Suchen

Alte Pläne neu aufgelegt Nachschlag: Die Zusammenlegung von Drucker- und PC-Sparte bei HP

| Redakteur: Martin Fryba

HP-Chefin Meg Whitman will die beiden Sparten Drucker und PCs zusammenführen. PC-Chef Todd Bradley soll die Führung der neuen Unit mit einem Gesamtumsatz von über 65 Milliarden Dollar übernehmen. Damit revidiert Whitman in ihrer kurzen Amtszeit bereits die zweite strategisch bedeutende Marschrichtung ihrer Vorgänger.

Firmen zum Thema

HP-Chefin Meg Whitman plant die Zusammenlegung der Sparten Drucker und PC.
HP-Chefin Meg Whitman plant die Zusammenlegung der Sparten Drucker und PC.

Die beiden Geschäftsbereiche stehen für rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von zuletzt 127 Milliarden Dollar. HP-Urgestein Vyomesh Joschi, der das Druckergeschäft bei HP seit zehn Jahren leitet und insgesamt 32 Jahre für HP arbeitete, geht in den Ruhestand, während der bisherige PSG-Chef Todd Bradley die vereinigten Units allein führen wird.

Damit sind die Bemühungen von Whitman, HP nach den umstrittenen Umbauplänen ihres Vorgängers Léo Apotheker aus den Schlagzeilen zu bringen, gescheitert. Der ehemalige SAP-Vorstand Apotheker hatte im August vergangenen Jahres das PC-Geschäft von HP in Frage gestellt und damit Verunsicherung bei HP-Kunden und Vertriebspartnern ausgelöst.

Neuauflage des Fiorina-Plans

Mitte Februar 2012 hat die Ebay-Gründerin Whitman im Las Vegas vor mehr als 3.000 HP-Vertriebspartnern um neues Vertrauen geworben und Transparenz sowie eine offene Kommunikationskultur an gekündigt. Zu strategischen Umorganisationen sagte Whitman nichts.

Noch bevor ein offizielles Statement von HP vorlag, hatten die Diskussionen über ein neues „Technologie-Konglomerat“ bereits eingesetzt. Es sind die gleichen Argumente, mit denen die damalige HP-Chefin Carly Fiorina konfrontiert wurde, als sie 2004 die Zusammenlegung der Drucker- und PC-Sparten verkündet hatte.

Bekannte Gegenargumente

Analysten bezweifelten damals die von Fiorina vorgetragenen Synergien und kritisieren, die HP-Chefin würde die Bilanzen intransparent machen. Keine sechs Monate nach Fiorinas Abgang, machte Nachfolger Marc Hurd Mitte 2005 die Umorganisation wieder rückgängig. „Eine separate Führung wird unsere Konkurrenzfähigkeit steigern sowie unsere Kostenstruktur spürbar verbessern“, begründete Hurd damals die Kehrtwende.

Es sind die identischen Ziele, die auch Whitman verfolgt. Nur über den richtigen Weg, sie zu erreichen, darf in der Öffentlichkeit und auch bei HP wieder gestritten werden, nachdem nun die Umbaupläne Whitmans auf dem Tisch liegen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 32610190)