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Festplatten sollen noch dümmer werden Mit Kinetic-HDDs will Seagate neue Wege der Objektspeicherung gehen

Redakteur: Rainer Graefen

Die Kinetic-Open-Storage-Plattform von Seagate will die komplette Storage Server-Ebene überflüssig machen. Bislang ist sie aber nur angekündigt.

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Der Produktionsstart der Kinetic-HDDs steht noch nicht fest. Auch Festplatten sollen mit IP-Paketen umgehen können.
Der Produktionsstart der Kinetic-HDDs steht noch nicht fest. Auch Festplatten sollen mit IP-Paketen umgehen können.
(Bild: Seagate)

Ist das Ende des Storage-Servers gekommen? Seagate sagt ja und ruft mit der Open-Storage-Plattform Kinetic ein neues Marktsegment aus: die Festplatte mit Ethernet-Schnittstelle.

Nachdem Server und Storage bislang physisch und logisch immer enger zusammengewachsen sind, soll Kinetic die komplette Ebene des Storage-Servers einsparen.

Anwendungsgetrieben

Der Trick: Kinetic verlagert das Management von HDD-Speichermedien auf das Laufwerk selbst, macht dadurch die bisherigen File-Systeme überflüssig und optimiert so potenziell die Performance auf Festplatten- und Rack-Ebene – so die Theorie. Die Kinetic-Festplatten besitzen dazu einen zusätzlichen Prozessor samt Arbeitsspeicher zur Verwaltung der Objekte.

Über die Firmware werden die neuen Funktionen und Features ermöglicht. Jede Kinetic-Festplatte erhält eine eigene IP-Adresse und kann über die Kinetic-API von Anwendungen direkt angesprochen werden. Der klassische Bottleneck des Storage-Servers soll damit der Vergangenheit angehören.

Wer Visionen hat ...

"Da Ethernet die unumstrittene Struktur von Rechenzentren und Anwendungsdatenverkehr darstellt, avancierte es zusätzlich erwartungsgemäß zum Rückgrat der Speicherinfrastruktur. Dies lässt sich anhand des unglaublichen Wachstums virtueller Server und der Desktopinfrastruktur sowie der um sich greifenden Einführung der Amazon Web Services nachvollziehen", ist bei Seagate Kinetic Open Storage-Visionzu lesen.
Auch wenn die Objektspeicherung scheinbar die Zukunft ist, so ist doch der Versuch den Speicher mittels Fibre Channel over Ethernet (FCoE) und IP-Paketen zu betreiben schon einmal gescheitert.

Und ehemalige Firmen wie Nexsan oder Copan gehören inzwischen Imation oder SGI und haben viele Innovaitonsschritte hinter sich bringen müssen, um stromsparende Archive aufzubauen. Außerdem ist es nicht damit getan, dass die Festplatte ein Objekt wiederfindet, das eine Anwendung irgendwann einmal archiviert hat. Bei Milliarden von Objekten ist eine übergeordnete Datenbank-Drehscheibe erforderlich.

Offenes Timing

Die Kinetic-Plattform wurde schon im Jahr 2013 vorgestellt und findet inzwischen viele Unterstützer. Systempartner wie AOL, Digital Sense und Hewlett-Packard haben die Entwicklung der offenen API maßgeblich unterstützt.

Gerüchte aus den USA besagen, dass erste Chargen des neuen Festplatten-Typs noch in diesem Monat produziert werden sollen. Wann sie aber in Deutschland verfügbar sein werden, und zu welchem Preis, das war offiziell noch nicht zu erfahren.

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