Suchen

Zahlen, Fakten und Tipps zu den fünf größten Bandbreitenfressern im Netzwerk Olympia und 4 weitere Katastrophen für das Firmennetz

| Redakteur: Ulrike Ostler

Blue Coat Systems, Spezialist in Sachen Web-Sicherheit und WAN-Optimierung, liefert Daten und Fakten rund um die fünf Anwendungen und Websites, die am Arbeitsplatz die meiste Bandbreite fressen. Doch nicht nur das. Es gibt auch drei Tipps, wie Unternehmen damit umgehen können.

Firma zum Thema

Die Belastung der Firmennetze durch Olympia ist hoch, aber temporär. Dagegen schluckt Youtube ständig, jeden Monat sehen sich die Besucher von YouTube in der Summe mehr als 3 Milliarden Stunden an Videos an, und ständig mehr.
Die Belastung der Firmennetze durch Olympia ist hoch, aber temporär. Dagegen schluckt Youtube ständig, jeden Monat sehen sich die Besucher von YouTube in der Summe mehr als 3 Milliarden Stunden an Videos an, und ständig mehr.
(Bild: Blue Coat Systems)

Für Unternehmen ist es heute schwieriger denn je, in ihrem Netzwerk privaten Internet-Verkehr von dem Datenverkehr geschäftsrelevanter Applikationen zu unterscheiden. Hier sind die fünf Anwendungen und Websites, die am Arbeitsplatz die meiste Bandbreite fressen:

1. YouTube

Jeden Monat sehen sich die Besucher von YouTube in der Summe mehr als 3 Milliarden Stunden an Videos an. Und jede Minute laden die Nutzer des Portals 72 Stunden an neuen Videos zu YouTube hoch.

Dabei handelt es sich nicht etwa um ein rein amerikanisches, sondern um ein weltweites Phänomen. Denn 70 Prozent des Verkehrs zu YouTube stammen von außerhalb der USA.

Bereits über 10 Prozent der weltweiten Videoabrufe gehen mittlerweile von 350 Millionen mobilen Endgeräten aus, was den Bedarf an Bandbreite weiter in die Höhe treibt. Und auch der Umstieg auf HD trägt dazu bei, dass das Bandbreitenproblem größer wird: Denn die neuen Video-Formate in hoher Qualität benötigen bis zu 1,5 Megabit pro Sekunde an Bandbreite pro Video – was 75 Prozent einer klassischen 2-Megabit-Leitung entspricht, mit der viele Unternehmen mit dem Internet verbunden sind.

2. Apple

Apple hat in den letzten vier Jahren 316 Millionen Geräte mit dem Betriebssystem iOS verkauft. Das ist doppelt so viel wie die Anzahl an Macs, die das Unternehmen in seiner gesamten Geschichte verkauft hat.

Das Umfeld von iOS mit Updates des Betriebssystems, Downloads (Filme, Podcasts, TV), Uploads (Bilder, Videos), iCloud und dem App-Store hat sich in den letzten zwei Jahren zu der am schnellsten wachsenden Kategorie von Netzwerkverkehr entwickelt.

Man bedenke: Das Update auf iOS 5 war rund 800 Megabyte groß, ein HD-Film belegt im Schnitt 3 Gigabyte und jeder iCloud-Account erhält 5 Gigabyte freien Speicherplatz in der Cloud. Da immer mehr Mitarbeiter ihre privaten Endgeräte auch an ihrem Arbeitsplatz nutzen, sind diese Daten und Inhalte auch in Ihrem Netzwerk!

3. Soziale Netze

In sozialen Netzwerken wirkt die Kombination aus vielen Uploads (Dateien von Benutzern zur Website) und Downloads (Inhalte anderer Benutzer ansehen) doppelt auf den Verbrauch von Bandbreite: Jede Sekunde werden beispielsweise über 3.000 Bilder zu Facebook hochgeladen, was mehr als 5 Gigabit pro Sekunde an Bandbreite verbraucht. Video-Uploads sind hierbei nicht eingerechnet!

Das Betrachten von Bildern und Videos aus Anwendungen wie Socialcam hat dabei dieselben Auswirkungen auf das Netzwerk wie YouTube. Blue Coat rechnet damit, dass der Bandbreitenbedarf von sozialen Netzwerken in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird.

4. Video-Streams der Fernsehsender

Fernsehsender stellen immer mehr Sendungen live und auf Abruf über das Web zur Verfügung. Die ZDF-Mediathek kommt beispielsweise laut einem Interview mit dem ZDF-Chefredakteur aus dem Mai 2012 auf rund 40 Millionen Views pro Monat.

Die Client-Software der BBC bedient mittlerweile im Durchschnitt schon 160 Millionen Anforderungen pro Monat. Und Hulu, ein US-Portal für Inhalte aus verschiedenen Fernsehnetzen, kam für das im April 2012 abgeschlossene Geschäftsjahr sogar auf 457 Millionen Views.

5. Olympische Spiele 2012 in London

Ab dem 27. Juli dieses Jahres werden zahlreiche Athleten aus über 200 Ländern der Erde um mehr als 300 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen aus 36 Sportarten kämpfen. Zu diesem sportlichen Ereignis werden die Veranstalter rund 5.000 Stunden an Videomaterial produzieren, das dann weltweit sowohl live als auch on-demand über das Internet gesendet wird.

Olympia im Firmennetz: Ein einzelner Video-Zuschauer kann bis zu 30 Prozent einer Standard-T1-Verbindung (1.5 Mbps) oder bis zu 25 Prozent einer E1-Verbindung (2.048 Mbps) belegen. Schon mit drei Video-Zuschauern kann eine Verbindung ausgelastet sein.
Olympia im Firmennetz: Ein einzelner Video-Zuschauer kann bis zu 30 Prozent einer Standard-T1-Verbindung (1.5 Mbps) oder bis zu 25 Prozent einer E1-Verbindung (2.048 Mbps) belegen. Schon mit drei Video-Zuschauern kann eine Verbindung ausgelastet sein.
(Bild: Blue Coat Systems)

Ein Video-Stream benötigt heute im Durchschnitt rund 500 Kilobit pro Sekunde an Bandbreite, in HD-Qualität bis zu 1,5 Megabit pro Sekunde. Bei den olympischen Spielen 2008 in Peking betrug der Standard-Video-Stream noch 200 Kilobit pro Sekunde. Die Olympischen Sommerspiele 2012 werden daher auch neue Weltrekorde beim Verbrauch von Bandbreite im WAN und Internet setzen – und viele Unternehmensnetze und Anwendungen werden darunter leiden.

Blue Coat geht davon aus, dass in nicht aktiv administrierten Unternehmensnetzwerken die private Nutzung dieser Anwendungen und Websites zwischen 30 und 60 Prozent der gesamten verfügbaren Bandbreite verbraucht. Dies wiederum kann dazu führen, dass geschäftskritische Unternehmensanwendungen in die Knie gehen, dadurch die Anzahl der Helpdesk-Anfragen steigt und die Produktivität der Mitarbeiter sinkt.

3 Gegenmaßnahmen

In nur drei Schritten können Unternehmen jedoch die Auswirkungen dieses Verkehrs auf ihr Netzwerk nachhaltig entschärfen:

1. Einsicht gewinnen:

Stellen Sie sicher, dass Sie die Anwendungen und Web-Inhalte in Ihrem Netzwerk in Echtzeit sehen, um diese korrekt zu identifizieren und deren Bandbreitennutzung messen zu können.

2. Kontrolle wieder erlangen:

Erstellen Sie einfache QoS-Regeln (QoS = Quality of Service), die diese großen Bandbreitenfresser auf maximal 10 Prozent der gesamten Netzwerkkapazität beschränken. Mehr Bandbreite kann dann zur Verfügung stehen, wenn Unternehmens-anwendungen mit höherer Priorität diese nicht benötigen.

3. Verkehr optimieren:

Das Zwischenspeichern von On-Demand-Videos sowie das Stream-Splitting von Live-Video kann den Verbrauch an Bandbreite deutlich senken, wenn mehrere Mitarbeiter denselben Film oder dieselbe Übertragung ansehen.

(ID:34834810)