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Mit CA Technologies sollen IT-Prozesse schnell und wandelbar sein wie die Geschäftswelt Modellieren und Zusammensetzen beschleunigt die IT-Welt

| Redakteur: Ulrike Ostler

Von den Techniken, die CA Technologie just auf der diesjährigen Hausmesse „CA World“ in Las Vegas vorgestellt habe, greife das Modellieren von Anwendungen, ja, ganzer Lösungen, am tiefsten, sagt der Chef Bill McCracken. Denn dieses beschleunige und effektiviere das Entwickeln, Modifizieren und Bereitstellen von IT-Prozessen, egal ob die Module im Unternehmen vorhanden seien oder als Cloud-Services abonniert würden.

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Bill McCracken, CEO von CA Technologies bei der Eröffnungs-Keynote auf der "CA World 2011", die diese Woche in Las Vegas stattfand (Ca Technologies)
Bill McCracken, CEO von CA Technologies bei der Eröffnungs-Keynote auf der "CA World 2011", die diese Woche in Las Vegas stattfand (Ca Technologies)

Insofern komme dem Modellieren und Assemblieren auch für CA Technologies eine entscheidende Bedeutung zu, so McCracken. Es werde zu einem rotem Faden der Tool-Entwicklung bei CA, der die unterschiedlichen Tools, die das Unternehmen zusammengekauft, entwickelt und weiterentwickelt hat zusammenführt. Und dieser wiederum hebe den Anbieter von Management-Tools aus der Masse von Wettbewerbern heraus.

CA bietet das Modellieren und Zusammensetzen von IT-Prozessen auf zwei unterschiedlichen Ebene an, etwa in einer Art Riskobewertung für Chief Information Officers (CIOs) und in der konkreten Modellierung von IT-Prozessen auf der Basis der ehemaligen 3Tera-Software „Applogic“.

Dieses Produkt ist quasi die Grundlage, laut CA „eine schlüsselfertige Computing-Plattform für Anwendungen und Web-Services“. Diese unterstützt traditionelle und Streaming-Applikationen auf jeglicher Standard-Hardware. Die Plattform funktioniert ohne SAN und sonstigen Shared Storage und ist weitgehend Hersteller-neutral.

Applogic ist die Plattform

Das Modellierungs-Modul selbst unterscheidet sich wie Brian Burba, Vice President Solutions Management bei CA Technologies ausführt, erheblich von anderen Modellierungs-Werkzeugen im Markt. Denn anders als mit solchen seien die mit Applogic erstellten Abläufe kein abstraktes Modell einer Anwendung, eines Services. „Vielmehr ist der grafisch darstellbare Ablauf der Service”, sagt er. Denn das, was hier abgebildet werde, enthalte bereits „die echten Konfigurationsdaten“.

Um einen IT-Prozess zu gestalten, wählen die Anwender passende Bausteine aus der eigenen IT und/oder aus dem Web-Service-Angebot aus, fügen sie zu einem Ablauf zusammen, testen und simulieren das Ergebnis.

Jenseits der Plattform-Ebene

Am ersten Tag holte sich CA-CEO Bill McCracken, Unterstützung auf die Bühne: (rechts vorne) Vivek Kundra, derzeit an der Harvard University und von 2009 bis 2011 der erste Chief Information Officer der Vereinigten Staaten - zugunsten von Cloud-Diensten spart er für die USA 800 Rechenzentren und jede Menge Geld ein. (links vorne) VCE-Chairman Michael Capellas; ihn lässt nachts die Angst vor internationalem Terrorismus nicht schlafen; (rechts hinten) Randy Zuckerberg, Mitgründerin von Facebook und Moderatorin der Podiumsrunde, die in dieser Eigenschaft die Herren fragte, was sie nicht schlafen ließe. (CA Technologies)
Am ersten Tag holte sich CA-CEO Bill McCracken, Unterstützung auf die Bühne: (rechts vorne) Vivek Kundra, derzeit an der Harvard University und von 2009 bis 2011 der erste Chief Information Officer der Vereinigten Staaten - zugunsten von Cloud-Diensten spart er für die USA 800 Rechenzentren und jede Menge Geld ein. (links vorne) VCE-Chairman Michael Capellas; ihn lässt nachts die Angst vor internationalem Terrorismus nicht schlafen; (rechts hinten) Randy Zuckerberg, Mitgründerin von Facebook und Moderatorin der Podiumsrunde, die in dieser Eigenschaft die Herren fragte, was sie nicht schlafen ließe. (CA Technologies)
Jenseits der Plattform-Ebene soll das Produkt „CA Executive Insight“ den CIOs erleichtern, Risiken und Chancen neuer Prozesse und Produkte abzuschätzen. Dafür werden, Software-gestützt, verschiedene Datenquellen unterschiedlicher IT-Management-Tools angezapft und zugleich in einer brauchbaren Metrik aufbereitet.

Als Grundlage dienen etwa Informationen aus mit dem „CA Application Performance Management” (APM). Dieses stellt ein Dashboard zur Verfügung, mit dem sich die IT-Prozesse überwachen lassen. Der Zugriff auf die Daten, die in einer zentralen Datenbank gesammelt werden, kann über mobile Devices erfolgen, inklusive iPad, iPhone, Android-Geräte und Laptops.

Doch CA Executive Insight bereitet nicht nur typische IT-Parameter auf. Vielmehr werden die IT-spezifischen Kennzahlen und Messgrößen um weitere, eher geschäftliche Kenngrößen angereichert– zu Kosten, Risiken und Erfolgschancen. Darüber hinaus lässt sich das Tool sich mit mehr oder minder individuellen Annotationen beziehungsweise Indikatoren anpassen.

Rundumsicht auf die Cloud

Speziell, um besser abschätzen zu können, wie hoch das Risiko, die Kosten und der geschäftliche Vorteil von Cloud-Services sein kann, bietet CA Technologies „CA Cloud 360“ einen deskriptiven Ansatz an. Hier lassen sich vier Phasen unterschieden: „rationalize“, „define“, „predict“ und „simulate“, wie CA-Vize Burba ausführt.

Zum einen dienen als Grundlage der Bewertung klassische IT-Indikatoren wie sie etwa „CA Insight“ liefert. Dazu kommen jetzt aber Kriterien aus der Geschäftswelt, etwa für Kosten und Risiken.

Die erste Phase bezieht sich auf eine Analyse des bestehenden Portfolios. Das geschieht in einem ein Tages-Workshop, in dem die Berater etwa Tools wie „CA Cloud Services“ und „CA Clarity“ hernehmen.

Es folgt die Definition von Service Level Agreements (SLAs), und zwar die trarditionelle IT betreffend aber auch für Cloud-Umgebungen.

Auf dieser Basis schließlich erfolgt eine Einschätzung der Kapazität, genannt “predictive analysis”, die benötigt wird, um den neuen Service laufen lassen zu können. Auch das ist kein Hexenwerk, zumal Tools wie „CA Capacity Management“, die „Reporting Suite“ und „Virtual Placement Manager“ von CA zum Einsatz kommen.

Simulation erspart Fehler und Kosten

Spannend aber ist, dass CA nun auch eine Möglichkeit der Simulation anbietet, wenn ein IT-Prozess modelliert und zusammengesetzt wurde. Diese basiert auf dem von Itko, einem Zukauf von CA aus dem Sommer dieses Jahres, adaptierten Tool „Lisa“, jetzt „CA Lisa“. Damit lassen sich Cloud- und hybride Anwendungen in erdachten Produktionsumgebungen entwickeln und testen.

Der Vorteil der Modellierung und der Simulation beziehungsweise des Testens liegt auf der Hand: Die Unternehmen können schneller und risikofreier neue Ablaufe aufsetzen und somit Anforderungen an neue beziehungsweise modifizierte Geschäftsideen schneller umsetzen. Aufwand und Erfolg sollen sich besser als bisher einschätzen, falsche Entscheidungen vermeiden oder schneller und kostengünstiger revidieren lassen.

Das Motto der diesjährigen CA-Technologies-Hausmesse „IT at the Speed of Business“ ließ den CEO McCracken darauf verweisen, dass es von der ersten Fortune-500-Liste, erschienen im Jahr 1955, die die weltweit erfolgreichsten Unternehmen aufzählt, nur noch elf existieren. Das aber seien nur diejenigen, die es geschafft hätten, ihr Geschäft an die Anforderungen der Gesellschaft und der Ökonomie schnell genug anzupassen. Insofern komme der Modellierung von IT-Prozessen eine entsprechend große Bedeutung zu.

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