Entkopplung der Co-Prozessoren

Neue Inspur-Akzeleratoren-Box für KI-Anwendungen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Inspur stellte auf der ISC2017 eine Beschleuniger-Box vor, die Standard-Hardware schneller und doch flexibler werden lässt, um Anwendungen Künstlicher Intelligenz auszuführen.
Inspur stellte auf der ISC2017 eine Beschleuniger-Box vor, die Standard-Hardware schneller und doch flexibler werden lässt, um Anwendungen Künstlicher Intelligenz auszuführen. (Bild: Inspur)

Inspur nahm die Internationale Supercomputing Conference ISC2017, die vergangene Woche in Frankfurt stattfand, zum Anlass, ein neues High-Performance-System mit der Bezeichnung „GX4“ vorzustellen. Es ist gedacht für Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI). Die Besonderheit: Die Co-Prozessoren lassen sich entkoppeln. Das bedeutet: höhere Flexibilität, mehr Rechenpower und geringere Stromkosten.

Die Entkopplung der Co-Prozessoren bezieht sich sowohl auf CPUs und GPUs, „Xeon Phi“ und FPGAs. Die Maßgabe hierfür ist gleichermaßen „Computing Power on Demand”, um verschiedene KI-Anwendungen bestmöglich zu unterstützen: KI-Cloud-Computing etwa, Deep Learning und Online-Vergleiche. (Die Notwendigkeit der Entkopplung erkannten auch die Forscher der EU-Projekte „DEEP“ und „DEEP-ER“ und entwickelten am Jülich Supercomputing Centre unter der Projektleitung von Dr. Estela Suarez einen „Booster“; siehe: „Supercomputing neu gedacht, 100mal effizienter bei 1018 Operationen pro Sekunde“)

GX4 ergänzt den hochdichten KI-Supercomputer „AGX-2“, der vergangenen Monat auf der Messe „GTC 2017“ in San Francisco vorgestellt wurde. Die Rechnertechnik erlaubt es quasi, die Co-Prozessoren und CPUs zu restrukturieren. Darüber hinaus lässt sich die GX4-Effizienz auf Standard-Rack-Server mit GPU-Erweiterungen ausdehnen. Das wiederum bedeutet, dass nicht jedes Mal GPU-Server komplett neu justiert werden müssen und das Motherboasd-Design die Topologie wechseln muss. (siehe auch: „Forschungszentrum Jülich betreibt extrem schnellen Prototypen, Turbolader für Supercomputer“)

Das Akzeleratoren-Modul erlaubt die Performance von zwei bis zu 16 Karten zu nutzen. Die Topologie ändert sich quasi automatisch, indem die Beziehung beziehungsweise der Beziehungsstatus zwischen Server und Erweiterungs-Modul geändert wird. Zugleich sprengt GX4 die Limitierung auf 8 GPU-Karten, die generell bislang für KI-Computing-Equipment gilt. Das Inspur-Bauteil unterstützt vier Akzeleratoren auf zwei Höheneinheiten, kommt ohne Head-Node aus und kann bis zu 4 GX4-Module verbinden – somit können sich 16 Beschleuniger im selben Pool befinden.

Erfolge von Inspur

GX4 fällt nicht vom Himmel. Inspur konzentriert sich seit Jahren auf die Entwicklung von Equipment für das KI-Computing und sieht dieses als wichtigsten Geschäfstreiber des kommenden Jahrzehnts. So gilt der Hersteller als der größte KI-Computing Plattform Lieferant in China. Der Inspur-Anteil am chinesischen „KI-Lösungsmarkt“ beträgt derzeit 60 Prozent, den drei größten chinesischen IT-Firmen, Baidu, Alibaba und Tencent, liefert Inspur 80 Prozent der KI-Ausstattung und wird dort genutzt für Smart-Voice-, Smart-Image-Anwendungen sowie die Services „iFlytek“ und „Face++“.

Endong Wang, leitender Wissenschaftler bei Inspur und Mitglied der Chinesischen Akademie der Technischen Wissenschaften ist zudem Initiator des Wettbewerbs „ASC Challenge“. Die ASC Student Supercomputer Challenge wird von China initiiert und von Experten verschiedener Branchen und Institutionen auf der ganzen Welt unterstützt. Ziel ist es, Studenten zu helfen, tiefe Lernalgorithmen zu verstehen, umfassendes Wissen im Bereich Big Data und modernster Computing-Technologien zu erlangen, und künftige Supercomputing-Talente heranzuziehen.

Zur Veranstaltung ASC17 im Februar traten in diesem Jahr 230 Teams an, um den weltweit schnellsten Supercomputer „Sunway Taihu Light“, eine KI-Anwendung von Baidu für die intelligente Verkehrsprognose und die globale Oberflächenwellensimulation „MASNUM_WAVE“ eines Gordon Bell Award-Finalisten herauszufordern. Es hatten sich so viele Teams angemeldet wie noch nie: 31 Prozent mehr als im Vorjahr.

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