Edge ´16: Big Blue baut hybrides Ökosystem

Open-Source-Allianzen und neue IBM-Produkte für die Hybrid-Cloud

| Redakteur: Ulrike Ostler

Maßanfertigung von hybriden Clouds, jedoch ohne endlose Anpassungen - Das will IBM mit ready-made Hardware und zusammen mit den Open-Source-Partnern liefern.
Maßanfertigung von hybriden Clouds, jedoch ohne endlose Anpassungen - Das will IBM mit ready-made Hardware und zusammen mit den Open-Source-Partnern liefern. (Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

Ein hybrider IT-Betrieb steht nicht nur in den meisten Anwenderunternehmen auf der Agenda, sondern auch bei den Herstellern. Auch die „Edge“-Konferenz von IBM trägt diese Vorzeichen. Die Produktneuheiten, die Big Blue im Gepäck hat, Power-Server, System z-Mainframes und Speichersysteme zielen auf einen solchen Einsatz. Vertiefte Kooperationen mit Canonical, Red Hat, Hortonworks, Mirantis und NGINX sollen ein entsprechend offenes Ökosystem fördern.

Was die Hardware, die Software und die Services, die IBM derzeit in Las Vegas vorstellt, zum Hybrid-Einsatz befähigt, ist die Auszeichnung mit „cloud-ready“; dieses Prädikat soll zeigen, dass es vergleichsweise einfach wird, Daten hin und her zu bewegen, Applikationen und Services in und außerhalb von Clouds zu betreiben – in public, private oder einem Mix aus Cloud-Modellen.

Tom Rosamilia, Senior Vice President IBM Systems, erläutert, dass sich auf diese Weise sogar ein Investitionsschutz ergebe. „Die heutigen Umgebungen in den Unternehmen sind sehr dynmisch und voll von Erschütterungen. Eine hybrides Cloud-Modell erlaubt den Kunden aber, sowohl Neuerungen zu adaptieren und gleichzeitig die On-Premise-Investments zu optimieren.“

Der Vorzeigekunde in der Hybrid-Cloud

Einer der Vorzeigekunden ist Health Plan Services, eine der führenden Technik-Companies im US-Gesundheitswesen. Um auf die für US-Amerikaner noch neue Krankenversicherung, durch den „Affordable Care Act“ beschlossen, reagieren zu können, hob das Unternehmen eine Hybrid-Anwendung aus der Taufe. Heute verwaltet Health Plan Services mehr als 30 Prozent der individuellen Zu- und Abgänge im Krankenversicherungsmarkt.

Michael Lawley SVP der IT bei Health Plan Services, sagt dazu: „Unser Wachstum im dreistelligen Bereich und damit die Marktführerschaft korreliert mit unserer IT-Strategie und die Art wie unsere hybride Cloud-Architektur mit den geschäftlichen Innovationen verschmolzen ist.“ Er setzt hinzu: „Wir nutzen ‚System z‘, eine Technik die dem disruptiven Wandel angepasst wurde.“

Neue z-basierte-Produkte

System z gehört auch zu den Produkten, die IBM auf der Edge mit Neuerungen versehen, präsentiert, als „z Systems for cloud”. Dazu gehört „IBM z Systems Operational Insights”, ein neues SaaS-Angebot, das Cloud-Betriebsanalysen auf der Basis von Effizienz und Applikations-Performance liefern kann. Das soll Anwendern über ein GUI Dashboard und inkludierter Expertise und Trendanalyse dabei helfen, die Leistungsdaten für begründete Entscheidungen zu nutzen.

Der Service ergänzt das IBM-Application-Performance-Management „Omegamon“, mit dem Anwender schnell problematische Komponenten erkennen können. Denn das Tool stellt Sichtbarkeit komplette Worloads bereit, von einem Ende bis zum anderen, sofern z-Systems-Systeme betroffen sind.

Dazu kommt das Angebot des „IBM Common Data Provider“. Dieses Tool sorgt dafür, dass operative Daten von z-Systemen nahezu in Echtzeit bereitgestellt werden, wenn diese aus einer Cloud des Kunden oder einer lokal vorhandenen Analyse Plattform stammen.

Power für die Cloud

Neues gibt es zudem für „Power Systems for cloud“. Hier ist ein OpenStack-basiertes Cloud-Management und ein flexibles Verbrauchsmodell eingebaut. Insbesondere erlauben die neue IBM-Power-System den Kunden, ihre IT-Infrastruktur in eine lokale Cloud für „AIX“-, IBM-i“-, und Linux-Lasten zu überführen und mit den „rapid-access-to-compute“-Services aus der IBM-Cloud anzureichern.

Dazu kommt die Software “IBM Spectrum Copy Data Management” und “Protect”. Das Tool zielt darauf ab, Datenkopien einfacher verwaltbar zu machen. Das Werkzeug lässt sich ebenfalls in hybrifen Umgebungen anwenden und bietet nun auch Object Storage.

Open-Power-Server von IBM schneller als x86

Linux-Server für HPC, KI und Analytics

Open-Power-Server von IBM schneller als x86

09.09.16 - IBM kündigt weitere Open-Power-basierte Server an. Diese sollen insbesondere kognitive Workloads unterstützen und die Effizienz in Rechenzentren verbessern können. Mit einer neuen „Power-8“-CPU des Herstellers und „Nvidia NVLink“ ermögliche die Linux-Server-Reihe bis zu 5-fach schnelleren Datenfluss als ihn x86 bieten, bis zu 80 Prozent mehr Leistung pro Euro gegenüber x86-Systemen, so IBM. lesen

Die Erwartungen der Anwender

Nach dem aktuellen Bericht „Tailoring hybrid cloud“, für den mehr als 1.000 Anwender aus 18 Branchen befragt wurden, treffen die Neuerungen die Anforderungen der Unternehmen.

  • 92 Prozent bestätigen, dass Cloud-Projekte dann erfolgreich sind, wenn sie die Erstellung und den betrieb neue Geschäftsmodelle unterstützen
  • Die Befragten erwarten, dass 45 Prozent der Workloads auf dedizierten System on premise verbleiben, selbst wenn sich die Cloud-Nutzung erhöht.
  • 83 Prozent der Organisationen, die im Vergleich am besten abschneiden, bestätigen, dass Cloud-Initiativen integriert sind oder zumindest auf einem hohen Level koordiniert werden.

Keine Cloud ohne Offenheit

Clouds sind nur sinnvoll umzusetzen, wenn ihnen ein offenes, zugängliches Software-Ökosystem zugrunde liegt, das Zusammenarbeit zulässt und zur Plattform erhebt. Nur dann können Clouds wachsen und Innovationen sprießen. Diesem Gedanken folgen auch die Kooperationen, die IBM auf dem Kongress hervorhebt:

Canonical: Canonical und IBM bauen ihre bestehende Allianz aus; so wird “Ubuntu OpenStack auf dem Linuc-Mainframe “Linux One”, auf den z-, den Power- und Open-Power-basierten Systemen, inklusive der neuen „LC“-Systeme laufen können. Die Partner vertiefen ihre technische Zusammenarbeit sowie auf der Ebene von Produkten und Support. Kunden sollen das Canonical-Portfolio auf alle drei Hardware-Plattformen nutzen können. Zudem vereinfache und autimatisiere sich das OpenStack-Management.

Hortonworks: IBM und Hortonworks erarbeiten eine Hadoop-Distribution für Power-Systeme. Damit können Kunden ihre bisherige Datenhaltung und Nutzung um neue, Big-Data-Quellen und –Anwendungen erweiteren.

Mirantis: Mirantis und IBM arbeiten zusammen, um auf der Basis von „Mirantis OpenStack“ eine Referenz-Architektur zu entwickeln, die wiederum dafür geeignet sein soll, Compute-Nodes, die auf IBM Power-Systemen gehostet werden zu verwalten. Das wiederum kann eine Reihe von Kernanwendungen dazu befähigen, OpenStack in einer Private Cloud zu nutzen. Insbesondere den Daten-intensiven Workloads, die im eigenen Rechenzentrum laufen, soll die Integration von „Miantis OpenStack“ und die Nutzung der Mirantis-Tools für das OpenStack Cloud Management zugute kommen.

Nginx: Nginx liefert den derzeit meist gebrauchten Applikations-Server. Die Nginx-Plattform zur Anwendungsbereitstellung unterstützt nun auch Server, die auf der IBM Power Architetur beruhen. Das trifft auch auf die jüngste kommerzielle Version des Nginx-Load-Balancer zu sowie Software zur Beschleunigung von Web-Anwendungen, „Nginx Plus R10“. Der Vorteil für Kunden: Sie können mithilfe der Software, ihre Anwendungen auf Power-Systemen sehr einfach skalieren in Clouds, in Containern und per bare metal, ohne die Konsistenz zu gefährden.

Red Hat: Red Hat und IBM sind schon vor langer Zeit eine Partnerschaft eingegangen. Jetzt weiten die Companies ihre Zusammenarbeit auch auf die jüngsten Produkte für hybride Clouds aus. Das erstreckt sich auf die technische Entwicklung und das Integrieren von Produkten. Die Firmen planen auf Power-Systemen vorinstallierte Open-Source-Komponenten von Red Hat, etwa „Red Hat Enterprise Linux“, „Red Hat Virtualization“ und „Red Hat Enterprise Linux High Availability“, so dass sie in Clouds aber auch im eigenen Rechenzentrum fast nahtlos nutzbar werden.

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