Interview mit Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu

Neue Hybridarchitektur soll Fujitsu-Mainframes in die Zukunft führen

| Redakteur: Ulrich Roderer

"Die neue SE Architektur ermöglicht, durch das ganzheitliche Management und die effektive Vernetzung der verschiedenen Systempartitionen, einen äußerst effizienten Betrieb von Mischlastszenarien aus Mainframe- und Nichtmainframe-Lasten", Dr. Reger, Fujitsu.
"Die neue SE Architektur ermöglicht, durch das ganzheitliche Management und die effektive Vernetzung der verschiedenen Systempartitionen, einen äußerst effizienten Betrieb von Mischlastszenarien aus Mainframe- und Nichtmainframe-Lasten", Dr. Reger, Fujitsu.

DataCenter-Insider sprach anlässlich des BS2000/OSD Mainframe Summit 2012 mit Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu, über die Zukunft des Mainframes und der neuen, dort vorgestellten Hybridarchitektur.

Obwohl das Mainframegeschäft kein expansives ist, scheinen die Hersteller noch immer genügend Potenzial zu sehen für neue Entwicklungen.

DataCenter-Insider: Bisher vermarkten Sie zwei Mainframelinien, die BS2000/OSD Business Server mit /390-Architektur sowie die SQ-Linie mit x86-Architektur. Jetzt ist eine dritte im Gespräch. Wie wird sie aussehen und wann sind Modelle zu erwarten?

Dr. Reger: Die dritte Linie, die wir heute als Konzept vorstellen, wird auf neuester Technologie der Komponenten basieren und in einem Gehäuse Teile der beiden S- und SQ-Linien, also x86- und Mainframeprozessoren, vereinen. Sie wird für unsere Kunden sehr attraktiv sein durch hohe verfügbare Bandbreite, fortschrittliche Netzwerktechnologie und das Sharen von Ressourcen. Ich gehe davon aus, dass diese Linie in zwei bis drei Jahren marktreif ist.

Für welche Anwendungen soll diese dritte Linie denn eingesetzt werden?

Einmal ist diese Linie für Kunden geeignet, die neben Mainframe- auch Linux- und Windows-Anwendungen darauf fahren wollen. Aber auch für reine Mainframeanwender sehe ich Vorteile durch das Upgrade auf neueste Technologie. Sie können ebenfalls auf die Ressourcen der x86-Prozessoren zugreifen.

Wie wird diese Integration aussehen?

Die neue SE Architektur ermöglicht, durch das ganzheitliche Management und die effektive Vernetzung der verschiedenen Systempartitionen, einen äußerst effizienten Betrieb von Mischlastszenarien aus Mainframe- und Nichtmainframe-Lasten, wie sie bei unseren Kunden heute typischerweise in vielfältiger Form vorkommen, von Offloadszenarien mit klassischen Datenbanken bis hin zu Business Intelligence Szenarien mit In-Memory Datenbanken.

Wie sieht denn überhaupt der Bedarf nach Mainframes aus, lohnt sich da überhaupt noch eine solche Entwicklung?

Der Mainframe ist kein dynamisches Geschäft, aber ein stabiles. Wir sind mit BS2000 vor allem in Deutschland vertreten im öffentlichen Bereich und im Finanzsektor. In Asien werden die Mainframes mit einem anderen, aber auch Fujitsu-eigenem Betriebssystem verkauft.

Ist der Mainframe eine Plattform für das Cloud Computing? Erschließen sich da neue Märkte?

Wir bieten BS/2000 auch als Cloud Service für Kunden an, aber das ist momentan kein besonders nachgefragtes Servicemodell.

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