Linux-Distributor stellt systemunabhängige Ceph-Storage-Cluster ins Zentrum Neuheiten von der SuseCon 2015

Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Den Anspruch, in Europa der wichtigste und erfahrenste Linux-Distributor für das Business zu sein, hat Suse auf seiner Konferenz SuseCon in Amsterdam unterstrichen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen.

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(Bild: Suse)

Eine Betriebssystem-unabhängige, Ceph-basierende Speicherlösung ist „Suse Enterprise Storage 2“. Zum offiziellen Titel gehört entsprechend eigentlich auch noch der Zusatz „powered by Ceph“. Sie soll die Einrichtung von kosteneffizientem Storage auf handelsübliche Standard-Server und -Laufwerken ermöglichen. Die Lösung ist laut Suse „selbstverwaltend, selbstheilend, verteilt softwarebasiert“.

Auf allen Betriebssystem-Umgebungen

Die Software unterstützt iSCSI in Multipath-Konfigurationen ermöglicht somit Block-Storage „auf sämtlichen Betriebssystemen und Umgebungen einschließlich Linux, Unix und Windows“, so Suse. Die Version 2 bietet außerdem „Data-at-Rest“-Verschlüsselung zur Erhöhung der Sicherheit von Hardware.

Eine wichtige Rolle als Entwicklungspartner in Sachen Suse Enterprise Storage 2 hat der Server-Hersteller Thomas-Krenn AG gespielt. Entsprechend präsentierte dieser Hersteller auf der SuseCon drei Appliances, die zeigen, um welche Dimensionen es bei diesen Storage-Clustern geht:

Drei Appliances von der Thomas Krenn AG

Das Einstiegsangebot „Allrounder“ für knapp 57.000 Euro netto bietet eine Gesamtkapazität von 3,2 Terabyte aus SSDs und 64 TB auf Harddisks. Die Variante "Performance-Optimized" ist ein Flash-only-System mit 19,2 TB Kapazität. Die Version "Capacity-Optimized" besitzt eine Kapazität von 4 TB Flash- und 304 TB HDD-Speicher. Für die beiden größeren Lösugen sind keine Preise genannt.

Alle drei Systeme bestehen aus vier Ceph-Knoten, von denen drei als gleichberechtige Monitoring-Nodes dienen. iSCSI-Gateways zum öffentlichen Netz erlauben den Einsatz auch für Windows- oder VMware-Hosts. Ein internes 10-Gb-Clusternetzwerk verbindet die Knoten untereinander, doppelt vorhandene Switches sorgen für Redundanz. Als SSDs kommen ausschließlich Enterprise-Class-Module des Typs Intel DC S3710 zum Einsatz.

Die Boards der Nodes sind mit jeweils zwei 8-Core-Xeon-CPUs bestückt. Damit die volle Anzahl von Einschüben für das Cluster zur Verfügung steht, sind bei jedem Knoten das Betriebssystem, SUSE Linux Enterprise Server 12, in einem SATA DOM (Disk on Module) auf dem Server-Board untergebracht.

Partner wollen weitere Lösugen einbringen

Während Suse für die Thomas-Krenn-Appliances den Mittelstand als Zielmarkt nennt, arbeitet der Distributor für Großunternehmen an einer anderen Lösung. Die nämlich nennt Suse im Kontext der Erklärung, mit verschiedenen Partnern an einer Version von Suse Enterprise Storage für Geräte zu arbeiten, die 64-Bit-ARM-Technik nutzen. Mit ersten Lösungen sei nach Aussagen dieser Partner für das erste Quartal 2016 zu rechnen.

Parallel zum neuen Angebot weitet Suse das Fortbildungsangebot aus. Es gibt neue Kurse für Suse OpenStack Cloud und für Suse Enterprise Storage, die abschließend Fähigkeiten zur Administration entsprechender Umgebungen zertifizieren. Die schon klassischen Kurse zum Certified Linux Administrator (CLA) beziehungsweise Professional (CLP) lassen sich künftig mit einer Online-Prüfung abschließen, was Reisekosten erspart. Eine Vereinbarung mit der Linux-Foundation ermöglicht die gegenseitige Anerkennung der Schulungszertifikate.

Der Cloud Foundry Foundation beigetreten

Suse ist der Cloud Foundry Foundation (CFF) beigetreten, „um Open Source und Open Standards bei der Anwendungsentwicklung weiter voranzubringen“, so der Distributor. CFF ist eine Non-Profit-Organisation zur Entwicklung und Förderung von Cloud Foundry als weltweiter Industriestandard für offenes Platform-as-a-Service. Geleitet wird sie von Sam Ramji, der sich seinerzeit als Topmanager bei Microsoft für eine Öffnung des Unternehmens stark gemacht hat.

OpenStack ist das Fundament

In der CFF will sich Suse vor allem im Projekte „BOSH OpenStack Cloud Provider Interface“ (CPI) engagieren. Hier geht es vor allem darum, die Kommunikation zwischen der Cloud Foundry und der darunter liegenden OpenStack-Infrastruktur – in der Public wie in der Private Cloud – zu verbessern. Suse will dabei mit der SAP AG enger zusammenarbeiten, schließlich leitet diese das CPI-Projekt. Die Walldorfer sind als „Platinum Member“ einer der wichtigsten Förderer der CFF.

Einen Prestigeerfolg in Sachen Cloud konnte Suse auf der Amsterdamer Konferenz auch noch verkünden: Datalounges, ein Anbieter von Cloud-Services für Unternehmen, setzt Suse OpenStack Cloud für die Verwaltung von Cloud-Diensten ein.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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