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Neuer kleiner Mainframe Nachwuchs auch bei IBM

| Redakteur: Wilfried Platten

Er ist kein männlicher Thronfolger sondern "nur" die Nummer zwei in der Mainframe-Linie: der kleine BC 12. Doch so etwas gibt es bei IBM nur alle Jubeljahre zu feiern.

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Blick ins Her(t)z: Der zEC12 arbeitet jetzt mit 4,2 Gigahertz Taktfrequenz.
Blick ins Her(t)z: Der zEC12 arbeitet jetzt mit 4,2 Gigahertz Taktfrequenz.
(Bild: IBM)

Es ist gute alte IBM-Tradition, dass ein halbes Jahr nach der Vorstellung eines neuen Mainframe-Flaggschiffs - das passiert ja nicht so oft - das kleinere Pendant präsentiert wird.

Nachdem im Herbst 2012 der zEC12 den z196 an der Spitze der z-Linie abgelöst hat, bekommt er mit dem zBC12 jetzt einen kleinen Bruder anstelle des z114.

Schneller, höher, weiter

Und wie das so ist bei einem Generationswechsel, kann der Neue alles schneller und besser: Der IBM-eigene Prozessor mit sechs Kernen taktet jetzt mit 4,2 Gigahertz und der Arbeitsspeicher wurde gegenüber dem Vorgänger verdoppelt. Es ist der gleiche Chip, der auch im zEC12 verwendet wird, dort allerdings arbeitet er mit 5,5 Gigahertz auf einem Multi-Chip-Modul.

Das System kann jetzt bis zu 496 Gigabyte Arbeitsspeicher adressieren. Eine neue I/O-Verbindung (Shared Memory Communication RoCE) soll die lästigen Latenzzeiten im Netzwerk gegenüber TCP/IP-Verbindungen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Ebenfalls hartverdrahtet sind die Funktionen zur Datenkompression auf dem Server. Die zEnterprise Data Compression soll die Kompression von Audit-Daten beschleunigen und den Speicherbedarf reduzieren.

Mit Linux

Bemerkenswerter als die Verbesserungen bei der Hardware sind jedoch die Änderungen auf der Software-Seite. Von der neuen Version 2.1 des Mainframe-Betriebssytems z/OS profitiert auch der große zEC12-Bolide. Die wichtigsten Neuerungen sind Crypto-as-a-Service und eine automatische Workload-Optimierung.

Mit ELS (Enterprise Linux Server) steht eine reine Linux-Version des Mainframes zur Verfügung. Das Paket beinhaltet neben dem Server und dem Betriebssystem auch einen z/VM Hypervisor zur Virtualisierung und drei Jahre Maintenance. Laut IBM verträgt sich das System mit rund 3.000 bereits existierenden Linux-Applikationen. Für Business Analytics und Cloud Computing stehen mit "ELS for Analytics" und "Cloud-ready for Linux on System z" (heißt wirklich so) zusätzlich zwei neue Programme bereit.

Branchenlösungen

Auf der Anwendungsseite hat IBM eine Reihe neuer Branchenlösungen für die z-Serie im Angebot. Darunter unter anderem:

  • zEnterprise Smarter Analytics for Banking soll bei der Aufdeckung von Geldwäsche helfen
  • Cúram Solution for Health Care Mangement on zEnterprise soll die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden verbessern.

Für Datenbank-Anwendungen bietet IBM einen DB2 Analytics Accelerator.

Mobiler Mainframe

Ein wachsendes Einsatzfeld für seine Mainframes sieht IBM im Bereich mobiler Anwendungen. Neu im Software-Portfolio sind:

  • CICS JSON, verbindet den CICS-Transaktionsmonitor mit mobilen Anwendungen nach JSON-Standard. JSON (Java Script Object Notation) ist das Datenformat, mit dem unter anderem Facebook arbeitet.
  • Mobile Development Lifecycle Solutions, für die Entwicklung mobiler Applikationen
  • Cognos Mobile, formatiert Reports und Dashboards der Analyse-Software für Tablet- und Smartphone-Displays.

Im Umschlag

Beim Thema Systemeffizienz verfolgt IBM einen ganz eigenen Ansatz. Statt am Parameter Verbrauchsreduzierung zu drehen, setzt auf das Unternehmen auf Leistungssteigerung. Sprich, man geht von einem vorgegebenen Verbrauchsrahmen aus, der dem der Vorgängerversion entspricht (IBM spricht in diesem Zusammenhang von "Envelope") und maximiert in diesen Grenzen die Performance. Auch so kann man die Ratio verbessern. Allerdings ist laut IBM das Interesse auf Kundenseite an Green-IT erstaunlicherweise relativ gering.

Stabile Preise

Die Preise sollen auf dem Level des Vorgängers z114 liegen. Der Einstieg in die Mainframe-Welt von IBM erfolgt also bei rund 100.000 Euro. Damit geben sich allerdings die wenigsten Kunden zufrieden - wer kauft schon eine nackte S-Klasse? Typische Konfigurationen liegen im Preisbereich von 200.000 bis 300.000 Euro.

Wer das nicht aus der Portokasse bezahlen, oder vom Festgeldkonto nehmen kann (oder will), der darf sich von IBM Global Financing ein individuelles Finanzierungspaket schnüren lassen.

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