Kabel auf kurzen Wegen sauber verlegt

Netzwerk-Switches neben den Servern im Rack

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Damac Rack mit Platz für Switches rechts und links
Damac Rack mit Platz für Switches rechts und links (Bild: Damac LLC.)

Der US-amerikanische Hersteller Damac liefert Racks in ungewöhnlichen Formaten. In Seitentaschen ist Platz für Netzwerk-Switches, um für kurze Kabelwege zu sorgen.

Racks kann längst nicht jeder. Jadenfalls hat die vor rund 30 Jahren gegründete Firma Damac aus dem kalifornischen Ort La Mirada seit Jahren nicht nur handelsübliche Server-Regale im Programm. Die Spezialität sind Racks nach kundenspezifischen Anforderungen. So war es fast schon zu erwarten, dass an dem Standort jemand auf die Idee kam, erdbebensichere Racks zu bauen. Puffer fangen Erdstöße auf; statt zu bersten oder umzufallen, „surfen“ die Racks seismische Wellen aus.

Eine andere ungewöhnliche Rack-Form hat ein Online-Händler mit eigenem Bezahlsystem für seine Rechenzentren in Salt Lake City, Hoenix und Las Vegas von Damac erhalten: Die Bautiefe der Racks entspricht mit 122 Zentimetern (48 Inch) dem vorgefundenen Bodenplattenstandard. Die Bauhöhe von 223,5 Zentimetern (88 Inch) ist schon etwas ungewöhnlicher, denn das ergibt 48 U (Höheneinheiten) gegenüber den gewöhnlich 42 U (187 Zentimeter) hohen Racks. Wirklich aus dem Rahmen aber fällt die Breite der Racks.

Denn diese Damac-Racks sind 76,2 Zentimeter (30 Inch) breit, während es gewöhnlich 19 Inch sind. Die zusätzliche Breite ist drei rechts und links angebrachten „Seitentaschen“ im Rack geschuldet. Die haben eine Baubreite von je 2 U. Hier bieten also zwölf weitere „Höheneinheiten“ noch mehr Fassungsvermögen. Theoretisch könnte solch ein Rack 60 statt der bei dieser Bauhöhe möglichen 48 „Rack-Mount Units“ fassen. Die sind allerdings nicht für Server gedacht.

Frei für Zugriff und Luftströmung

Die „Side Pockets“ nehmen in diesem Fall Switches auf und bieten den Raum für die gesamte Verkabelung eines Server-Racks. Damit sind Server und Switches nicht nur irgendwie in einem Server zusammengefasst, sondern bei dieser Bauweise sind die Kabelwege zwischen beiden erheblich kürzer. Alle Systeme sind vorne und hinten frei zugänglich, nichts behindert den Zugriff oder die Luftzufuhr beziehungsweise -abführung. Nicht von Montageplatten bedeckter Raum wird von Blechen geschlossen, um der Kühlluft keine Schlupflöcher zu bieten.

Fertig bestückt zum Kunden geliefert

Bestückt wurden die Racks bei den Herstellern der Rechnerhardware. Dazu gehörte auch, dass die Firma Raritan „Power Strips“ installierte. Die dienen zu mehr als der Stromzuführung: An ihnen sowie zusätzlich oben, unten und in der Mitte des Racks liegen Temperatursensoren. Das Raritan-System erfasst den tatsächlichen Stromverbrauch (nicht nur Benchmarks) und meldet die Daten samt den Temperaturen in Echtzeit an eine Software für Data Center Infrastructure Management (DCIM).

Dieses Rack wurde ebenfalls speziell für einen Kunden gefertigt; es soll den High-Density-Anforderungen im RZ des Anbieters eines Online-Bezahlsystems genügen, aber auch dessen Kunden, denen dieser Co-Location anbietet.
Dieses Rack wurde ebenfalls speziell für einen Kunden gefertigt; es soll den High-Density-Anforderungen im RZ des Anbieters eines Online-Bezahlsystems genügen, aber auch dessen Kunden, denen dieser Co-Location anbietet. (Bild: Damarc LLC.)

Diese Racks kamen hardwareseitig komplett eingerichtet bei den Rechenzentren des Kunden an, wo sie von den Bauteilelieferanten und dem Anwender aufgebaut, installiert und getestet wurden. In der Praxis erfüllten die Systeme die Kundenvorgaben hinsichtlich der Power Usage Effectiveness (PUE). Ein Rechenzentrum, das in Salt Lake City, erhielt das Zertifikat „Gold Leadership in Energy and Environmental Design“ (LEED) vom US Green Building Council.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43126026 / Racks)