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Neue Abo-Politik Microsoft schließt die Tür zum TechNet

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Das TechNet von Microsoft, so wie man es kennt, schließt langsam die Pforten. Der Zugang zu Testlizenzen wird auf eine andere Ebene verlagert. Bei der Entscheidung geht es zumindest zu einem Teil auch um Lizenzmissbrauch, auf den reagiert wird.

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Die Tür zum TechNet schließt sich.
Die Tür zum TechNet schließt sich.
(Bild: VBM-Archiv)

Microsoft stellt den kostenpflichtigen TechNet-Subscriptions-Dienst ein und baut zeitgleich kostenlose Angebote aus, „um den Anforderungen der wachsenden Community von IT-Experten besser gerecht werden zu können“, wie im TechNet-Portal zu lesen steht. Das klingt gut, ruft aber auch Kritiker auf den Plan, weil andere Optionen dafür wegfallen.

Die Sache mit den Testversionen

Achim Heisler, Inhaber von A-H-S Computer, hatte für IT-BUSINESS als „Stimme aus dem Handel“ kritisiert, dass mit der TechNet-Aufkündigung die Möglichkeit verloren geht, günstig an Testlizenzen zu kommen: „Wir sind die Fachhändler und Berater, die große Demo-Labs unterhalten, um die Landschaften unserer Kunden abbilden zu können und Tests in realitätsnahen Umgebungen durchzuführen. Ich soll also jetzt alle drei bis sechs Monate die kompletten Landschaften mit Demo-Lizenzen neu aufsetzen? Wenn Microsoft in unserem Verbund von etwa 90 Fachhändlern und Systemhäusern einmal gefragt hätte, dann wären sie sicher zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen. Als Alternative wird auf die MSDN-Subscription verwiesen, die aber weitaus teurer ist und wohl nach bisheriger Aussage auch eine andere Zielgruppe hat“, so Heislers Ausführungen.

Piraterie als Grund?

Zum September kommenden Jahres wird der Download-Bereich aber geschlossen. Kostenlose Evaluierungssoftware ohne Funktionsbeschränkungen ist dann als Teil der kostenfreien Services nur noch für begrenzte Zeiträume zwischen 30 und 180 Tage verfügbar. Als Grund für den Schwenk in diese Richtung wird „Piraterie“ vermutet. Microsoft gibt hierzu an, dass der TechNet-Subscriptions-Dienst in der Vergangenheit zwar von Piraterie und von Lizenzmissbrauch betroffen war, dies allerdings nicht der einzige Grund sei. Es gebe „keinen Faktor, der für sich allein genommen zur Entscheidung zur Einstellung des TechNet Subscriptions-Diensts geführt hat.“

Alternativen

Achim Heisler will nach Ablauf des aktuellen TechNet folgenden Weg gehen: „Da wir uns von den Backoffice-Produkten von Microsoft nicht so einfach lossagen können, sie machen 90 Prozent unserer Kundeninfrastruktur aus, werden wir wohl in den sauren Apfel beißen und auf ein MSDN-Abo gehen.“ Das könne für ihn aber nur eine Zwischenlösung sein: „Wir werden in den nächsten Jahren versuchen, unsere Tätigkeiten noch mehr in den Bereich der plattformunabhängigen Prozessberatung zu verlegen.“

Kurzfristige Anmeldung

Noch läuft das Abo aber: Bis zum 31. August dieses Jahres können auch neue kostenpflichtige TechNet-Abonnements auf der TechNet Subscriptions-Website erworben und bis zum 30. September aktiviert werden. Genauso wie aktive Konten bleiben sie aber nur für die Dauer ihres Abo-Zeitraums gültig. Danach gibt es keine Verlängerung. Die Tür schließt sich. Microsoft gibt an: „Das TechNet-Vorteilsportal und die Downloadseite stehen für Abonnenten ohne Volumenlizenzierung bis zum 30. September 2014 zur Verfügung. Die Bestimmungen für Abonnenten mit Volumenlizenzierung richten sich nach den Nutzungsbedingungen der jeweils geltenden Verträge.“

Kostenfreie Services

Aber um die Vorteile der kostenfreien Services hervorzuheben: Die oben genannte, zeitlich begrenzte Evaluierungs-Software geht einher mit „umfangreichen Evaluierungsressourcen und den TechNet Virtual Labs“. In diesen Labs kann Software begutachtet werden, ohne sie lokal zu installieren. Zudem werden in der Virtual Academy technische Schulungen abgehalten. Und in den TechNet-Foren kann sich die Community gegenseitig helfen.

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