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Data is the new oil Mit Business Analytics den Social Media Datenberg bezwingen

| Autor / Redakteur: Oliver Oursin * / Florian Karlstetter

Über die Bedeutung der Social Media sind sich die Marktauguren quer durch verschiedenste Branchen einig. Viele Unternehmen haben ihre ersten Gehversuche schon lange hinter sich, einige große Marken haben dabei einen beeindruckenden digitalen Fußabdruck gesetzt, andere sich die Finger verbrannt. Doch die Versuchsphase ist vorbei. Jetzt gilt es, die sich anhäufenden Datenmengen entsprechend auszuwerten.

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Die zunehmende Verbreitung von Social Media erzeugt riesige Datenmengen, die es auszuwerten gilt. (© kentoh - Fotolia.com)
Die zunehmende Verbreitung von Social Media erzeugt riesige Datenmengen, die es auszuwerten gilt. (© kentoh - Fotolia.com)

Wer ein erfolgreiches Social Business aufbauen will, der muss vor allem den Datenberg bezwingen, den die neuen Medien tagtäglich aufhäufen. Und dafür benötigt man Business Analytics-Technologien.

Jeden Tag produzieren Sensoren, Mobilgeräte, Online-Transaktionen oder Social Networks rund 2,5 Trillionen (1 Trillion entspricht 1015) Bytes an neuen Daten. Das ist mehr als je zuvor – genau genommen sind 90 Prozent der gesamten Welt-Daten in den letzten zwei Jahren entstanden. Jeden Monat verschicken Twitterer eine Milliarde Tweets und Facebook-Fans posten 30 Milliarden neue Meldungen. Mittlerweile hat sich der Begriff Big Data für dieses Datenwachstum etabliert.

Längst ist den Unternehmen bewusst geworden, dass sich in dieser Datenmasse ein gewaltiges Potenzial verbirgt. Data ist the new oil lautet die Devise, mit ihr verbindet sich eine große Hoffnung: Irgendwo in diesem Datenberg steckt das genaue Wissen darüber, was an meinem Geschäftsprozess nicht stimmt, wo meine Abläufe lahmen, an welcher exakten Stelle mir der Wettbewerb das Wasser abgräbt. Und: in dieser gewaltigen, schimmernden, permanent bewegten Glaskugel steht, was mein Kunde wirklich will, ja sogar das, was er bald wollen wird.

Naturgemäß sind es vor allem der Handel und die Konsumgüterindustrie, die ein lebhaftes Interesse an der Materie haben und wie die Goldgräber zum legendären Goldfluss Klondike ziehen. Sie müssen es – denn ihr Klientel tummelt sich vermehrt in den Sozialen Netzwerken: Laut einer aktuellen BITKOM Studie sind drei Viertel (74 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland in mindestens einem sozialen Online-Netzwerk angemeldet. Zwei Drittel nutzen diese auch aktiv.

78 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer sind Mitglied von Online-Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Bei den 14- bis 29-Jährigen Internetnutzern sind bereits 92 Prozent Mitglied in einer oder mehreren Online-Communitys. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 72 Prozent und in der Generation 50-Plus immerhin 55 Prozent. Sie alle diskutieren online über Qualität, Design oder Nutzwert von Elektronikneuheiten, Sportartikel, Kosmetika, Nahrungsmittel oder sonstige Artikel. Die Reaktionen auf Produktneuheiten erfolgen meist sehr schnell und mit extremer Wirkung.

Komplexität kapitalisieren

Allerdings wäre es naiv zu glauben, dass diese ungeheure Transparenz alleine schon reich macht. Viele Daten bedeutet bei weitem noch nicht viel Wissen. Im Gegenteil, im Vergleich zum gewohnten Gießkannen-Marketing früherer Zeiten ist die Aufgabe dank der Datenmasse extrem komplex. Und diese Komplexität wird selbst wieder zur Herausforderung: Eine 2011 von IBM unter 1.700 Chief Marketing Officers weltweit durchgeführten Studie hat ergeben, dass 79 Prozent von ihnen erwarten, dass diese Komplexität weiter zunimmt. Nur 48 Prozent fühlen sich dafür gewappnet.

Ein Marketing-Stratege eines spanischen Herstellers beschreibt seine Erfahrung so: „Angesichts der zukünftigen Komplexität und Ungewissheit besteht das Risiko, dass wir die Orientierung verlieren und an der enormen Menge an Daten förmlich ersticken.“

Big Data und Social Media, diese Themen haben die CMOs laut der IBM Studie am wenigsten auf der Agenda. Der IT-Bereich, der die passende Ausrüstung zur Bewältigung dieser Aufgaben bereitstellt, ist Business Analytics. Entsprechend steigt die Nachfrage: Business Analytics gehören mit 83 Prozent zu den Top-Prioritäten von Unternehmen. Laut einer Prognose der Gartner-Analysten wird der Markt für Business Intelligence (BI) Software im Jahr 2011 weltweit um 9,7 Prozent wachsen und damit 10,8 Milliarden US-Dollar erreichen.

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