Europäischer Rechenzentrumsbauer und -betreiber insolvent

Onsite/ICTroom ist pleite

| Redakteur: Ulrike Ostler

ICTroom wartet mit einigen Innovationen auf, etwa das Datacenter als Service und das Integrated Modular Design (IMD), das wird aus drei unabhängigen Bereichen gebildet wird, die als integrale Einheit operieren. Das ermöglicht etwa einen schnellen und sklalierbaren Bau sowie Doppelverfügbarkeit.
ICTroom wartet mit einigen Innovationen auf, etwa das Datacenter als Service und das Integrated Modular Design (IMD), das wird aus drei unabhängigen Bereichen gebildet wird, die als integrale Einheit operieren. Das ermöglicht etwa einen schnellen und sklalierbaren Bau sowie Doppelverfügbarkeit. (Bild: ICTroom)

Das ist ja nun einmal etwas ganz Neues: Ein Unternehmen der boomenden Datacenter-Industrie ist bankrott. Das europäische Unternehmen für Rechenzentrumsbau und -management mit Sitz in den Niederlanden ICTroom hat Insolvenz angemeldet.

ICTroom wurde von mehreren Unternehmen betrieben, darunter Onsite Projects B.V., NL Onsite B.V. und Nordics Onsite B.V. Alle diese drei in den Niederlanden registrierten Unternehmen wurden bereits am 14. November für bankrott erklärt (siehe auch: News24: „NL Onsite previously known as ICTroom declared bankrupt“)

ICTroom wurde 2001 von Honoré du Puy und Sander Nieuwmeijer in den Niederlanden gegründet und hat sich zu einem europäischen Anbieter von Rechenzentrumsbau- und Service-Management-Angeboten mit Büros in Amsterdam, Brüssel, Paris und München entwickelt. Bis heute hat das Unternehmen mehr als 250 Rechenzentren in ganz Europa gebaut. Zwischenzeitlich, im Jahr 2007, war einmal ein Börsengang (IPO) an der Amsterdamer Euronext geplant, doch die Gründer stoppten das Unterfangen.

Die jüngste Expansion des Unternehmens in Europa beinhaltete die Eröffnung des Pariser Büros im November 2018, das insbesondere den Anforderungen an die Bereitstellung von IoT- und Edge-Rechenzentren in dieser Region gerecht werden soll. Im Sommer 2018 hatte sich ICTroom mit der Eröffnung seines Büros in München nach Deutschland ausgedehnt.

Ausbaupläne

Außerdem wurde Anfang des Jahres das zentrale Führungs- und das Management-Team verstärkt: Im April 2019 ist beispielsweise Jeroen Bet als COO in das Unternehmen eingetreten. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in internationalen Projekten und hatte verschiedene Führungspositionen in der IT-, Telekommunikations- und Rechenzentrumsbranche inne.

Auch Dirk Peeters kann mit umfangreicher internationaler Erfahrung aufwarten, beispielsweise im Projekt- und Qualitäts-Management für Hyperscale-Rechenzentren. Er wurde bereits Anfang des Jahres als Senior Project Manager eingestellt. Zuvor arbeitete er bei Global Switch und war Teil des Management-Teams der Fluor Corporation, die am Bau eines Hyperscale-Rechenzentrums in Eemshaven, Niederlande, beteiligt war.

Zu den jüngsten Rechenzentrumsbauwerken gehörte eine Großanlage in Reykjavik, Island, für RKF - eine Koalition aus vier isländischen IT-Finanz- und Immobilienunternehmen. Die erste Phase dieses Rechenzentrums in Reykjavik wurde im vergangenen Sommer abgeschlossen. Unklar ist, was mit Ausbau passiert, da ICTroom geplant hatte, diese nächsten Phasen von 1- bis 2 Megawatt in sechs bis sieben Monaten abzuschließen.

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Die deutsche Niederlassung ICTroom GmbH wurde bereits im Jahr 2015 mit Sitz in München gegründet,...  lesen
posted am 27.11.2019 um 12:46 von HSchrader


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