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Compuware-Studie fordert Überdenken der Performance-Management-Strategien Mobiles setzen Mainframes unter Druck

Redakteur: Ulrike Ostler

Der Boom mobiler Anwendungen erhöht die Komplexität, die Nutzung und die Kosten von Mainframes. Das ist ein Ergebnis einer weltweiten CIO Studie über den Einfluss neuer Technologien und Trends auf die Großrechner, die der IT-Tool-Hersteller Compuware veröffentlicht hat.

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Mobile Anwendungen erhöhen den Mainframe-Nutzen, doch zugleich steigen Komplexität und Kosten.
Mobile Anwendungen erhöhen den Mainframe-Nutzen, doch zugleich steigen Komplexität und Kosten.
(Bild: Compuware)

Über die Hälfte (55 Prozent) aller Unternehmensanwendungen greift mit Transaktionen auf den Mainframe zu und mindestens jede dritte Smartphone-Transaktion. Gleichzeitig geben 68 Prozent der CIOs an, dass die Anwendungsentwickler von Distributed Applications sich nicht bewusst sind, welchen Einfluss diese auf die Mainframe-Umgebung haben.

(Bild: Compuware)

Das mündet in Bedenken, dass ineffektive plattformübergreifende Anwendungen den MIPS-Bedarf (MIPS = Million Instructions Per Second) und die Kosten steigern – bei gleichzeitig sinkender Performance. So geben 89 Prozent der CIOs an, die Mainframe-Workload werde steigen und stärker variieren.

Nach ihrer Einschätzung haben verteilte Anwendungen in den letzten fünf Jahren 44 Prozent mehr Workload verursacht. 87 Prozent der CIOs glauben, dass die Komplexität der Unternehmensanwendungen neue Risiken in Bezug auf die Performance von Mainframe-Applikationen erzeugt. Außerdem finden es Unternehmen immer schwieriger, Fehler einzugrenzen und zu beheben.

Schlecher Code und Unwissenheit

Viele CIOs glauben: Uneffektive Mainframe-Zugriffe verursachen Probleme. Denn die Mehrheit der Entwickler von plattformübergreifenden Anwendungen hat heutzutage nur ein sehr begrenztes Wissen über den Mainframe.

Eine schlecht optimierte Applikation auf dem Mainframe aber kann die MIPS-Kosten unnötig erhöhen. Genau diese Kosten können drastisch reduziert werden, wenn für Anwendungsentwickler erkennbar ist, wie ihr Code den Mainframe beeinflusst.

Entwickler mit wenig oder geringen Mainframe Kenntnissen optimieren oft ihre Codes nicht entsprechend und verursachen so Ineffizienz. Als Folge kann die benötigte Rechnerleistung explodieren. Das heißt, der MIPS Bedarf steigt ungeplant beim Betrieb dieser Anwendungen.

Kein Durchblick

Zugleich steigt der Druck auf die IT, hochperformante Anwendungen bereitzustellen. Denn schlechte Performance oder Abbrüche haben einen direkten Einfluss auf den Umsatz, die Kundenzufriedenheit oder Produktivität der Mitarbeiter.

So geben 91 Prozent an, dass neue Anwendungen mit direktem Kundenbezug auf den Mainframe zugreifen. In Folge dessen haben sich die Erwartungen an die Performance erhöht. Dazu kommen wachsende Bedenken zu verlorenen Umsätzen (48 Prozent) und Reputationsverlusten (43 Prozent).

Trotzdem hat sich beim Einsatz von Mainframe-Tools kaum etwas getan: Fast 90 Prozent der befragten CIOs gaben an, sie nutzten veraltete Methoden zum Transaktions-Monitoring, die keine Einsicht darüber geben, wie verteilte und Mainframe Applikationen interagieren. 89 Prozent aller Unternehmen verlassen sich immer noch auf aggregierte Daten oder Mittelwerte, um die Performance ihrer IT zu überwachen, obwohl 74 Prozent der Befragten glauben, dass die zusätzliche Komplexität der Anwendungen, die auf verteilten und Mainframe-Umgebungen betrieben werden, die Fehlerlösung verzögert.

Asynchron: Anforderungen und Anwendungen

Zugleich aber räumen 75 Prozent der CIOs ein, sie müssten die Durchschnittszeit zur Behebung von Application-Performance-Problemen (MTTR) beschleunigen. Stattdessen verbringen IT-Spezialisten unnötig Zeit in so genannten War Rooms, um in komplexen Anwendungen Fehler zu finden und zu beheben, die sie nicht sehen können.

79 Prozent der CIOs geben an, dass es monatlich zu War Room-Situationen kommt, über die Hälfte (52 Prozent) haben diese mindestens einmal in der Woche und 9 Prozent sogar täglich. Durchschnittlich sind neun Personen in solche War Rooms eingebunden.

Bei anhaltenden Problemen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Markenreputationen und letztendlich Gewinne leiden. So haben 79 Prozent haben keine Einsicht in die aktuelle Endanwender-Erfahrung und 63 Prozent der Unternehmen ahnen meist nichts von Performance-Problemen, bis Anwender den Helpdesk kontaktieren.

Die Compuware-Technik

Der Ansatz von Compuware sieht das Ende Silo-fokussierter Methoden zur Performance-Überwachung vor. Über „Compuware APM“ ( APM = Application Performance Management) für den Mainframe sei die einzige 24/7 End-to-End Performance Monitoring-Lösung, die Transaktionen vom Browser über verteilte Tiers bis tief in den Mainframe erfasse, so der Hersteller. Zusammen mit dem Werkzeugen „Pure Path für z/OS“ und „Compuware Strobe“ biete es eine exklusive Sichtbarkeit in Mainframe-Anwendungen.

Das beinhaltet eine detaillierte Ursachenanalyse (root-cause analysis) in CICS- und Java-Transaktionen. Der Einblick in die IT-Landschaft eines Unternehmens könne Organisationen zeigen, welchen Einfluss verteilter Anwendungs-Code auf die Mainframe-Workload hat. Letztlich lassen sich so MIPS reduziren, Upgrades gegebenenfalls zurückstellen und die durchschnittlichen Fehlerlösungszeiten beschleunigen.

Der Titel der Compuware-Studie lautet „The beating heart of enterprise i.t.: The mainframe in a hyper-distributed world”
Der Titel der Compuware-Studie lautet „The beating heart of enterprise i.t.: The mainframe in a hyper-distributed world”
(Bild: Compuware)
Für die Studie befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Vanson Bourne im Auftrag von Compuware 350 CIOs großer Unternehmen aller Branchen in Australien, Benelux, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und USA.

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