Mitaka heißt die 13. Version von OpenStack

OpenStack 13 verspricht Projektreife und Freundlichkeit

| Redakteur: Ulrike Ostler

Mitaka bezeichnet die 13. Version von OpenStack. Namensgeber ist die japanische Stadt westlich von Tokio. Auf dem Bild: ein Kanaldeckel aus dem dortigen Ghibli-Museum.
Mitaka bezeichnet die 13. Version von OpenStack. Namensgeber ist die japanische Stadt westlich von Tokio. Auf dem Bild: ein Kanaldeckel aus dem dortigen Ghibli-Museum. (Bild: mrnovel80/ Fotolia.com)

„Mitaka“, die 13. Version von OpenStack, soll mit vereinfachter Handhabung, besserer Skalierbarkeit und optimiertem Nutzererlebnis aufwarten und damit den Bedürfnissen von Unternehmen und Dienstleistern entsprechen.

Die OpenStack-Community hat heute unter der Bezeichnung Mitaka die 13. Version der weit verbreiteten Open-Source-Software für Cloud-Anwendungen veröffentlicht, die besonders hinsichtlich Handhabung, Skalierbarkeit sowie Nutzererlebnis verbessert wurde. Bereits für viele Unternehmen und Dienstleister ist OpenStack die Cloud-Plattform der Wahl, weil sie Cloud-spezifische Software-Entwicklung mit optimierten Unternehmensanwendungen verbindet. So integriert OpenStack mit nur einem Satz an Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) reine Hardware-Systeme, virtuelle Maschinen und Container-Strukturen.

OpenStack Mitaka wurde von einer aus 2.336 Entwicklern, Bedienern und Nutzern bestehenden internationalen Gemeinschaft aus 293 Organisationen entwickelt und implementiert. Da OpenStack nun seit fast sechs Jahren auf dem Markt ist, gilt sein Kern allgemein als ausgereift und stabil, aber nicht unbedingt einfach zu handhaben. Deshalb hat sich die OpenStack-Community in letzter Zeit vor allem darauf konzentriert, den Einsatz sowie die Handhabung und Skalierung der Software zu vereinfachen.

Vereinfachte Handhabung

Die Mitaka-Version enthält zahlreiche Weiterentwicklungen, mit denen die täglichen Aufgaben von Cloud-Bedienern und Administratoren erleichtert und verbessert werden.

  • Eines der Highlights ist die vereinfachte Konfiguration von OpenStack Compute („Nova“): Durch zusätzliche Standardwerte müssen weniger Optionen manuell ausgewählt werden.
  • Auch das Identity-Modul „Keystone“ wurde deutlich vereinfacht: Der aus mehreren Schritten bestehende Vorgang zum Einrichten der Identity-Management-Funktionen eines Cloud-Netzwerks, etwa Installation, Start, Authentisierung und Verteilung von Tokens, wurde auf nur einen Schritt deutlich verkürzt.
  • Ein weiteres Beispiel für die verbesserte Handhabung in Mitaka ist „Neutron“, das jetzt eine bessere Vernetzung auf der Schicht 3 bietet und verteilte virtuelle Router (DVR = Distributed Virtual Router) unterstützt.

Bessere Skalierbarkeit

Mitaka bietet auch zahlreiche Weiterentwicklungen bei der Skalierbarkeit von OpenStack Clouds. So kann zum Beispiel die in der Liberty-Version eingeführte „Convergence Engine“ von „Heat“ höhere Lasten und komplexere Aktionen für die horizontale Skalierung verarbeiten und bringt zugleich bessere Leistung für zustandslose Vorgänge (stateless operations).

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Ebenso vergrößern „Fernet“-Tokens jetzt im Identity-Modul Keystone die Anzahl der unterstützten API-Vorgänge. Außerdem haben die Entwickler große Fortschritte bei „Cells v2“ erzielt, einer weiteren Funktion, die mit Liberty eingeführt wurde und die die horizontale Skalierung von OpenStack-Rechnerwolken (Clouds) unterstützt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der japanischen Stadt Mitaka gehört das Ghibli-Museum (im Bild). Ghibli ist ein Zeichentrickfilmstudio für Anime-Produktionen.
Zu den Sehenswürdigkeiten der japanischen Stadt Mitaka gehört das Ghibli-Museum (im Bild). Ghibli ist ein Zeichentrickfilmstudio für Anime-Produktionen. (Bild: Michael Reeve/Wikipedia)

Verbessertes Nutzererlebnis

Mitaka zeigt deutlich das Engagement der Community, das Erlebnis für die Cloud-Benutzer zu verbessern, und zwar sowohl der Cloud-Bediener als auch der Endbenutzer, die Anwendungen auf Cloud-Systemen entwickeln oder implementieren. Beispielsweise bietet ein einheitlicher OpenStack-Client einen konsistenten Satz von Befehlen zum Erstellen von Ressourcen, so dass die Endbenutzer nicht die vielen Feinheiten jedes Dienst-APIs lernen müssen. Außerdem bietet Mitaka jetzt mehr Unterstützung von Software Development Kits (SDKs) in einer ganzen Reihe verschiedener Sprachen.

Eine weitere Verbesserung des Nutzererlebnisses für Anwendungsentwickler wird die neue „Gib-mir-ein-Netzwerk“-Funktion in Neutron bringen, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet. Diese Funktion wird mit einer einzigen Aktion alle folgenden Schritte erledigen: Erstellen eines Netzwerks, Verknüpfen mit einem Server, Zuweisen einer IP-Adresse sowie Erlaubnis des Netzwerkzugriffs. Einzelne Elemente dieser neuen Funktion sind bereits in Mitaka realisiert.

Verfügbarkeit

Die OpenStack-Entwicklergemeinde wird schon in den kommenden Wochen und Monaten die ersten auf OpenStack Mitaka basierenden Produkte und Dienstleistungen herausbringen. Im OpenStack Marketplace können Nutzer Distributionen und Cloud-Dienstleister finden, die mit „OpenStack Powered“ gekennzeichnet sind und die Interoperabilitäts-Test erfüllen.

Zum Testen von Mitaka kann der Open-Source-Code heruntergeladen werden.

Der kommende OpenStack-Summit

Die Akzeptanz von OpenStack hat sich auch letztes Jahr wieder deutlich vergrößert. Es wurden die verschiedensten und auch größeren Implementierungen realisiert, weil viele Organisationen erkannt haben, wie flexibel und praktisch OpenStack ist. OpenStack unterstützt auf ganz besondere Weise Unternehmen, die „zweigleisig“ fahren wollen – also einerseits noch herkömmliche IT-Systeme verwenden, andererseits aber auch moderne, agile Systeme aufbauen. Durch kürzere Software-Entwicklungszyklen heben sie sich von anderen ab, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil und können ihren Kunden schneller einen Mehrwert bieten.

Beim OpenStack Summit Austin vom 25. bis zum 29. April 2016 werden große Unternehmen wie eBay, SAP, Wal-Mart und Wells Fargo berichten, wie sie mit OpenStack sehr schnell Anwendungsprogramme, Werkzeuge zur „Big-Data“-Analyse sowie Anwendungen im Bereich „Internet der Dinge“ entwickeln und umsetzen. Auch in der Telekommunikationsbranche ist die Software zu einer treibenden Kraft der Innovation geworden. Große Telekom-Anbieter wie AT&T, China Mobile, NTT Docomo und Orange werden OpenStack als Plattform für die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen (NFV = Network Functions Virtualization) vorstellen.

Nicht zuletzt wird OpenStack auch immer mehr von Firmen eingesetzt, die Dienstleistungen in der öffentlichen Rechnerwolke (Public Cloud) anbieten. So haben Deutsche Telekom, Datacentred und City Network in den letzten Monaten von wichtigen neuen Kunden und Implementierungen berichtet. Auch große Forschungsinstitute und Universitäten, wie CERN, Chameleon Cloud und Clemson University, sind dabei und werden beim OpenStack-Gipfel in Austin ihre Erfahrungen teilen.

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