So kommt OpenStack beispielsweise bei der Private-Cloud-Suite von Suse (Suse Cloud) und beim Cloud-Angebot von Ubuntu zum Einsatz, wenngleich Ubuntu Cloud bist zur Ubuntu-Version 12.04 noch auf Eucalyptus setzte.

Die Linux-Hersteller sind nicht die Einzigen, die kommerzielle Cloud-Angebot auf Basis von OpenStack kreieren. Auch der OpenStack-Initiator Rackspace hat nach Entlassen von OpenStack in die Selbständigkeit mit seiner Rackspace Private Cloud eine OpenStack-Distribution geschaffen. OpenStack scheint also im Reigen der Open-Source-CMPs das Rennen zu machen, allerdings hat das erst im Frühjahr 2012 von Citrix der Apache-Stiftung übergebene CloudStack-Projekt ebenfalls prominenten Fürsprecher.

CloudStack

CloudStack ist aus der Übernahme des Cloud-Spezialsten Cloud.com durch Citrix im Jahr 2011 hervorgegangen. Citrix unterstützt zwar nach wie vor auch OpenStack, das eindeutige Commitment zu CloudStack bei den eigenen kommerziellen Produkten ist aber in der breiten Unterstützung von CloudStack für alle gängigen Hypervisoren (KVM, Xen Server, vSphere und in naher Zukunft auch Hyper-V) und Cloud-APIs, inklusive Amazon und vCloud begründet.

Laut Citrix war der Wechsel von OpenStack wegen der Unterstützung von CloudStack zur Amazon-Cloud-API unverzichtbar. So bietet kommerzielle CloudStack-Variante von Citrix, „Cloud Platform“, zum Beispiel Unterstützung für vSphere/vCloud und beherrscht in der aktuellen Version Bare Metal Provisioning.

Noch mehr Bonbons

Die beiden „älteren“ Open-Source-Lösungen Open Nebula und Eucalyptus sind in den Jahren 2008 und 2009 aus Forschungsprojekten hervorgegangen.Allerdings hat sich Eucalyptus von Anfang durch seine Kompatibilität mit Amazon Web Services (AWS) S3 und EC2 von der Konkurrenz abgehoben. Das wiederum führte recht schnell zur Gründung der kommerziell agierenden Eucalyptus Systems, Inc., die bis heute „Herausgeber“ der zwei Mal im Jahr erscheinenden Open-Source-Version von Eucalyptus ist.

Die weltweite Verteilung der OpenStack-Meeting Groups
Die weltweite Verteilung der OpenStack-Meeting Groups (Bild: OpenStack)

Ein echtes Community-Projekt ist Eucalyptus also nicht. Die „älteste“ Open-Source-CMP Open Nebula zeichnet sich ebenfalls von Anfang mit der Unterstützung der wichtigsten Hypervisoren (vSphere, Xen, KVM) und Cloud-APIs, darunter EC2, OFG, OCCI und vCLoud, sowie seine sehr flexible Architektur aus. Interessant ist, dass die verfügbaren Open-Source-CMPs keineswegs als „abgespeckte“ Versionen den Technologien der kommerziellen Anbieter hinterher laufen, sondern sich viel mehr als Trendsetter und Impulsheber erweisen.

Nicht von ungefähr sind Global-Player wie IBM, HP oder Red Hat in mehrere oder alle Projekten involviert. Einer der Gründe hierfür ist, „rechtzeitig“ am Start zu sein, sollte sich eines der Projekte als Standard etablieren oder um selbst Impulse beim Durchsetzen von Standards setzen zu können. Nirgendwo sonst sind offene Standards und offene Schnittstellen so wichtig, wie im Cloud-Computing.

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