Nicht nur die sicherere, auch die günstigere Cloud-Variante

Mit Managed Services die Herausforderung Cloud meistern

| Autor / Redakteur: Sebastian Bloch* / Florian Karlstetter

Warum Managed Services nicht nur die sicherere, sondern auch die günstigere Cloud-Variante sind, erklärt Sebastian Bloch, Head of Sales bei der Trivadis AG.
Warum Managed Services nicht nur die sicherere, sondern auch die günstigere Cloud-Variante sind, erklärt Sebastian Bloch, Head of Sales bei der Trivadis AG. (Bild: Trivadis AG)

Cloud Computing hat sich als technologische Basis der digitalen Transformation bereits über Jahre hinweg etabliert. Rund zwei Drittel der deutschen Unternehmen setzen aktuell Cloud-Technologien aktiv ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Wachstum von rund elf Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Cloud Monitor 2017“, die von der Unternehmensberatung KPMG im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom e.V. durchgeführt wurde. 87 Prozent der Unternehmen geben des Weiteren an, den Betrieb der Cloud-Services an externe Dienstleister ausgelagert zu haben – im Vorjahr waren dies nur rund drei Viertel der Befragten.

Der Trend zum externen Management der Cloud-Services setzt sich fort. Und das aus gutem Grund: Denn das Outsourcing an einen Dienstleister bietet einen bunten Strauß an Vorteilen in den Bereichen Kosten, Zeit und Sicherheit, die die Unternehmen oftmals nicht aus eigener Kraft realisieren könnten.

Vorteile der Cloud müssen voll genutzt werden

Unternehmen können generell aus drei Varianten von Cloud-Angeboten wählen: Private Cloud, Public Cloud sowie die Mischform Hybrid Cloud. Welches Modell und welcher Anbieter die richtige Wahl ist, ist die erste grundlegende Entscheidung, die es bei einem Cloud-Projekt zu treffen gilt. Public Cloud Services von den großen, etablierten Playern im Markt − wie beispielsweise Microsoft Azure, Amazon Web Services, Google oder Oracle Cloud − sind hoch standardisiert. Auf Anbieterseite hat dies den Vorteil, dass die Vorhaltung und der Betrieb der Public Cloud Services schnell und effizient sind.

Für den Nutzer bedeutet dies, dass die Cloud-Infrastruktur nicht komplett neu aufgebaut werden muss und beliebig skalierbar ist. Sie kann innerhalb kürzester Zeit in den Live-Betrieb gehen. Die IT-seitige Verbindung zur Cloud sowie das nicht triviale Management der Cloud-Dienste liegen dabei allerdings nach wie vor auf Unternehmensseite.

Und das ist der Grund, weshalb die Vorteile vom Unternehmen nicht voll und ganz ausgeschöpft werden können: Großkonzerne schaffen ein Cloud-Projekt teilweise noch mit ihrer internen Mannschaft, für kleinere und mittelständische Unternehmen ist dies meist schon rein personell nicht zu stemmen.

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Kompetenter Partner

Es gibt keine Patentlösung für die Auswahl des richtigen Cloud-Anbieters. Die jeweilige Cloud-Lösung muss immer eine individuelle, auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittene, sein. Um in den vollen Genuss der Vorteile der Public Cloud zu kommen, ist es daher ratsam, einen Cloud Managed Service Provider mit ins Boot zu holen.

Denn wer von den hoch standardisierten Public Cloud Services profitieren möchte, braucht einen Partner an seiner Seite, der mindestens mit demselben Grad an Professionalität und Standardisierung seiner Services auftritt, wie es sich das Unternehmen für sich selbst wünscht. Sonst wird aus den Services und Features, die die Cloud bietet, ganz schnell ein unkontrollierter Wildwuchs.

Balance aus Standardisierung und Individualisierung

Der Managed Service Provider bietet so viel Standardisierung wie möglich, um die Kosten und die Komplexität der Lösung möglichst gering zu halten, zugleich aber genau das Ausmaß an Individualisierung, um alle Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen. Die externen Spezialisten haben zudem idealerweise einen guten Überblick über den Markt und die Tools und verfügen darüber hinaus über langjährige Erfahrungen im Aufbau, der Nutzung sowie im Betrieb von Cloud-Umgebungen und -Services. Diese herstellerunabhängige Expertise und Rundum-Betreuung ist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen intern weder in der kurzen Zeitspanne noch in diesem Ausmaß realisierbar.

Skalierbarkeit und Verfügbarkeitsmanagement

Die externen Ressourcen dagegen sind aus Unternehmenssicht beliebig skalierbar. Während Arbeitsspitzen, wie zum Beispiel bei der Entwicklung und dem Launch einer neuen Lösung oder bei Aktualisierungen, können im Rahmen eines Service Level Agreements (SLAs) beliebig viele externe Ressourcen genutzt werden, die in weniger arbeitsintensiven Zeiten für den Betrieb nicht von Nöten sind. Dies sorgt für eine bessere Planbarkeit der Ressourcen. Die internen IT-Mitarbeiter können sich auf ihre eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren und die Weiterentwicklung der Digitalisierung vorantreiben.

Für den Großteil der Unternehmen sind die IT-Systeme Grundlage für den störungsfreien Ablauf der Geschäftsprozess und damit als geschäftskritisch einzuschätzen. Ihr Ausfall würde mindestens zu einem enormen Umsatz- und Produktivitätsausfall führen, ist also mit enormen Kosten verbunden, die Unternehmen bei längeren Ausfallzeiten schnell an den Rand ihrer Existenz bringen.

Das Verfügbarkeits-Management der IT ist daher von zentraler Bedeutung. Bei einer Auslagerung der IT-Infrastruktur in die Cloud an einen externen Partner ist die Absicherung des Ausfallrisikos oft mindestens im selben wie bei der internen IT, wenn nicht sogar in höherem Ausmaß gegeben.

Lösung für Compliance-Probleme

Gerade bei Cloud-Projekten ist es von elementarer Bedeutung, die gesetzlichen, unternehmensinternen und vertraglichen Richtlinien – kurz die Compliance-Anforderungen – zu kennen und einzuhalten. So kann eine Unternehmensrichtlinie beispielsweise vorgeben, dass bestimmte Daten nicht im Ausland vorgehalten und verarbeitet werden dürfen.

Ein Managed Service Provider kennt sich mit allen aktuellen Regularien und Verordnungen aus und verfügt über umfassende Erfahrung bei der Beratung von Unternehmen zu strategischen und technologischen Fragen. Aktuelle Vorgaben von Kunden, Partnern oder öffentlichen Verwaltungen werden zudem bei Projekten berücksichtigt und umgesetzt. Kunden profitieren von den Synergie-Effekten, die sich durch die breit aufgestellte Expertise der Berater und den Erfahrungen bei anderen Kunden ergeben.

Kernthema: Datenschutz

Ein weiterer topaktueller Gesichtspunkt ist die EU-Datenschutzgrundverordnung, die in diesem Jahr in Kraft tritt. Bis Mai 2018 müssen alle Unternehmen, die personenbezogene Daten von in der EU ansässigen Personen verarbeiten, neue Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der dieser Daten treffen. Sonst drohen schnell empfindliche Strafen. Diese Anforderungen umzusetzen, bedeutet für die meisten Unternehmen, dass sie neue Funktionen und Prozesse in vielen Bereichen der Datenverarbeitung benötigen. Diese führt man nicht von heute auf morgen ein, weder technisch noch organisatorisch.

Die aktuelle IT-Infrastruktur in der Cloud auf die Konformität mit dieser Verordnung hin zu überprüfen sowie gegebenenfalls alle nötigen Maßnahmen zu konzeptionieren und durchzuführen, stellt die interne IT-Abteilung wieder vor die Ressourcen- und Know-how-Problematik. Auch bei neuen Projekten müssen die Auswirkungen bereits bekannter gesetzlicher Änderungen antizipiert und umgesetzt werden.

Ein Managed Service Provider hat bereits viele Unternehmen fit für die EU-Datenschutzgrundverordnung gemacht und verfügt über Tools zur Ist- und Soll-Analyse. Zur Prüfung der aktuellen Cloud-Situation werden beispielsweise Security Assessments und Audits angeboten, bei denen unter anderem Datenbanken daraufhin überprüft werden, ob sie konform sind mit der neuen Verordnung. Eine Privacy-Impact-Analyse überprüft bei Daten und Prozessen der Datenerhebung, ob die DSGVO überhaupt greift beziehungsweise welche Regelungen für die Daten gelten.

Sebastian Bloch, Head of Sales bei der Trivadis AG.
Sebastian Bloch, Head of Sales bei der Trivadis AG. (Bild: Trivadis AG)

Zukunft Multi-Cloud

Die Zukunft der Digitalisierung liegt in der Cloud. Cloud Computing ist kein statisches Modell, sondern unterliegt einer rasanten Entwicklung. Die internen IT-Abteilungen haben kaum eine Chance, neben dem Alltagsgeschäft mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten. Sie stoßen oft schon beim Betrieb einer Single-Cloud-Lösung an ihre Grenzen.

Der Trend geht aber eindeutig in Richtung Multi-Cloud-Lösungen: Hybride Betriebsszenarien, die Koordination diverser Cloud-Services in einer vernetzen Umgebung und der parallele Betrieb multipler Cloud-Services sind die Zukunft.

Diesen Trend bestätigt zum Beispiel auch die aktuelle Studie „Hybrid- und Multi-Cloud-Service im deutschen Mittelstand“, die Crisp Research im Auftrag der QSC AG durchgeführt hat. Die Komplexität der Cloud- Lösungen steigt weiter an und ein kompetenter externer Partner, der Unternehmen unterstützt, wird immer wichtiger für den Unternehmenserfolg. Unternehmen sind gut beraten, bei dem Weg in die Cloud auf die Unterstützung eines erfahrenen Managed Cloud Service Provider zu setzen. Denn mit einem guten Partner an der Seite lassen sich die technischen, rechtlichen, sicherheitsrelevanten und Hürden bei den Ressourcen leicht nehmen.

* Sebastian Bloch, Head of Sales bei der Trivadis AG

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Ich denke auch, dass die fehlende interne Vorbereitung auf die Cloud-Nutzung und das noch oft...  lesen
posted am 29.05.2018 um 14:22 von Phil

Aber wie ermittelt man am einfachsten die Cloud Readiness, vor allem wenn es schnell gehen muss?...  lesen
posted am 21.02.2018 um 10:13 von Unregistriert

Die eigentliche Herausforderung liegt doch in der sorgsamen Vorbereitung: Vielfach wird die...  lesen
posted am 14.02.2018 um 13:59 von Unregistriert


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