IT-Index von FSC und Techconsult zeigt: Finanzkrise erreicht den Mittelstand

Mittelständische Unternehmen drosseln ihre Investitionsbereitschaft

27.11.2008 | Redakteur: Ulrike Ostler

Die Entwicklung der Indizes zeigt: Erholung im September, Absturz im Oktober
Die Entwicklung der Indizes zeigt: Erholung im September, Absturz im Oktober

Die Finanzkrise zeigte im Oktober erste Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Organisationen des Mittelstands. Das besagt der aktuelle IT-Mittelstandsindex, den Fujitsu Siemens Computers und das Marktforschungsunternehmen Techconsult monatlich veröffentlichen. Es gibt jedoch branchenspezifische Unterschiede.

Laut der Umfrage bei Non-Profit-Organisationen und Unternehmen aus Industrie, Handel sowie dem Versorgungs-, Finanz- und Dienstleistungssektor verschlechterten sich gegenüber dem Vormonat sowohl die ökonomische Entwicklung als auch die Ausgaben und Budgetplanung für Informations- und Telekommunikationstechnologie. So sanken der Index der realisierten Umsätze im Oktober 2008 um drei auf 108 Zählerpunkte und der entsprechende Indikator für die zu erwartenden Einnahmen in den kommenden drei Monaten um 17 auf 103 Punkte.

Stärker noch als der Monatsvergleich des IT-Mittelstandsindex illustriert der Jahresvergleich die Abschwächung. Der Index für die realisierten Umsätze ging gegenüber Oktober 2007 um zehn, die ökonomischen Perspektiven um 19 Zähler zurück. Insgesamt betrachtet, können sich Unternehmen mit Umsatzzuwachs, gestiegenen IT-Ausgaben und optimistischen Investitionserwartungen nur noch knapp behaupten.

Die negative wirtschaftliche Entwicklung hat vor allem die Industrie getroffen. Als einzige Branche musste das verarbeitende Gewerbe eine überwiegend negative Umsatzentwicklung hinnehmen. Auch für die kommenden drei Monate blickt die Industrie pessimistisch in die Zukunft.

Eher positiv gestimmt ist der Handel, dessen Optimismus allerdings trotz des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts unter dem Durchschnitt bleibt. Überdurchschnittlich zuversichtlich sind Dienstleister, die Finanzbranche und besonders die Versorgungsunternehmen, die vom kommenden Winterwetter und damit steigendem Energieverbrauch profitieren werden.

Auswirkungen auf das IT- und Telekommunikations-Budget

Auch wenn die Ausgaben sowie die Budgetplanungen im IT/TK-Markt insgesamt immer noch positiv sind, ging die Investitionsbereitschaft sowohl gegenüber dem Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Index der getätigten Ausgaben verlor gegenüber dem Vormonat fünf Zähler und beträgt nun 105 Punkte. Der entsprechende Erwartungsindex fiel von 121 auf 108 Zähler.

Im Jahresvergleich verloren die jeweiligen Indikatoren zehn (Ausgaben) beziehungsweise vier Zähler (Investitionsplanungen).

Analog zur ökonomischen Entwicklung war die Industrie die einzige Branche mit überwiegend gesunkenen IT/TK-Ausgaben. Unterdurchschnittlich war die Investitionsstimmung im Dienstleistungsgewerbe, während der Non-Profit-Sektor und die Versorger im Oktober besonders ausgabenfreudig waren. Außer dem Non-Profit-Sektor, bei dem sich offensive und restriktive Budget-Planungen die Waage halten, beabsichtigen dennoch alle Branchen in den kommenden drei Monaten mehr in den IT/TK-Markt zu investieren.

  • Aktuell erweist sich der Hardware-Sektor als Träger des IT/TK-Marktes, da er trotz des Rückgangs im Oktober als einziger sowohl positive Ausgaben (von 106 auf 103 Zähler) als auch positive Erwartungen (von 114 auf 104 Punkte) aufweist.
  • Im Software-Markt überwiegen bereits die Unternehmen mit restriktiven Investitionsabsichten (von 111 auf 99 Zähler), auch wenn die getätigten Ausgaben im Oktober mit 102 Punkten noch ein knappes Plus verzeichnen.
  • Noch deutlicher drehte sich die Stimmung im Markt für Kommunikationsprodukte. Erstmals seit Januar setzten sich wieder die Unternehmen mit rückläufigen Ausgaben durch (von 104 auf 97 Punkte). Noch gravierender verschlechterte sich die Investitionsbereitschaft. Der Planungsindex rutschte um 13 auf nur noch 94 Zähler ab. Damit signalisiert eine erkennbare Mehrheit, in den kommenden drei Monaten weniger für Kommunikationslösungen ausgeben zu wollen.
  • Nicht verschont von der rückläufigen Nachfrage blieb ebenfalls der Markt für IT- und TK-Dienstleistungen, bei dem sich die Ausgaben um vier auf 99 Punkte und vor allem die Budgetplanungen um zehn auf 96 Zähler negativ entwickelten.

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