Olympische Sommerspiele 2012: London plant die IT-Infrastruktur auf den Punkt, Teil 1

Olympia-IT = massenhaft Leute, IT und Incidents, null Fehler

26.01.2011 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Ulrike Ostler

2012 findet die Sommer-Olympiade in London statt. Ein Sechsjähriger feiert schon einmal seinen Geburtstag mit dem Maskottchen der Spiele; Bild: Website „London 2012“
2012 findet die Sommer-Olympiade in London statt. Ein Sechsjähriger feiert schon einmal seinen Geburtstag mit dem Maskottchen der Spiele; Bild: Website „London 2012“

Mit Blick auf die Informationstechnologie hat der Countdown für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London bereits begonnen. Dabei lautet das Gebot der Stunde für den Integrationsspezialisten Atos Origin, aus den Erfahrungen früherer Veranstaltungen zu lernen und eine absolut wasserdichte IT-Infrastruktur bereit zu stellen.

Wer sich in Londons Eastend in den Docklands heute umschaut, erkennt diese kaum wieder. Wo vor wenigen Jahrzehnten noch industrielle Brachlandschaften dominierten, beherrscht heute die einträgliche Symbiose zwischen modernen Geschäfts- und Wohngebäuden das äußere Erscheinungsbild.

Der kleine Flughafen London City West dürfte im kommenden Sommer wohl kaum für den großen Ansturm der Massen ausreichen. Somit werden Besucher und Teilnehmer um die komplizierte Anreise vom anderen Teil der Stadt, etwa über den Flughafen Heathrow, nicht herumkommen.

Unweit des relativ unscheinbar in die Docklands eingebetteten Flughafens befindet sich auch das Technologiezentrum für die kommenden Sommerspiele 2012. Technisch betrachtet handelt es sich um einen Hochsicherheitstrakt, ähnlich wie er bei militärischen Einrichtungen vorherrscht. Zahlreiche Zugangskontrollen in das Areal und in das Bürogebäude verzögern die Anreise.

Die Zahl der IT-Komponenten liegt bei 18.900

von links nach rechts: Patrick Adiba, Chef von Atos Origin, and Sebastian Coe, der Organisations-Cchef von London 2012, in der „Tenniszelle“ des Technology Labs für die Olympiade. Die Tenniszelle ist eine Marketing-Idee und soll die Agilität von Atos und des Labors verdeutlichen.
von links nach rechts: Patrick Adiba, Chef von Atos Origin, and Sebastian Coe, der Organisations-Cchef von London 2012, in der „Tenniszelle“ des Technology Labs für die Olympiade. Die Tenniszelle ist eine Marketing-Idee und soll die Agilität von Atos und des Labors verdeutlichen.

Mit Blick auf die IT-Infrastruktur handelt es sich um ein komplett redundantes Datennetzwerk mit 900 Servern, 1.000 Netzwerk- und Sicherheitskomponenten sowie 9.500 PC’s. Penibel listen die Spezialisten insgesamt 18.900 Geräte auf. Bei den Druckern setzen die Organisatoren ganz auf das Label „Green IT“. So soll es zwar kein vollständig papierloses Büro geben. Jedoch sollen alle Anmeldeverfahren so gut es geht in digitaler Form erfolgen.

Über ein ausgefeiltes Identity Management System warten rund 200.000 Abfragen bis zur endgültigen Freigabe. Hier dominieren höchste Sicherheitsstandards. Die Identitätsprüfungen sind auf derart hohe Sicherheitsstandards ausgelegt, so dass Passwörter oder sonstige Zugangsberechtigungen nicht manipulierbar sind.

Der jeweilige Standort der gespiegelten Rechenzentren ist ein ebenso gut gehütetes Staatsgeheimnis wie die Sicherung der englischen Kronjuwelen. Denn während sich die technische Infrastruktur durch professionelle Management-Prozeduren und anhand von Best Practices weitgehend absichern lässt, blieben die physikalischen Einrichtungen jederzeit angreifbar.

Sofort auf alle Events reagieren ist Pflicht, keine Kür

Das oberste Gebot lautet deshalb, auf jeden Vorfall in Echtzeit zu reagieren. Dabei kann der leitende Integrationsspezialist Atos Origin auf seinen langjährigen Erfahrungen aufbauen. Die bisherige Historie lief ohne große technische Makel ab. Seit Salt Lake City 2002 stellt das Unternehmen den weltweiten IT-Partner der Olympischen Spiele dar – und hat bei insgesamt fünf Großveranstaltungen im letzten Jahrzehnt wesentlich zu dessen reibungslosen Abläufen beigetragen.

Die besonderen Herausforderungen liegen einerseits im alltäglichen Umgang mit Sicherheitsroutinen. Denn mit Bedrohungen der IT-Sicherheit ist erfahrungsgemäß zu rechnen. So gab es in Peking bei den Sommerspielen rund 12 Millionen Security Incidents. Bei den letzten Winterspielen in Vancouver waren es immerhin neun Millionen.

Intelligente Filtersysteme ermöglichen es, die meisten Meldungen als unkritisch zu klassifizieren. Übrig bleibt in der Regel eine dreistellige Zahl von Meldungen, die die Spezialisten eingehend zu überprüfen haben.

Aber auch diese Zahl dürfte in 2012 weiter wachsen, da London ein attraktives Ziel für Operateure aus dem Dunkel darstellt. Ansonsten haben die Organisatoren jeden erdenklichen Fall von Erdbeben über Terroranschlag bis hin zu einem ausgeklügelten Angriff auf die IT-Systeme voraus gedacht.

Weiter geht es mit Teil 2, der am kommenden Freitag, den 28. Januar 2011 erscheint: „Olympia erfordert Präzisions-IT - eine Herkulesaufgabe für Integrator Atos Origin

Der Autor:

Lothar Lochmaier ist ein freier Autor aus Berlin.

 

Über Atos Origin:

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2049338 / Services)