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Weiterleben nach dem XP-Tod - Wo bleiben die Katastrophen? Nix mehr Support. Aber wie geht es mit Windows XP weiter?

| Autor / Redakteur: Gerhard Knecht / Ulrike Ostler

Seit 8. April 2014 gibt es offiziell keinen Support mehr von Microsoft für „Windows XP“: Die teils angekündigten Katastrophen-Szenarien sind ausgeblieben – auch weil es Alternativen gibt. Dennoch müssen Unternehmen und Organisationen sich mit dem Thema beschäftigen.

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Dr. Gerhard Knecht von Unisys hält für alle Fälle in seinem Notfallkoffer praxisnaher Ratschläge bereit, mit denen sich Anwender gegen noch unsichtbare Katastrophen in Folge des XP-Todes wappnen können.
Dr. Gerhard Knecht von Unisys hält für alle Fälle in seinem Notfallkoffer praxisnaher Ratschläge bereit, mit denen sich Anwender gegen noch unsichtbare Katastrophen in Folge des XP-Todes wappnen können.
(Bild: Hakan Tasdöndüren/ Fotolia.com)

Mit dem 8. April 2014 war es ein bisschen wie jedes Jahr mit Weihnachten: Lange vorher bekannt, dennoch kommt das Datum auf einmal bedrohlich näher und fieberhafte Vorbereitungen beginnen. Im Falle des angekündigten Ende des Support von Windows XP drohten hier sogar Geschenke der unangenehmsten in Form von Schadsoftware und anderen Cybercrime-Aktivitäten, ermöglicht dadurch, dass Microsoft sein fast 13 Jahre altes Betriebssystem nach und nach ausrangieren möchte und dafür nun keinen Support und damit auch keine Sicherheits-Updates bereitstellt.

Im Zuge der OpenSSL-Sicherheitslücke hatte das Unternehmen zwar nochmal einige Schwachstellen in dem betagten Betriebssystem ausgemerzt, dabei aber klargemacht, das dies eine Ausnahme sei und man am ausgegebenen Ziel festhalte: Kunden, die das Produkt noch im Einsatz haben, sollen dazu gebracht werden, auf aktuelle Windows-Versionen umzusteigen.

Eine vollständige Migration ist Unternehmen (noch) zu teuer und aufwändig. Auf lange Sicht werden sie zwar darum nicht herumkommen, können sich aber jetzt noch ein wenig Zeit kaufen – oder sie müssen nicht gleich die ganze Infrastruktur umziehen: Microsoft bietet einerseits die Möglichkeit, gesonderte Service-Verträge abzuschließen, etwa für verbliebene Systemkomponenten aus dem XP-Segment.

Galgenfristen für XP Embedded und Windows Server 2003

Zudem werden Produkte wie „Windows XP Embedded“ oder „Windows Server 2003“ ohnehin noch länger unterstützt, „Windows Server“ beispielsweise bis Juli 2015. Wer XP nicht weiter nutzen möchte, sollte bei der Migration beachten, dass er nicht vom Regen in die Traufe kommt, denn auch bei anderen Produkten greift die derzeitige Flurbereinigung von Microsoft in Form bereits feststehender Enddaten des Supports.

Und doch gibt es für manche Unternehmen derzeit keine Alternative zu Windows XP, etwa wenn sie Spezial-Software oder bestimmte Apps einsetzen, die nur in der XP-Umgebung laufen, beispielsweise Arzt- und Zahnarztpraxen oder Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe.

Je nach Vertragsgestaltung mit ihrem Software-Provider oder Internet-Dienstleister haben sie die Möglichkeit, Druck auf ihre Partner auszuüben, dass diese ihre Produkte auch für andere Microsoft-Produkte nutzbar machen. Oder die Dienstleister versuchen, gemeinsam mit dem Anbieter eine Lösung zu finden und unterstützen die betroffenen Unternehmen bei der Migration.

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