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Herausforderung für Unternehmen: Aus Datenflut Wissen gewinnen – und damit Wettbewerbsvorteile Mehrheit der Firmen fehlt die richtigen Tools, um Informationen zu generieren

| Autor / Redakteur: Robert Laube* / Ulrich Roderer

Big Data wurde Ende 2011 von einer Reihe von Analystenhäusern als eines der Kernthemen für das Jahr 2012 identifiziert. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Durch Social Networking, Zunahme der Internet-User und des kontinuierlichen Wachstums von Daten innerhalb von Unternehmen und Behörden, wird die Daten-Flut nicht ab-, sondern zunehmen.

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Bereits 73 Prozent der Unternehmen nutzen Datenanalyse, um neue Geschäfte zu generieren.
Bereits 73 Prozent der Unternehmen nutzen Datenanalyse, um neue Geschäfte zu generieren.

Mittlerweile werden beispielsweise 32 Milliarden Suchanfragen monatlich über Twitter gestellt oder mehr als zwei Milliarden Videos pro Tag auf YouTube angeschaut. Der gesamte IP-Verkehr soll sich bis 2015 vervierfachen – Cloud Computing sei Dank. Bis 2015 werden knapp drei Milliarden Menschen online sein, die Daten in einer Größenordnung von acht Zettabyte (oder 8.000 Exabytes) erstellen und teilen werden (Ravi Kalakota: Gartner 2012 Top 10 Strategic Tech Trends, 11. November 2011). Zum Vergleich: Im Jahr 2011 betrug die gesamte Datenmenge laut IDC 1,8 Zettabyte, 2012 sollen dies bereits 2,7 Zettabyte sein, ein Wachstum von 48 Prozent in zwölf Monaten.

Doch wie kommen diese auf den ersten Blick unvorstellbaren Datenmengen zustande? Zum einen durch explodierende Internet-Inhalte: Knapp 60 Stunden neuer YouTube Videos werden pro Minute hochgeladen, in Unternehmen führt der Einsatz von Social Media, Business Intelligence- und CRM-Systemen – unter anderem – zu einer Flut an Daten. Zum anderen sind Storage-Medien mittlerweile so kostengünstig geworden, dass fast unbegrenzt Speicherplatz zur Verfügung steht. Doch dies sind nur zwei Aspekte, denn es kommt nicht primär auf die Menge der gespeicherten Bits und Bytes an, sondern darauf, wie Unternehmen sie analysieren und dazu verwenden, ihre Geschäftsstrategie anhand dieser neu gewonnenen Erkenntnisse auszurichten.

Unstrukturierte Daten

Die meisten Daten – beispielsweise Blogs, Social Media Inhalte, Audio oder Video – sind jedoch unstrukturiert. Damit sind sie schwer zu katalogisieren, zu bearbeiten und zu analysieren. Allerdings kann sich gerade Social Media Content als eine wahre Fundgrube an Erkenntnissen zu bestimmten Zielgruppen erweisen. Unternehmen, die diese unstrukturierten Daten in Wissen umwandeln können, beherrschen quasi die hohe Big Data Kunst. Der Wermutstropfen: Laut einer Studie von Avanade vom Mai 2012 ist dies die größte Herausforderung, der sich Firmen momentan gegenübersehen.

Big Data: Wie der Datenflut Herr werden?

Wie also können Unternehmen die Datenflut in den Griff bekommen? Diese Frage stellen sich immer mehr Firmen. Allerdings sollten sie sich eher fragen: Welche unstrukturierten Daten benötigt das Unternehmen überhaupt und wie lassen sich die tatsächlich nötigen unstrukturierten Daten in Informationen und in Wissen umwandeln auf dessen Basis Geschäftsentscheidungen getroffen werden können? Zunächst einmal sind Daten isoliert betrachtet nicht von Nutzen, da der passende Kontext fehlt – sie sind jedoch das Rohmaterial, auf dessen Basis Informationen und Wissen entstehen können. Informationen sind Daten mit einer Struktur und Syntax. Sie sind sozusagen analysierte und überprüfte Daten, die über Relevanz verfügen. Auch wenn dies bereits einige Schritte in die richtige Richtung sind, so muss aus den Informationen noch Wissen gewonnen werden, bis Mitarbeiter und Führungsebene in Unternehmen Entscheidungen treffen können.

Denn erst die Entstehung von Wissen liefert den notwendigen Kontext zu einem Datenwert und den daraus entstandenen Informationen. Das Ergebnis kann beispielsweise ein 360-Grad-Blick über die Kunden einer Firma, ihre demografischen und wirtschaftlichen Daten sowie ihre Präferenzen sein. Dies erlaubt Unternehmen, umfassendere Erkenntnisse zu erhalten – und so ihre Kundenbeziehungen zu vertiefen, detaillierte Wettbewerbserkenntnisse zu gewinnen und die Profitabilität pro Kunde zu vergrößern.

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