Fünf Tipps plus drei Standards zum Netzwerken – sonst tut Virtualisierung weh

Netzwerke ersticken an der Masse virtueller Maschinen

21.04.2010 | Autor / Redakteur: Rochus Rademacher / Ulrike Ostler

Die Server sind virtuell. Und nun?
Die Server sind virtuell. Und nun?

Die Virtualisierung wird umgeben vom Glanz der Kostensenkung und der Aussicht auf eine dynamische Infrastruktur. Die Kehrseite der Medaille: das Netzwerk verstopft und der Administrationsaufwand steigt dramatisch. Aus der Klemme führen Migration und Management-Tools, eskortiert durch neue Standards beim Virtual Switching.

Fast 1600 CIOs hat Gartner über ihre aktuellen technischen Prioritäten 2010 befragt: Die ersten Plätze belegen Virtualisierung, Cloud Computing und Web 2.0. „Mit diesen Technologien entkommen die Unternehmen dem bisherigen kostenaufwendigen Investitionsmodell, das Agilität und Flexibilität der IT begrenzt“, erklärt Gartner-Analyst Mark McDonald.

Und genau diese Tugenden brauchen die CIOs, um die drei Top-Forderungen der Fachlichkeit zu erfüllen – schnelle Anpassung der Geschäftsprozesse, Kostensenkung und bessere Informationsnutzung. Deshalb fließen nach Analystenmeinung auch bis 2012 massive Investitionen in die private Cloud, die existierende Architekturen durch elastische IT-Kapazitäten ersetzt, die CIOs Fachbereichen als Service anbieten.

„Das Cloud Computing erfordert aber ein fundamentales Überdenken des Netzwerk-Designs, seines Aufbaus und Betriebs“, mahnt Gartner Fellow Stephen Prentice. Ihm sekundiert Thomas Meyer, Infrastruktur-Analyst von IDC: „Für eine bessere dynamische IT-Infrastruktur und Rechenzentrumsumgebung müssen sich die Unternehmen mit Herausforderungen wie Technologie-Einführung, Bandbreite und Compliance auseinandersetzen.“

Mehr Virtualität erfordert andere Netze

Seit geraumer Zeit gibt es bei IBM Deutschland einen eigenen Networking-Bereich. Sein Leiter Jochen Hoscheid beobachtet, wie sich die Situation zuspitzt. In der Praxis würden momentan stufenweise Server und Storage konsolidiert und virtualisiert – vor allem unter Kostengesichtspunkten. „Doch langsam baut die fortschreitende Virtualisierung Netzwerk- und Speicherengpässe auf und erhöhe die Management-Komplexität.“

Konkret bedeutet das: Zu viele Virtual Machines (VM) überlasten die Ethernet-Netzwerkkarte im Server und die zunehmende VM-Migration auf Rack-Ebene verknappt die Bandbreiten.

Kritisch wird die Situation auch für die Compliance und Sicherheit: Ohne manuellen Eingriff bei der Migration der VMs gehen Quality of Service und Richtlinien verloren, auch wird der Datenverkehr zwischen VMs und auf der einer physikalischen Plattform intransparent. Schließlich steigt sukzessive die Zahl der Management-Werkzeuge.

„Im Rahmen der Virtualisierung im Rechenzentrum sollten deshalb neben den Komponenten Server und Speicher auch das Netzwerk gleichberechtigt Berücksichtigung finden“, erklärt Hoscheid. Zumal die Kostenreduzierung im Data Center die Virtualisierung weiter antreibe, womit eine grundlegende Netzwerkanpassung unumgänglich sei:

In einem Rack liefen heute 500 VMs – in zwei bis drei Jahren seien es vielleicht 5000 bei gleicher Rechenzentrumsfläche. Kommunizierten nun alle VMs gleichzeitig mit dem Netzwerk – was nicht unwahrscheinlich sei –, so dürfte der Switch auf diesem Server nicht blockieren.

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