Verwaltung heterogener IT-Umgebungen

Multi Cloud macht Cloud-Management unverzichtbar

| Autor / Redakteur: Matthias Pfützner* / Florian Karlstetter

Self-Service-Portale mit automatisierter Bereitstellung und Richtliniendurchsetzung helfen Unternehmen, das Service-Deployment zu beschleunigen.
Self-Service-Portale mit automatisierter Bereitstellung und Richtliniendurchsetzung helfen Unternehmen, das Service-Deployment zu beschleunigen. (Bild: Red Hat)

Die Multi Cloud liegt im Trend: Immer mehr Unternehmen nutzen parallel unterschiedliche Cloud-Plattformen und Services. Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der Komplexität der Verwaltung. Sinnvoll beizukommen ist ihr nur mit einer Cloud-Management-Plattform, die die integrative Verwaltung heterogener Private, Public, Hybrid und Multi Clouds unterstützt.

Die Cloud-Entwicklung schreitet dynamisch fort. Aktuell nutzen Unternehmen vielfach Hybrid Clouds. Das heißt, sie betreiben die IT-Infrastruktur zum Teil in einer Private Cloud und zum Teil in der Public Cloud. Die gleichzeitige Nutzung der internen Infrastruktur ist oft allein schon deshalb erforderlich, da etliche Anwendungen aus Sicherheits-, Compliance- und datenschutzrechtlichen Gründen überhaupt nicht für den Public-Cloud-Einsatz in Frage kommen.

Für viele Unternehmen ist ein Hybrid-Cloud-Modell der ideale Einstieg, um die Potenziale privater und öffentlicher Clouds optimal zu nutzen. Ein Hybrid-Cloud-Modell, das On-Premise- und Off-Premise-Ressourcen umfasst, bietet das Beste zweier Welten: die Kosteneffizienz einer Public Cloud und die Flexibilität einer Private Cloud für die Umsetzung von Unternehmensanforderungen in Bereichen wie Audit, Risk Management oder Policy Management.

Von der Hybrid- zur Multi-Cloud

Der neueste Trend heißt aber Multi-Cloud-Nutzung. Zwischen Hybrid und Multi Cloud gibt es grundlegende Unterschiede: Eine Hybrid Cloud besteht aus mehreren Clouds unterschiedlicher Typen – Private und Public Cloud. Sie sind mehr oder minder stark miteinander integriert und lassen sich gemeinsam verwalten, beispielsweise durch eine Infrastruktur, die mit APIs, Middleware oder Containern die Portabilität von Workloads vereinfacht.

Eine Multi Cloud hingegen besteht aus mindestens zwei Clouds des gleichen Typs; sie kann aus mehreren Private Clouds oder mehreren Public Clouds bestehen. Und natürlich gibt es auch Mischformen, das heißt, die beiden Cloud-Ansätze schließen einander nicht aus, sie können miteinander kombiniert werden. Und viele Unternehmen setzen in der Tat auf solche Modelle.

Die ausgiebigen Diskussionen rund um die Unterschiede haben aber letztlich nur akademischen Charakter. Aus Anwendersicht steht fest: Cloud ist Cloud. Die Herausforderungen sind vergleichbar, ob nun eine Hybrid oder Multi Cloud zum Einsatz kommt. Sie betreffen hauptsächlich das Thema Management.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Multi-Cloud-Nutzung aus technischer Sicht

Multi-Cloud-Trend und -Herausforderungen

Doch warum rücken Multi-Cloud-Modelle zunehmend ins Blickfeld? Ganz einfach, weil Unternehmen Best-of-Breed-Ansätze präferieren. Selbst große Public-Cloud-Anbieter können kaum alle konkreten Unternehmensanforderungen zu 100 Prozent abdecken: Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud Platform stellen unterschiedliche Angebote und Services bereit. Es ist auch verständlich, da sie sich darüber differenzieren wollen.

Eine „Alles aus einer Hand“-Lösung ist in aller Regel unrealistisch. Zudem würde die Entscheidung für einen einzigen Cloud-Anbieter zwangsläufig zu einer starken Abhängigkeit führen, die Unternehmen vermeiden wollen.

Der Einsatz mehrerer Cloud-Plattformen bringt per se Schwierigkeiten mit sich, da diese durch unterschiedliche Technologien, Schnittstellen und Prozesse gekennzeichnet und damit untereinander nicht hundertprozentig kompatibel sind. Die Umsetzung eines Multi-Cloud-Modells ist folglich kein einfacher Prozess, insbesondere im Hinblick auf das Thema konsistentes Management. Dabei geht es etwa um Aufgaben wie automatisches Provisioning, Workload-Balancing, Ressourcen-Optimierung oder Kapazitäts- und Lifecycle-Management.

Nutzen Unternehmen für jede einzelne Plattform eigene Tools, ist die damit verbundene Komplexität im Handling für IT-Abteilungen offensichtlich. Erforderlich ist somit der Einsatz von Cloud-Management-Plattformen (CMP), die Verwaltungsfunktionen für heterogene Private-, Public-, Hybrid- und auch Multi-Cloud-Umgebungen bieten.

Kernelemente einer Cloud-Management-Plattform

Laut Marktforscher Gartner ist CMP ein stark wachsender, allerdings auch extrem fragmentierter Markt mit mehr als 20 aktiven Anbietern; die Marktforscher erwarten aber eine Marktkonsolidierung (Gartner: „Market Trends: Multicloud Usage Will Drive Cloud Management Platform Growth“). Bei der Entscheidung für eine CMP-Lösung hat ein Unternehmen somit heute die Qual der Wahl. Eine Orientierungshilfe kann Gartners Definition der fünf essenziellen Funktionen einer CMP-Lösung bieten:

  • Service Request Management
  • Provisioning, Orchestrierung und Automation
  • Governance und Policy
  • Monitoring und Metering
  • Multi-Cloud-Brokering

Vor allem die ersten drei Punkte besitzen eine hohe Relevanz. So sollte eine CMP-Lösung Self-Service-Portale und -Funktionen beinhalten, zum Beispiel für rollenbasierte Zugriffe auf IT-Service-Kataloge und das automatische Provisioning. Von zentraler Bedeutung ist auch der Aspekt Automatisierung. Die CMP-Lösung CloudForms von Red Hat etwa bietet eine native Ansible-Integration.

„Red Hat Ansible“ ist eine leistungsfähige und agentenlose Open-Source-Automatisierungsplattform, die eine einfache Konzeption automatisierter Prozessabläufe unterstützt. Durch die Einbindung leistungsstarker Automatisierungsfunktionen in Multi-Cloud-Umgebungen lässt sich die Komplexität reduzieren sowie die Performance und Sicherheit traditioneller und Cloud-nativer Anwendungen entscheidend verbessern. Nicht zuletzt muss die Multi-Cloud-Management-Plattform die Möglichkeit bieten, mit individuell definierbaren Policies die Einhaltung von Governance und Compliance festzulegen und zu überwachen – und zwar mit einer automatischen Durchsetzung von Richtlinien.

Zukunftssichere CMP-Lösungen müssen darüber hinaus folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • Integration mit vorhandenen Enterprise-Management-Systemen und -Prozessen
  • Kapazitäts- , Ressourcen- und Performance-Management
  • Konfigurations- und Change-Management im Hinblick auf Applikationen, Middleware und Infrastruktur-Software
  • Identitätsmanagement etwa mit einer konsistenten Zugriffskontrolle auf die Infrastruktur

Matthias Pfützner, Senior Solution Architect, Account & Cloud – DA(CH) bei Red Hat.
Matthias Pfützner, Senior Solution Architect, Account & Cloud – DA(CH) bei Red Hat. (Bild: Red Hat)

Geht ein Unternehmen den Multi-Cloud-Weg, kommt es an der Nutzung einer CMP-Lösung nicht vorbei. Nur so ist eine einheitliche, effiziente Verwaltung heterogener Umgebungen möglich. Und überdies bietet eine moderne CMP-Applikation weitreichende Vorteile: von der schnelleren Servicebereitstellung über die verbesserte betriebliche Transparenz und Kontrolle bis hin zur gesicherten Compliance und Governance.

* Matthias Pfützner ist Senior Solution Architect, Account & Cloud – DA(CH) bei Red Hat.

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