.Next-Konferenz Europe- Simplify Datacenters!

Nutanix - Mit einem Klick auf Benioffs Spuren

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Nutanix betreibt einen eigenen Blog
Nutanix betreibt einen eigenen Blog (Bild: http://www.nutanix.com/2016/11/09/nutanix-enterprise-cloud-platform-just-got-better/)

Erinnert sich noch jemand, als der ehemalige Sun-Chef Scott McNealy mit einem handgemalten Schild die Bühne einer seiner Konferenzen betrat, auf dem das Wort „Simplify!“ stand? Damals wollte er mit Java alles einfacher machen, was eher nicht so gelungen ist, aber ....

Scott McNealy hat jede Menge Nachfolger auf den Plan gerufen, die nur zu gerne eben diesen Slogan – nun ja – im Schilde führen. Einer davon ist Dheeraj Pandey, CEO und Gründer von Nutanix. Auf der Konferenz .NEXT Europe in Wien verkündete er seine Vision von der maximalen Einfachheit und das neue Kredo seiner Firma: So einfach wie Amazon! Ab dem kommenden Jahr könne die Nutanix-Software nach dem One-Click-Prinzip von Amazon bedient werden.

Überhaupt werde alles einfacher, so Sachin Chheda, Solutions Marketing Manager von Nutanix, im Gespräch mit datacenter-insider.de. Form, Funktion und Design soll künftig eine übergeordnete Rolle spielen, die darunter liegende Technik soll den Anwender möglichst nicht belasten. In erster Linie müssten aber Datensilos abgebaut werden, ein Ziel, dass man durch die Transformation vom Anbieter von Hyperkonvergenz zu einem Experten für Enterprise-Clouds erfolgreich verfolge, so Pandey ebenfalls im Gespräch mit datacenter-insider.de.

Ein weiteres Ziel ist es, die Rechenzentrumsinfrastruktur durch die Integration von Server- und Storage-Ressourcen in eine schlüsselfertige Appliance, „die in nur 30 bis 60 Minuten bereitgestellt ist und Anwendungen in jeder Größenordnung ausführt“, zu vereinfachen. So sehr zu vereinfachen, dass lediglich ein kurzer Dialog mit der Spracherkennungssoftware „Siri“ notwendig ist, um Daten in den USA nach Europa ´rüberzuklonen. So jedenfalls suggeriert es zumindest ein Werbefilm, der den überraschend vielen Anwendern und Besuchern der Konferenz in Wien als Einspieler zu den Keynote-Reden gezeigt wurde.

Offene APIs für die Nutanix-Appliance

Auch solle die Orchestrierung der unterschiedlichen Netzwerk-Services, die für die Applikationsbereitstellung benötigt werden, einfacher werden. Dies erfordere, so Chheda und Pandey übereinstimmend, dass Netzwerke unsichtbar gemacht werden, genau wie Rechen- und Storage-Ressourcen. Allerdings erst in einigen Monaten.

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Davor gibt es diverse andere, eher wenig spektakuläre Neuerungen. Das Kernprodukt „Nutanix Acropolis“ etwa bietet ab Januar offene APIs, die automatisierte Policy-Updates für Top-of-Rack- (TOR) Switches, Application Delivery Controllers (ADCs) und Firewalls basierend auf Ereignissen im Applikations-Lebenszyklus.

Sie sollen Nutanix-Administratoren einen automatisierten Workflow zur Applikationsimplementierung ermöglichen. Cloud-Networking-Anbieter Arista Networks, Brocade, sowie ADC- und Sicherheitsanbieter wie Citrix und F5 Networks wollen damit zudem die Netzwerk-Provisionierung automatisieren und Policies in Echtzeit basierend auf Änderungen im Applikations- und IT-Lebenszyklus anpassen, so Chief Product and Development Officer Sunil Potti in seiner Keynote.

Zudem könnten Admins nun virtualisierte Netzwerk- und Sicherheits-Services basierend auf App-zentrierten Policies in die Applikationsumgebung einfügen, sodass die richtigen Services für die jeweilige Applikation angewendet und in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden. Diese Services sollen laut Potti die nativen Visualisierungs- und Netzwerksicherheits-Funktionalitäten von Nutanix ergänzen und erweiterte Funktionalitäten zur Applikationsprüfung und Bedrohungsminimierung bieten.

Pandey hat seinen Benioff studiert

Aber nicht nur Simplify-Prophet McNealy hat Pandey inspiriert. Ganz offensichtlich hat er auch die Erfolgsgeschichte von Salesforce.com genau studiert – darauf angesprochen leugnet er dies auch keineswegs. Marc Benioff und Parker Harris haben vor zehn Jahren das SaaS-Start-up zur Multimilliarden-Company hochgejazzt, dass es nur so eine Freude war.

Und das mit einem einfachen, simplen Slogan: No Software! Warum sollte das nicht noch einmal klappen, fragte sich Pandey und startete vor acht Jahren seine Server-Firma Nutanix. Natürlich nicht als Server-Firma, sondern als sloganstarke Allzweckwaffe im Datacenter mit Simplizitätsanspruch. Statt „No Software“ heißt es bei Nutanix also „One Klick!“.

Applikationszentrierte Visualisierung des Netzwerks

Aber machen wir uns nichts vor: Trotz des an Salesforce.com erinnernde Marketinggetöse müssen Administratoren in der Realität immer noch Häkchen setzen. Um dabei den Überblick nicht zu verlieren, wird die Verwaltungskomponente „Nutanix Prism“ ab kommendem Jahr eine applikationszentrierte Visualisierung des Netzwerks offerieren.

Diese soll eine intuitive Ansicht bieten, wie einzelne virtuelle Maschinen (VMs) mit der physischen und virtualisierten Netzwerkinfrastruktur verbunden sind, sowie die Bereitstellung detaillierter Status- und Leistungsstatistiken der Netzwerkumgebung. Später soll eine „One-Klick“-Orchestrierungslösung folgen.

Eingebaute Mikrosegmentierung

Moderne Applikationsumgebungen bestehen aus Hunderten oder Tausenden von individuellen Anwendungen oder Services, und jede von ihnen stellt einen möglichen Angriffspunkt dar. Eine, die kompromittiert wurde, stellt eine ernste Bedrohung für alle anderen Workloads dar, die im Rechenzentrum des Unternehmens ausgeführt werden.

Mikrosegmentierungstechnologien sollen künftig die Kompromittierung von internen Applikation verhindern, indem sie den East-West-Traffics zwischen den Anwendungen kontrolliert: Eng integriert in den Cloud-Infrastruktur-Stack des Unternehmens, sollen die Nutanix Acropolis Microsegmentation Services (AMS) Kommunikationsflüsse zwischen individuellen Workloads überwachen und steuern. Applikationsspezifische Policies werden innerhalb von Nutanix Prism definiert, so dass IT-Teams eine konsolidierte Kontrollebene erhalten, um Kommunikationen zwischen VMs, Container-basierten Anwendungen und Microservices, die in einer gemeinsamen Umgebung ausgeführt werden, zu verwalten und abzusichern.

Analystenmeinung

Die Analysten wurden weniger von dem One Click-Getöse beeindruckt als vielmehr von der Tatsache, dass das Unternehmen sich zunehmend um Sicherheit bemüht: „Nutanix setzt seinen Innovationskurs fort, indem es erneut ein weiteres Rechenzentrumssilo innerhalb seines Enterprise-Cloud-Stack verschmilzt“, so Eric Sheppard, Research Director bei IDC. „Vor dem Hintergrund der Häufigkeit, mit der Sicherheitsvorfälle ans Licht kommen, ist der Schutz von Applikationen und Daten vor Bedrohungen zu einer Top-Priorität für Unternehmen geworden. Eine integrierte Lösung zur Verfügung zu haben, die alle Aspekte der Infrastruktur bereitstellt, inklusive Netzwerksicherheit und -orchestriertung, wird Kunden aller Größen sehr zugute kommen.“

* Dietmar Müller ist freier Journalist und lebt in Niederbayern.

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