Deutscher Rechenzentrumspreis 2014: Redundante Kühlung ohne Doppelboden

Mehrfach modulares Inroom Cooling mit „IT-Case 3“

| Autor / Redakteur: Jürgen Loose / Jürgen Sprenzinger

Ein großes delta t

Ein großes delta t führt aufgrund der Physik zu einem niedrigen Kühlluftvolumenstrom und damit zu ganz geringen Widerständen in diesem für den größeren (Nenn-) Volumenstrom ausgelegten Klimakompaktgerät. Infolgedessen kommt es an den meisten Stunden des Jahres zu ganz kleinen Antriebsleistungen bei den Ventilatoren für die Luftförderung in und aus dem IT-Raum. Bekanntlich geht die Antriebsleistung eines Ventilators in dritter Potenz zur Volumenstromreduktion zurück.

Der Kühlprozess für das zu versorgende Rechenzentrum findet somit die meiste Zeit des Jahres ohne Kältemaschine und ohne Wasserverbrauch mit einem ganz kleinen Energie-Aufwand statt. Es muss nicht be- und entfeuchtet werden. PUE-Werte unter 1,1 sind dabei leicht erreichbar.

Kühlung per IT-Case: doppelte freie Kühlung und adiabate Kühlung
Kühlung per IT-Case: doppelte freie Kühlung und adiabate Kühlung (Bild: Jürgen Loose)

Sobald die weiterhin direkt verwendbare Außenluft um bis zu etwa drei Grad wärmer ist (siehe obige Grafik, rotes Feld) als die im Sommer erlaubte, gegenüber dem Winter individuell erhöhte Zulufttemperatur, wird sie vor Eintritt in den IT-Raum über die im IT-Case integrierte Kältemaschine, wiederum mit Nutzung der Teilstrombildung, geringfügig abgekühlt.

Bedarfsgerechte Kühlung

Bei maximaler Kühllast im Raum steigt der Kühlluftvolumenstrom bedarfsgerecht bis zum Nennvolumenstrom an. Der im Klimakompaktgerät integrierte luftgekühlte Kondensator der Kältemaschine wird dabei von der Abluft des Raumes als Fortluft durchströmt. Anders als bei vielen anderen Kühlsystemen werden beim IT-Case keine von Saboteuren beschädigbaren Teile der Kältetechnik außerhalb des Gebäudes benötigt. Übrigens könnte die warme Fortluft bei Bedarf auch anderweitig verwendet werden.

Falls die Außenluft für eine direkte Nutzung zu trocken, das heißt, nicht feucht genug ist, wird im Umluftkühlbetrieb die indirekte freie Kühlung genutzt. Diese wird beispielsweise bei einer Außenlufttemperatur unter zwölf Grad Celsius und nur bei einer absoluten Außenluftfeuchte unter 4 Gramm Wasser pro Kilogramm Luft verwendet (siehe obige Grafik, dunkelgrünes Feld).

Personen im Raum ändern die Regeln

Auch hier sind alle dafür notwendigen Teile im Gebäude, hier sogar im Klimakompaktgerät untergebracht. Damit entfällt grundsätzlich die Energie-aufwändige Befeuchtung. Sollten sich im IT-Raum ständig Personen aufhalten oder wird ein leichter Überdruck im Raum benötigt, wird etwas Außenluftanteil (2 bis 5 Prozent) in der Zuluft benutzt, der dann etwas befeuchtet werden muss.

Falls die Außenluft für eine direkte Verwendung im Raum zu feucht oder viel zu warm ist, wird ebenfalls eine indirekte freie Kühlung genutzt, jetzt aber mit Unterstützung durch eine indirekte adiabate Kühlung der zur Kühlung des Raumes verwendeten Umluft. Wenn auch das nicht reicht, wird Energie optimiert, die Kältemaschine zugeschaltet (siehe obige Grafik, blaues und dann violettes Feld).

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With IT Case 3 is an energy-saving, modular, redundant and complete in-room cooling system. It was...  lesen
posted am 16.12.2014 um 06:44 von ktelektronik@gmx.de

With IT Case 3 is an energy-saving, modular, redundant and complete in-room cooling system. It was...  lesen
posted am 16.12.2014 um 06:43 von ktelektronik@gmx.de

Wow. Hochinteressant!!  lesen
posted am 07.10.2014 um 19:00 von Unregistriert


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