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Ein typischer Anwender: Spät, schnell und unbemerkt hat sich alles geändert

Open-Source-Trends und Pläne in der IT der EU-Kommission

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Die bisherige Entwicklung, so IT-Manager Damas, habe sich weitgehend ohne formale Vorgaben vollzogen. Allerdings habe sich alsbald die Grundregel ergeben, „dass Open Source und proprietäre Software gleichartig beurteilt werden“. Faktisch favorisierten die EU-Programmierer für die In-house-Entwicklung Open-Source-Tools. Dadurch sei Open Source zu einer Art „Default“-Einstellung in der IT geworden.

Die bisher eher formlose Herangehensweise möchte die IT-Abteilung der EU-Kommission nun auch formal festlegen. Nach einem Entwurf von Damas werden bei der Beschaffung proprietäre und Open-Source-Anwendungen gleichberechtigt nach dem Prinzip „Value for money“ bewertet. In eine Kaufentscheidung sollen als wesentliche Kriterien die Implementierung von „anerkannten, gut dokumentierten und vorzugsweise offenen Standards“ einfließen.

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Mehr Open Source nehmen und geben

Für die interne Entwicklung soll ein Rechtsrahmen festlegen, unter welchen Bedingungen Programmierer Open-Source-Code verwenden und wie sie in Projekten mitarbeiten sowie ihre Programme veröffentlichen dürfen. Dieser Punkt ist vor allem deshalb wichtig, weil die Spezialisten vom DIGIT künftig andere EU-Institutionen und nationale Regierungen in puncto Öffnung der IT, e-Government und Open-Source-Anwendung beraten und praktisch mit Software unterstützen sollen.

Zur hausinternen Open-Source-Zukunft ließ Damas erkennen, dass der Fokus vor allem auf quelloffenen Alternativen für Messaging und Groupware liegen wird. Bei Collaboration ist Drupal bereits als Website-Engine etabliert. Am Desktop gibt es erstaunlicherweise noch keine offizielle Positionierung zu LibreOffice beziehungsweise OpenOffice oder zu einer Adobe-PDF-Alternative wie Ghostscript. Damas hielt sich trotz erkennbarer Neigung zu Open Source recht bedeckt. Er erklärte lediglich: „Wir sind uns der Änderungen des Umfeld bewusst.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.

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 Ludger Schmitz

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