Erste Produkte nach einem Jahr Open Power

Open Power Foundation präsentiert neue offene Hardware

| Redakteur: Ulrike Ostler

Fast zeitgleich zur CeBIT fand der erste Open Power Summit statt, der sich jährlich wiederholen soll.
Fast zeitgleich zur CeBIT fand der erste Open Power Summit statt, der sich jährlich wiederholen soll. (Bild: Open Power Foundatio)

Anlässlich des ersten „Open Power Summit“ kündigt die Open Power Foundation mehr als zehn neue Hardware-Systeme an. Dazu gehören Server, Boards, Karten und ein Mikroprozessor speziell für den chinesischen Markt. Sie wurden gemeinsam von den Mitgliedern des Konsortiums entwickelt und nutzen die IBM-„Power“-Architektur, unter anderem für hochskalierbare Rechenzentren.

Die Open Power Foundation ist ein Zusammenschluss von IT-Unternehmen und Organisationen, die sich für den Einsatz offener Server-Architekturen in Rechenzentren einsetzt und zählt inzwischen 110 Mitglieder aus 22 Ländern. Gegründet wurde die Vereinigung im vergangenen Jahr. Firmen wie Google, IBM, Nvidia, Mellanox und Tyan hatten sich für die Entwicklung der offenen Server-Architektur zusammengetan. Die Power-Architektur von IBM ist der Eckpfeiler der Innovation für die Allianz und schafft eine für alle verfügbare Rechenplattform.

Der Power-8-Mikroprozessor ist der erste seiner Art, der speziell für Big-Data- und Analytics-Aufgaben geschaffen wurde. Während vergleichbare Chips nach Schätzungen der Linley Group vom 29 Dezember des vergangenen Jahres bis zu 50 Prozent mehr kosten, liefert der von den Open-Power-Mitgliedern eingesetzte Power-8-Prozessor zudem eine höhere Leistung – umgerechnet eine 60-prozentige Steigerung pro ausgegebenem Euro (SPECint_rate2006).

So sind die Erwartungen hoch. Dr. Dirk Pleiter vom Jülich Supercomputing Center, sagt: „Wir erwarten von Open Power die Erweiterung des Angebots von Supercomputing-Lösungen und –Produkten. Das ist zentral für uns als Anbieter von Supercomputing-Ressourcen.“

Zu den jetzt angekündigten Produkten gehören:

Prototyp „Firestone“, ein neuer Hochleistungs-Server auf dem Weg Richtung Exascale

IBM und Wistron entwickeln gemeinsam und unter Mitwirken der Technologien von Nvidia und Mellanox einen Hochleistungsserver mit dem Codenamen Firestone. Firestone ist die erste aus einer Reihe von Lösungen, die auf der IBM Roadmap für technical computing stehen. Dazu gehören auch die Entwicklung von zwei Systemen für die Lawrence Livermore und Oak Ridge National Labore. Diese Systeme sollen fünf bis zehn Mal schneller sein als die heute führenden Supercomputer.

Das erste kommerzielle Open-Power-System kommt von Tyan: GN70-BP010 und soll ab dem Sommer dieses Jahres ausgeliefert werden können.
Das erste kommerzielle Open-Power-System kommt von Tyan: GN70-BP010 und soll ab dem Sommer dieses Jahres ausgeliefert werden können. (Bild: Tyan)

Der erste kommerziell erhältliche Open-Power-Server, der „Tyan TN71-BP012

Die Tyan TN71-BP012-Server wurden für anspruchsvolle Cloud-Anwendungen und gemäß dem erfolgreichen Open-Power-Kundenreferenzsystem entwickelt, das Tyan im Oktober 2014 vorgestellt hat. IBM wird als eines der ersten Unternehmen die neuen Server als Teil der Softlayer-Infrastruktur in Betrieb nehmen und sie als Bare-Metal-Service anbieten. Die Server sollen ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

Die erste GPU-beschleunigte Open-Power-Entwicklerplattform „Cirrascale RM4950

Cirrascale RM4950 ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Nvidia, Tyan und einem der neuesten Mitglieder, Cirrascale. Die Plattform unterstützt die Entwicklung von GPU-beschleunigten Big-Data-Analysetechniken, Deep Learning und Computeranwendungen für die Wissenschaft. Cirrascale RM4950 wird beginnend ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

Pleiter sagt: „Die Integration von Power-Prozessortechnologien und Hochleistungs-GPUs eröffnet einen spannenden Weg in Richtung Energie-effizientes Exascale-Computing.“

Open-Server-Spezifikation und Motherboard, das Open Power, Open Compute und OpenStack verbindet

Das Cloud-Unternehmen Rackspace enthüllt ein neues Design für einen offenen Server inklusive Motherboard-Prototyp und verbindet dabei Open Power- und Open-Compute-Designkonzepte. Ziel des neuen Designs sind das Anbieten von OpenStack Services und der Einsatz in Rackspace-Rechenzentren. Unter Einsatz einer großen Bandbreite an Innovationen profitieren die Nutzer von einer verbesserten Leistung, Wertigkeit und Features.

Weitere von Mitgliedern entwickelte Lösungen nutzen Coherent Accelerator Processor Interface (CAPI), ein einzigartiges Interface-Feature, das in die Power-Architektur integriert ist. CAPI gibt Mitgliedern und anderen Technologieunternehmen die Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die direkt auf der Power-Architektur aufsetzen.

Zu diesen neuen CAPI-basierten Lösungen gehören unter anderem die „ConnectX-4“-Adapter-Karte von Mellanox, die „Virtex-7“-Adapter-Karte von Convey und Xilinx sowie Shared Virtual Memory zwischen einem „Stratix V FPGA Accelerato“r und einer Power-8-CPU, entwickelt von Altera und IBM. Diese Open-Power und CAPI-basierte Technik steht in einer Reihe mit dem „Nallatech Open Power Developer Kit“, das Altera und IBM gemeinsam entwickelt und im November 2014 auf den Markt gebracht haben.

Open Power für China

Die Mitglieder der Open Power Foundation präsentieren außerdem speziell für China entwickelte Produkte. Das Ökosystem gibt chinesischen Technologieunternehmen die Möglichkeit, individuelle Lösungen zu entwickeln und lokale Innovationen zu beschleunigen.

Im Mittelpunkt des derzeit entstehenden Open-Power-Ökosystems in China steht „CP1“, der erste Power-Chip für den chinesischen Markt, hergestellt vom chinesischen Chipdesigner Power Core. Die ersten Systeme mit CP1 werden dieses Jahr auf den Markt kommen.

Zoom Netcom wird CP1 für eine neue Server-Reihe namens „Red Power“ einsetzen – Chinas erstes Open Power Two Socket System, das ebenfalls dieses Jahr erscheint. Weitere chinesische Mitglieder – unter anderem ChuangHe – legen Designs für Systeme mit Power-8-Prozessoren vor, die planmäßig noch in diesem Jahr erhältlich sein werden.

Die Ankündigungen beruhen auf der Empfehlung für Open Power durch die chinesische Regierung im letzten Herbst und der Formierung der „China Power Technology Alliance“ (CPTA), einer Publick-Private- Partnerschaft. Die Mission der CPTA ist es, unter Anweisung der Regierung lokale und aus dem Open-Power-Ökosystem stammende Ressourcen zu integrieren, um Chinas Industriestruktur zu optimieren und chinesischen Unternehmen Chancen für Innovationen zu schaffen.

Mithilfe der Technologie möchte CPTA technische Lösungen kreieren, die aktueller Big-Data- und Cloud-Rechenleistungen mächtig sind und diese in Branchen und Bereichen wie Bankwesen, Telekommunikation, Energie, Transport, Internet und in Smarter-City-Technologie-Initiativen in China einsetzen.

Zusammenarbeit mit anderen Communities für offene Entwicklung

Die Open Power Foundation kündigt außerdem die Formation der „Open Power Advisory Group“ an – ein formaler Schritt, um mit anderen Organisationen für offene Entwicklung in Kontakt zu treten. Zu den Antrittsmitgliedern der Advisory Group zählen die Linux Foundation, das Open Compute Project und CPTA. Die Advisory Group wird dem Open-Power-Vorstand beratend zur Seite stehen und als Forum für Unterstützung und Zusammenarbeit zwischen Communities der offenen Entwickkung von Infrastruktur und Software dienen.

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