Investitionen gehen eher in Server und Speicher als in Netzwerke

Netzwerke sind das schwächste Glied im Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Netzwerke bedürfen ebenso einer kritischen Prüfung wie Server- und Storage-Umgebungen.
Netzwerke bedürfen ebenso einer kritischen Prüfung wie Server- und Storage-Umgebungen. (Bild: Brocade)

Eine Studie des Netzwerkspezialisten Brocade offenbart, dass viele Unternehmen noch immer mit einer veralteten Netzwerkstruktur arbeiten. Die befragten IT-Entscheider seien sich dessen bewusst, immerhin würden 91 Prozent substanzielle Nachbesserungen für nötig halten.

„Netzwerkausfälle mehrmals die Woche sind nicht länger hinnehmbar“, findet Lloyd Carney, CEO von Brocade. Er zeigte sich von den Ergebnissen der Brocade-Studie geschockt. In einer Zeit, in der Server, Speicherinfrastrukturen und sogar ganze Datenbanken virtualisiert würden, sei es unverständlich, dass das Netzwerk als wichtigstes Verbindungsglied dermaßen vernachlässigt würde. Das sei, als hätte man eine teure Perlenkette, spare dann aber am Verschluss.

Hohe Anforderungen durch Virtualisierung und Cloud-Computing

IT-Professionals selbst könne man aber keinen Vorwurf machen. Netzwerkhersteller müssten dafür sorgen, dass das Netzwerk als Bindeglied der verschiedenen Rechenzentrumskomponenten so effizient wie Server- und Storage-Infrastrukturen betrieben werden könne. Die IT-Abteilungen in den Unternehmen hätten das Problem durchaus erkannt. In der Brocade-Studie gaben drei Viertel der befragten Unternehmen an, ihre IT-Umgebungen in den letzten drei Jahren aufgerüstet zu haben. Gleichzeitig halten aber 91 Prozent der IT-Entscheider substanzielle Nachbesserungen im Netzwerkbereich für nötig, um den aus Virtualisierung und Cloud-Computing resultierenden hohen Anforderungen gerecht zu werden. Ein Drittel der Befragten gab an, dass mehrere Netzwerkausfälle pro Woche bei ihnen der Normalfall sei. Fast die Hälfte (41 Prozent) räumte ein, dass Ausfallzeiten ihrem Unternehmen bereits finanziell geschadet hätten, entweder durch entgangene Einnahmen, verletzte Service Level Agreements (SLAs) oder durch einen Vertrauensverlust bei den Kunden.

Abhilfe durch Ethernet Fabrics

Virtualisierte Netze und dadurch skalierbare Netzwerkumgebungen, wie sie eine sogenannte Ethernet Fabric ermögliche, würden relativ schnell umsetzbare Abhilfe schaffen. 18 Prozent der von Brocade befragten Rechenzentrumsbetreiber nutzen bereits Netzwerke auf Fabric-Basis, 51 Prozent planen, Ethernet Fabrics innerhalb des nächsten Jahres einzuführen. Die Vorteile von Ethernet Fabrics liegen in einer flachen Netzwerktopologie mit hohem Automatisierungsgrad. Ihre Struktur würde stärkere Performance, bessere Auslastung, höhere Verfügbarkeit und Skalierbarkeit bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten ermöglichen. Die Ethernet Fabric gilt als wichtige technologische Grundlage, um ein sogenanntes Software-Defined Network (SDN), das hochgradig virtualisiert und automatisiert organisiert ist, einzurichten.

Laut Brocade-Studie rüsten die Unternehmen ihre Rechenzentrumsnetzwerke im Durchschnitt alle zwei Jahre auf. Bei 24 Prozent dauere es aber sogar über drei Jahre bevor sie in neue Technologien investieren. Für manche Unternehmen, die Trends wie Big Data für sich nutzen möchten, kann dieser Zyklus zu lange sein.

Zur Studie

Die von Brocade in Auftrag gegebene weltweite Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführt. 1.750 IT-Entscheidungsträger und Angestellte in Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Nordamerika wurden im Frühsommer 2013 befragt.

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