Von Hardware bis Software: „As-a-Service“ und „Pay-per-use“ On-Premises, aber flexibel wie die Cloud

Autor / Redakteur: Frank Weber* / Dr. Jürgen Ehneß

Unternehmen wünschen sich die Flexibilität und Agilität von Cloud-Services auch für ihre eigene IT-Infrastruktur. Mit entsprechenden Lösungen ist das möglich – und noch viel mehr ...

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Daten können On-Prem oder in der Cloud gespeichert werden – oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?
Daten können On-Prem oder in der Cloud gespeichert werden – oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?
(Bild: ©vladimircaribb - stock.adobe.com)

Der Erfolg der Public-Cloud-Anbieter in den vergangenen Jahren hängt zum großen Teil mit der Flexibilität und Agilität der angebotenen Services zusammen. In der „As-a-Service“-Ökonomie mit „Pay-per-use“-Services können sich Organisationen auf Knopfdruck ihre Infrastruktur zusammenstellen und Ressourcen dazu buchen oder wieder freigeben.

Allerdings gibt es diese Vorteile nicht umsonst, denn die Kosten sind oft intransparent, und zudem verbieten sich viele Serverstandorte im nicht-europäischen Ausland aus datenschutzrechtlichen Gründen. Ist die Public Cloud für Unternehmen jetzt also eine gute oder eine schlechte Sache?

Weder noch: Technik ist zuerst einmal neutral, entscheidend ist der Einsatzzweck. Der Mix macht’s: Bei statischen Workloads und sensiblen Daten, etwa zu Personen oder intellektuellem Eigentum, haben On-Premises-Lösungen unbestrittene Vorteile, dafür kann die Cloud bei dynamischen Angeboten punkten.

Und auch organisatorisch nivellieren sich die Unterschiede: Neue Abrechnungsmodelle bringen die Flexibilität der Cloud in die firmeneigenen Rechenzentren und machen On-Premises in einer Gesamtkostenrechnung (TCO) deutlich günstiger.

Individuelle Abrechnungsmodelle

In einem klassischen Einkaufsmodell wird ein System angeschafft und finanziert. In der Buchhaltung wird dann der Anschaffungspreis über eine definierte Nutzungsdauer abgeschrieben – bezahlt wird also der Besitz, nicht die Nutzung.

Der Vorteil für das Controlling ist die Berechenbarkeit der Abschreibung. Problematisch wird es aber, wenn unplanmäßig Erweiterungen oder Aktualisierungen notwendig werden, die nicht im Budget sind. Anbieter von Hardware, Software, Services und integrierten Lösungen haben daher in den vergangenen Jahren gemeinsam mit ihren Kunden individuelle Abrechnungsmodelle entwickelt, welche die Flexibilität, Agilität und den Bedienkomfort von Cloud-Angeboten auf die eigene IT-Infrastruktur übertragen.

Kunden erhalten dadurch die Vorteile der Cloud, müssen aber sensible Daten nicht mehr aus der eigenen Kontrolle entlassen. Hitachi etwa bietet vor diesem Hintergrund bereits seit mehr als zehn Jahren verbrauchsorientierte „Pay-per-use“-Modelle an. Die benötigte Kapazität wird gemeinsam mit dem Kunden festgelegt, zudem werden die Systeme mit einem Puffer ausgestattet, mit dem sich kurzfristige Lastspitzen ohne Mehrkosten abfedern lassen. Sollte dieser Puffer permanent in Anspruch genommen werden, bieten alle Systeme ausreichend Ausbaupotential, um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein.

Geteiltes ökonomisches Risiko

Basis dafür ist mit „Everflex“ ein Baukastenprinzip, welches das gesamte Portfolio von Hitachi Vantara an Hardware, Software und integrierten Lösungen umfasst und sich auf praktisch alle Branchen und Unternehmensgröße anpassen lässt. Was für die Everflex-Kunden mehr Flexibilität und Leistung für ihr Budget bedeutet, hat für Hitachi einen wichtigen zusätzlichen Aspekt: Der IT-Anbieter beteiligt sich am wirtschaftlichen Risiko seiner Kunden.

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Everflex - Daten im Fokus

Anbieter von IT-Infrastruktur können sich heute nicht mehr allein über die Qualität und Performance ihrer Hardware und Software differenzieren. Was Hitachi gegenüber anderen Anbietern vor allem auszeichnet, ist nach eigenen Angaben das Verständnis von Daten.

Unternehmen häufen heute Unmengen von Daten auf, mit denen sie oftmals aktuell nicht wirklich etwas anzufangen wissen. Aktuelle Gesetze und Vorschriften, speziell im Finanz- und Gesundheitswesen, zwingen sie aber dazu, auf praktisch jedes Bit in ihrem Besitz die Hand zu halten. Hitachi hilft beispielsweise Banken dabei, die Einhaltung von Vorschriften wie „KYC“ (Know Your Customer“) oder das in der EU-DSGVO festgeschriebene „Recht auf Vergessen“ zu gewährleisten, indem es Datensilos aufbricht, Metadaten hinzufügt und Daten in einem offenen System verfügbar macht, das von beinahe jedem Tool abgefragt werden kann.

Wenn solche Datenservices über ein Everflex-Modell bereitgestellt werden, ist der Business Case nicht mehr, Kosten zu sparen oder die IT-Ausgaben herunterzufahren. Vielmehr geht es darum, Vorschriften einzuhalten und Strafzahlungen zu vermeiden. In jedem Fall, in dem ein Kunde eine Vorschrift verletzt, kann eine empfindliche Strafe fällig werden. Große Finanzdienstleister haben dafür bereits erhebliche Rückstellungen in ihren Büchern.

Ein Daten-Management, das solche Strafen zuverlässig verhindert, verschafft Banken deutlich mehr finanziellen Spielraum und spart unter dem Strich deutlich mehr ein als es kostet. Risk-Sharing und verbrauchsorientierte Abrechnungsmodelle helfen dabei, die digitale Transformation eines Unternehmens in den Mittelpunkt zu rücken, ohne sich mit den technischen Details der IT-Infrastruktur näher befassen zu müssen.

Vor diesem Hintergrund betrachten sich Hitachi Vantara nicht mehr als reiner Lieferant, sondern als Partner seiner Kunden. Mit Everflex stellt man die benötigte Systemlandschaft bereit und schafft darüber hinaus die Grundlage für Innovationen und Umsetzung der Digitalen Transformation. Für IT-Anbieter wie Hitachi Vantara ist das eine Wette auf die Zukunft – aber eine mit wohl kalkuliertem Risiko.

Speziell die Covid-Pandemie hat deutlich gemacht, dass dieses wirtschaftliche Risiko durchaus substanziell ist. Zahlreiche CIOs sahen sich mit der Situation konfrontiert, dass ihre Geschäftsmodelle quasi von einem Tag auf den anderen eingebrochen sind, während die Kosten weiterliefen. Mitarbeiter in Kurzarbeit benötigen wenig zentrale IT-Ressourcen, und auch die Backend- und Transaktionssysteme hatten auf einmal reichlich Leerlauf.

Auf der anderen Seite wurden meist zusätzliche Mittel benötigt, um Mitarbeiter im Homeoffice auszustatten und anzubinden. Mit einem verbrauchsorientierten Abrechnungsmodell wären die Kosten im Rechenzentrum linear mit der abnehmenden Nutzung gesunken.

Die Teilhabe am unternehmerischen Risiko des Kunden wirft aber für die Zukunft auch ganz neue Fragen auf: Wie zeitgemäß ist es noch, den Erfolg an technischen KPIs wie einem fixen Preis pro Terabyte Storage oder CPU-Core zu messen, wenn doch unter dem Strich eher wirtschaftliche Faktoren für den Erfolg relevant sind? Wären da nicht Aspekte wie Umsatz, Ertrag oder die Entwicklung des Börsenkurses die besseren Indikatoren?

Frank Weber, Geschäftsführer Hitachi Vantara GmbH.
Frank Weber, Geschäftsführer Hitachi Vantara GmbH.
(Bild: Hitachi Vantara)

*Der Autor: Frank Weber ist seit September 2018 Geschäftsführer der Hitachi Vantara GmbH, mit Hauptsitz in Dreieich bei Frankfurt. Er verantwortet ressortübergreifend die Belange der deutschen Gesellschaft. Nach nationalen- und internationalen Führungspositionen innerhalb der IT Industrie war Frank Weber zuletzt von 2011 bis 2018 als Mitglied der Geschäftsleitung bei der SAS Institute GmbH für den Commercial Sales innerhalb der DACH Region verantwortlich. Frank Weber lebt mit seiner Frau und einer Tochter in Stuttgart und ist in seiner Freizeit begeisterter Mountainbiker.

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