Thin Clients und Virtualisierung senken den Stromverbrauch in Rechenzentren Neue IT-Konzepte zur Senkung des Energieverbrauchs

Redakteur: Florian Karlstetter

Während der Systems dikutierten IT-Experten über die steigenden Energiepreise und Möglichkeiten, den Stromverbrauch in IT-Umgebungen und Rechenzentren zu senken. Neben neuen baulichen Konzepten eignen sich hierfür Thin Clients und virtualisierte IT-Infrastrukturen.

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Einer aktuellen Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) zufolge können Unternehmen durch den Einsatz von Thin Client-Lösungen im Vergleich zu herkömmlichen PC-Ausstattungen rund die Hälfte an Energiekosten einsparen. Darin enthalten sei auch ein leistungsstarker Netzrechner, der die Clients speist.

Die Studie untersuchte exemplarisch einen gesamten Produktlebenszyklus – von der Produktion über Transport und Betrieb bis hin zur Entsorgung, und zwar von leistungsmäßig vergleichbaren Thin Clients und PCs. Hierbei wurde ermittelt, dass ein Thin Client inklusive Serveranteil und Kühlung durchschnittlich 40 Watt verbraucht, ein PC hingegen an die 85 Watt. Bei einem durchschnittlichen Preis von 15 Cent pro Kilowattstunde verursacht ein Thin Client demnach circa 10 Euro pro Jahr, ein PC dagegen über 20 Euro.

Expertenmeinungen von HP, Igel Technology und Citrix Systems

„Nach aktuellen Prognosen werden steigende Energiepreise und zunehmende IT-Nutzung dafür sorgen, dass in rund fünf Jahren die Energiekosten zum zweitgrößten Kostenblock vieler Rechenzentren werden“, erklärt Christian Rathke von HP Deutschland. Demnach lohne sich ein verstärkter Blick weg von den reinen Anschaffungskosten hin zu den laufenden Betriebskosten. Nach Angaben der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) ist der Stromverbrauch in den USA für Rechenzentren in den vergangenen Jahren stark gestiegen – von knapp 30 Terawattstunden im Jahr 2000 auf über 60 Terawattstunden im Jahr 2006. Für Deutschland ist nach einer aktuellen Untersuchung des Borderstep Instituts mit ähnlichen Steigerungen auf insgesamt fast 9 Terawattstunden zu rechnen.

Frank Lampe, Marketing-Manager bei Igel Technology bezieht ebenfalls Stellung zum Thema: „Mit Thin Clients als PC-Ersatz am Desktop spart das Unternehmen Strom und Kosten, reduziert den CO2-Ausstoß und entlastet die Umwelt durch deutlich weniger Transporte und Elektroschrott.“ Beim Thin-Client-Konzept haben die einzelnen Arbeitsplätze – die Clients – innerhalb eines Netzwerks im Wesentlichen nur noch die Funktion der Ein- und Ausgabe von Daten. Über die Netzwerkverbindungen werden lediglich Tastaturbefehle und Bildschirminformationen ausgetauscht. Dies erhöhe einerseits die Datensicherheit erheblich, andererseits reduziere sich gleichzeitig das Datenvolumen innerhalb des Netzwerks, da die eigentliche Rechnerlast in der Regel komplett auf die Server übertragen wird. In diesem Zusammenhang ist das Thin-Client-Konzept ein wesentlicher Bestandteil des so genannten Server Based Computing- und Virtualisierungs-Marktes.

Mit Hilfe von Virtualisierung schliesslich können IT-Ressourcen noch effizienter genutzt werden. Mit Hilfe entsprechender Techniken können verschiedene Betriebssysteme wie Windows oder Linux auf der gleichen Hardware laufen, die Notwendigkeit mehrerer paraleller Server entfällt, da aus einem realen Server virtuell mehrere Server werden. „IT-Ressourcen können dank Virtualisierung gemeinsam und energieschonender genutzt werden, die Betriebskosten sinken“, führt Daniel Liebisch von Citrix Systems aus.

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