Der Deutsche Wetterdienst und der HLRN-Verbund schaffen an

Neue Cray für Norddeutschland und das Wetter

| Redakteur: Ulrike Ostler

Eine Flüssigkeit regelt im Cray Xtreme-Cool Supercomputer die Temperatur; sie führt direkt an Prozessoren und Speichern vorbei.
Eine Flüssigkeit regelt im Cray Xtreme-Cool Supercomputer die Temperatur; sie führt direkt an Prozessoren und Speichern vorbei. (Bild: Cray)

Ende des vergangenen Jahres und Anfang 2013 konnte Cray, Hersteller von Supercomputern, gleich drei Verträge bei deutschen Instituten abschließen – für insgesamt rund 47,3 Millionen Euro. Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN-Verbund) und der Deutsche Wetterdienst kaufen unter anderem Superrechner des Typs „Cray XC30“.

Forscherinnen und Forscher in Norddeutschland können sich auf einen spürbaren Zuwachs an Rechenleistung freuen: Im diesem Jahr soll an der Leibniz Universität Hannover der neue Supercomputer „HLRN-III“ in Betrieb gehen, der der Grundlagenforschung und der angewandten Spitzenforschung in zwei Ausbauphasen bereitgestellt wird.

Der neue Supercomputer löst den Rechner „HLRN-II“ ab, der in den vergangenen Jahren der Spitzenforschung zur Verfügung stand. Das Kraftpaket wird die Leistung des Vorgängersystems um etwa das Zehnfache übertreffen – bei gleicher Stromaufnahme.

Die mittlerweile dritte Generation des HLRN-Computers hat im Endausbau zusammen mit der Berliner Komponente des HLRN-III eine Spitzenrechenleistung von rund 2,6 PetaFlops. Der Rechner wird in den kommenden Monaten von der Firma Cray gebaut, im Herbst 2013 geliefert und voraussichtlich im Dezember 2013 betriebsbereit sein.

Auftraggeber ist der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN-Verbund), der 2001 von den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gegründet wurde. Der HLRN-Verbund betreibt gemeinsam ein verteiltes Supercomputersystem an den Standorten Berlin und Hannover.

Zwei Standorte für einen Superrechner

Nach dem kürzlich erfolgten Beitritt Brandenburgs bündeln nun sieben von 16 Bundesländern ihre Kräfte im Hoch- und Höchstleistungsrechnen. Der Bund und die HLRN-Länder investieren insgesamt 30 Millionen Euro in den Kauf des neuen Rechners.

Eine Besonderheit des HLRN-III ist, dass er an zwei Standorten betrieben wird, und zwar an der Leibniz Universität Hannover und in Berlin am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik. Beide Teile des Supercomputers sind durch eine schnelle Datenleitung über 300 Kilometer miteinander verbunden und können im Wesentlichen wie ein System genutzt werden.

Einer der Rechner wird in den Räumlichkeiten der Leibniz Universität Hannover IT Services (RRZN) in der Schloßwender Straße stehen, wo am 17. Dezember ein entsprechende Vertrag mit der Firma Cray Computer Deutschland GmbH, Heidelberg, unterzeichnet wurde. Ein gleichlautender Vertrag über die zweite Hälfte des HLRN-III wurde am gleichen Tag zwischen Cray und dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin (ZIB) abgeschlossen.

Die technische Ausstattung

Zum Einsatz kommen soll zu dem die „Moab HPC Suite“ von Adaptive Computing. Der Hersteller von Workload- und Private Cloud-Management-Tools, will mit Cray zusammen an einer Lösung für HLRN-III bauen.

Da der Verbund bereits Kunde von Adaptive Computing ist, sind zunächst die Workloads von mehr als 6.500 Netwerkknoten auf dem Supercomputer „Cray XC30“ zu bewältigen. Mehr als 1.000 sollen dazu kommen.

Das Kühlsystem des Cray Xtreme-Cool Supercomputer
Das Kühlsystem des Cray Xtreme-Cool Supercomputer (Bild: Cray)

Cray XC 30, vormals unter dem Codenamen „Cascade“ geführt, ist die jüngste Entwicklung in Sachen High Performance Computing bei Cray. Der Supercomputer ist mit einer neuen Interconnect-Topologie ausgestattet, genannt „Dragonfly“. Diese steckt ins dem System „Aries“, das das bisherige ablöst, bezeichnet als „Gemini“. Es dient dazu, Applikationen quasi standortunabhängig zu machen.

Auch das Kühlsystem hat Cray überarbeitet. Es nutzt nun einen querverlaufenden Luftstrom, was die Effektivität erhöht und die Energiekosten senken kann. Die Anwendungen laufen unter einem Linux-Derivat und auf Intel-Xeon-Prozessoren.

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