Ungenutzte Funktionen und Packet Forwarding Engines einfach automatisch abschalten Nachhaltige Datacenter, die Rolle der Partner und der passenden Technik

Ein Gastbeitrag von Erwin Breneis* |

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Die digitale Transformation wird oft als Motor für eine nachhaltige IT-Revolution angesehen. Und tatsächlich: Die Pandemie und die damit verbundene Remote Arbeit haben zur Emissionssenkung beigetragen - auf der einen Seite:

Erwin Breneis von Juniper Networks plädiert, dafür dass die Partnern „über ein fundiertes und realistisches Verständnis verfügen, da ihnen eine entscheidende Rolle zukommt, wenn es darum geht, Organisationen bei ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu unterstützen.“
Erwin Breneis von Juniper Networks plädiert, dafür dass die Partnern „über ein fundiertes und realistisches Verständnis verfügen, da ihnen eine entscheidende Rolle zukommt, wenn es darum geht, Organisationen bei ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu unterstützen.“
(Bild: gemeinfrei: Gerd Altmann / Pixabay)

Virtualisierung, Softwarelösungen und eine zunehmende Online-Präsenz haben dazu geführt, dass weniger Arbeitnehmer pendeln, dass es weniger Geschäftsreisen gibt und dass Unternehmen in kleinere Büros umziehen, die weniger Energie zum Heizen benötigen.

Die veränderten Verhaltensmuster haben jedoch auch das genaue Gegenteil bewirkt.

Der digitale Wandel in den Unternehmen wird durch IT-Funktionen und Rechenzentren vorangetrieben. Diese Transformation ist direkt mit greifbaren Punkten wie Rechenzentren, Clouds und Geräten verknüpft. Diese Innovationen verbrauchen Ressourcen für Strom und Kühlung.

Dies zeigt: Die zunehmende Nutzung von Netzwerk- und IT-Technologien wird in den kommenden Jahren zu einem wachsenden Ressourcenverbrauch führen. Einigen Branchenprognosen zufolge wird der IT-Stromverbrauch bis 2030 sogar um 28 Prozent steigen.

Das muss sich ändern, wenn nachhaltige Geschäftsmodelle und eine bessere Zukunft eine echte Chance haben sollen. Partnern und Resellern wird eine entscheidende Rolle zukommen, wenn es darum geht, Organisationen bei ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu unterstützen, daher ist es wichtig, dass sie über ein fundiertes und realistisches Verständnis verfügen.

Es geht nicht mehr um „Greenwashing“...

Organisationen sind heute mehr denn je dazu angehalten, ihre IT-Infrastruktur und ihr Rechenzentrum nachhaltiger zu gestalten. Dies wird mehr und mehr zu einem Unterscheidungsmerkmal von Datacenter-Betreibern.

Auszeichnungen wir der Blaue Engel finden mehr Beachtung, denn: Mit transparenten und verbindlichen Environment-, Social-, Governance-Richtlinien (ESG) und Compliance-Maßnahmen, die in der gesamten Industrie und in den Lieferketten des öffentlichen Sektors fest verankert sind, werden nachhaltige Praktiken zu einer betrieblichen Notwendigkeit und sind nicht mehr nur „nice-to-have“.

Organisationen müssen sich im Klaren darüber sein, wie sie von Marktbegleitern und Einzelpersonen wahrgenommen werden, denn ihre Geschäftsentscheidungen, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit, können sich auf den Ruf der Marke, den Umsatz und die Kundenbeziehungen auswirken. Und sie sind nicht alleine.

Appell an die Partner

Für Partner und Reseller ist es wichtig, eine nachhaltige Geschäftsstrategie zu verfolgen und in nachhaltige Rechenzentrumstechniken und -lösungen zu investieren – nicht nur, um den eigenen Ruf zu wahren, sondern auch, weil dies ein wichtiger Faktor bei der Geschäftsakquise ist. Kurz gesagt: Partner haben viele Möglichkeiten, um Kunden bei dem nachhaltigen Betrieb ihrer Rechenzentren zu unterstützen.

Managed Service Provider (MSPs) treffen immer häufiger ethische Entscheidungen darüber, mit wem sie Geschäfte machen und von wem sie Dienstleistungen beziehen. Die Hauptaufgabe von MSPs besteht darin, die Infrastruktur ihrer Kunden effizienter zu verwalten, als diese es selbst könnten. Wenn MSPs einen nachhaltigen Ansatz zur Verwaltung des Unternehmensnetzwerks verfolgen, hebt sie dies von anderen Anbietern ab und fördert dauerhafte Kundenbeziehungen.

Der Beweis für nachhaltige Lösungen liegt in ihrer Umsetzung

Nachhaltigkeit muss von Beginn ein integraler Bestandteil des IT-Infrastrukturdesigns sein, damit Partner Unternehmen bei der Umgestaltung ihrer Rechenzentrumsinfrastruktur unmittelbar unterstützen können, anstatt nachhaltige Funktionen nur als nachträgliche Maßnahme zu implementieren. Nur wenn sie in Lösungen investieren, die Nachhaltigkeit bereits im Design berücksichtigen, können sie Nachhaltigkeitsziele wirklich effektiv unterstützen.

Informationstechnologien werden immer ausgefeilter und moderne Anbieter entwickeln innovative Komplettlösungen, die den Stromverbrauch senken, gleichzeitig aber die Systeme kühl halten – und zwar ohne übermäßig viel Energie zu verbrauchen. Darüber hinaus wollen sie die die Lebensdauer der Komponenten im Rechenzentrum durch das Design der Hardware und mit Hilfe von KI- und Automatisierungstechnologien verlängern.

Einige Netzwerksysteme verfügen bereits über adaptive Stromversorgungskonzepte, die es ermöglichen, ungenutzte Funktionen und Packet Forwarding Engines (PFEs) automatisch abzuschalten. Dadurch wird Energieverschwendung reduziert und letztlich der Stromverbrauch und die Gesamtbetriebskosten gesenkt. Es ist davon auszugehen, dass durch den Einsatz von KI und Automatisierung zum Abschalten nicht benötigter Komponenten die Lebensdauer der Systeme verlängert wird, so dass Unternehmen die Komponenten von Rechenzentren nicht mehr alle drei bis fünf Jahre austauschen müssen.

Abschaffung der Ventilatoren

Darüber hinaus entwickeln einige Hersteller neue Systeme, die speziell aufbereitetes Wasser zur Kühlung der Rechenzentrumskomponenten verwenden. Das Ergebnis: Elektrische Ventilatoren zur Kühlung und Belüftung der Rechenzentrumsmechanismen werden überflüssig.

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Es gibt sogar einige Rechenzentren, die entstehende Wärme nutzen, um Unternehmen und Gemeinden in der Nähe mit Warmwasser zu versorgen. Dies zeigt, dass Rechenzentren eine Quelle nachhaltiger und erneuerbarer Energie sein können.

Partner und Reseller sollten bei der Investition in nachhaltige Technologien besonders auf den Stromverbrauch achten, da dies ein Schlüsselfaktor und ein wichtiges Verkaufsargument für Kunden ist. Denn: Es spart nicht nur Geld, sondern unterstützt auch ihre Nachhaltigkeitsbemühungen.

Die Wahl des richtigen Anbieters ist entscheidend

Partner sollten bei der Auswahl des Anbieters, der ihre Kunden beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützt, mit Sorgfalt vorgehen. Dabei ist besonders seine Haltung zur Nachhaltigkeit im Rechenzentrum wichtig. Auch wenn das Unternehmen für Nachhaltigkeit bürgt, bleibt die Frage, ob aus dem Produkt- und Lösungsportfolio klar hervorgeht, dass Nachhaltigkeit eine Priorität ist. Oder könnte es sein, dass der Anbieter einfach nur „Greenwashing“ betreibt, indem er kunstvolle, aber leere Botschaften verbreitet?

Partner müssen die Funktionsweise von Lösungen verstehen, bevor sie den Sprung ins kalte Wasser wagen und investieren, denn der Beweis für Nachhaltigkeit liegt oft im Design der Rechenzentrumskomponenten selbst. Darüber hinaus sollten sich Partner mit dem allgemeinen Nachhaltigkeitsethos der Organisationen auseinandersetzen. Der richtige Anbieter sollte mit den richtigen Fähigkeiten und Kenntnissen über die Lösungen ausgestattet werden, die sie benötigen, um Kunden auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Erwin Breneis: „Der Würgegriff, in dem sich das Silicon Valley (und andere beliebte Hubs für IT Firmen) jahrzehntelang befand, gelockert.“
Erwin Breneis: „Der Würgegriff, in dem sich das Silicon Valley (und andere beliebte Hubs für IT Firmen) jahrzehntelang befand, gelockert.“
(Bild: Juniper Networks)

Das Angebot nachhaltiger Optionen für die Stromversorgung von Rechenzentren ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal auf dem heutigen Markt; Nachhaltigkeit ist nicht nur ein aktuelles Thema, sondern ein Kernaspekt jedes Geschäfts und die ideale langfristige Geschäftsmöglichkeit für den Channel. Es ist unbestreitbar, dass eine nachhaltigere IT in der gemeinsamen Verantwortung jeder Organisation und jedes Technologieanbieters liegt, doch für Partner ist es entscheidend, die Anbieter zu identifizieren, die ein nachhaltiges Geschäftswachstum auch wirklich unterstützen.

* Erwin Breneis ist Software Sales und Solution Specialist, Experience First Network, bei Juniper Networks.

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