Intels 9. Core-Generation, neue Core-X-Modelle und Xeon W-3175X

Mehr Prozessorkerne für Gamer und Profis

| Autor: Klaus Länger

Die Core-Prozessoren der neunten Generation sind im Prinzip ein Refresh der Coffee-Lake-Generation, die Intel als achte Generation bezeichnet.
Die Core-Prozessoren der neunten Generation sind im Prinzip ein Refresh der Coffee-Lake-Generation, die Intel als achte Generation bezeichnet. (Bild: Intel)

Intel bringt seine Mainstream-„Core“-Prozessoren mit der neunten Generation auf acht Cores. Hyperthreading gibt es aber nur mit dem Top-Modell „i9-9900K“. Zusätzlich kündigt Intel weitere „Core-X“-CPUs für den Sockel 2066 und den „Xeon W-3175X“ mit 28 Cores an.

Mit einer ganzen Reihe neuer Prozessoren reagiert Intel auf die wachsende Konkurrenz von AMD bei Desktop-Prozessoren für Gamer oder anspruchsvolle Anwender aus dem Profi-Sektor. Dabei erweitert der Chiphersteller sowohl die Mainstream-Serie der Desktop-Core-Prozessoren um erste Modelle einer neunten Generation, als auch die High-End-Prozessoren der Core-X-Baureihe für Sockel-2066-Mainboards.

Acht Kerne für den Mainstream

Mit der neunten Core-Generation bringt Intel nun auch seine Mainstream-Prozessoren mit acht Cores auf den Markt. Die neuen Sockel-1151-v2-Prozessoren basieren auf der Ende 2017 eingeführten Coffee-Lake-Generation, die um zwei weitere Kerne erweitert wurde. Produziert werden die CPUs weiterhin in einem 14-Nanometer-Verfahren, das Intel allerdings verfeinert hat.

Zudem sollen die CPUs über einen Hardware-Schutz verfügen, der die Prozessoren gegen einige Meltdown-Varianten unempfindlich macht. Von daher könnte man von einem Coffee-Lake-Refresh sprechen.

Die ersten drei Prozessoren der neunten Core-Generation sind der Core i9-9900K, der Core i7-9700K mit jeweils acht Cores und der Core i5-9600K mit sechs Cores. Das Kürzel „K“ weist auf den „offenen“ Taktmultiplikator hin, der das Übertakten erleichtert. Zudem ist der Heatspreader mit dem Prozessor-Die verlötet und nicht nur durch eine Schicht aus Wärmeleitpaste verbunden.

Das sollte die Wärmeabfuhr verbessern und höhere Taktraten möglich machen. Alle drei CPUs sind von Intel mit 95 Watt TDP spezifiziert. Auch die Achtkerner sollen also nicht mehr Strom verbrauchen als die bisherigen Hexacore-Prozessoren von Intel.

Das Spitzenmodell Core i9-9900K, von Intel als „bester Gaming-Prozessor der Welt“ angekündigt, bietet acht Cores und 16 Threads sowie 16 MB Level-3-Cache. Bei einem Basistakt von 3,6 GHz erreicht er laut Intel im Turbo-Boost bis zu fünf GHz. Im Gegensatz zum Sechskerner „Core i7-8086K“ soll das mit zwei aktiven Cores statt nur mit einem möglich sein. Beim Core i7-9700K verzichtet Intel auf Hyperthreading und beschränkt den L3-Cache auf 12 Megabyte.

Die Taktfrequenzen liegen hier bei 3,6 GHz für den Basis-Takt und 4,9 GHz im Turbo-Takt. In der Hierarchie der Core-i7-Prozessoren ordnet sich der i7-9700K daher auch unter dem Hexacore-Spitzenmodell Core i7-8086K ein. Der Core i5-9600K mit sechs Kernen und Threads unterscheidet sich vom i5-8600K im Wesentlichen durch eine höhere Taktfrequenz von 3,7/4,6 GHz statt 3,6/4,3 GHz. Der L3-Cache ist ebenfalls neun MB groß. Die Coffee-Lake-Prozessoren der neunten Generation sind ebenso wie die der achten mit einer integrierten UHD-630-GPU ausgestattet. Intel hat hier nichts verändert.

Die Prozessoren sollen ab 19. Oktober lieferbar sein. In den USA liegen die Preise bei 488 Dollar für den i9-9900K, 374 Dollar für den i7-9700K und 262 Dollar für den i5-9600K.

Parallel zu den neuen Prozessoren kommen die ersten Mainboards mit dem „Z390“-Chipsatz, der sich vom Z370 primär durch die Unterstützung von USB 3.1 Gen2 mit bis zu sechs Ports unterscheidet. Zusätzlich ist ein WLAN-AC-MAC integriert, der zusammen mit einem RF-Modul im M.2-Format ein schnelles WLAN und Bluetooth 5.0 ermöglicht. Mit einem aktuellen BIOS sollen aber auch Mainboards mit Intels 370er-Chipsätzen als Unterbau für die neuen CPUs der neunten Core-Generation funktionieren.

Sieben neue Core-X-High-End-Prozessoren

Mit den Modellen „Core i7-9800X“, „i9-9820X“, „i9-9900X“, „i9-9920X“, „i9-9940X“, „i9-9960X“ und „i9-9980XE“ kündigt Intel für November gleich sieben High-End-Prozessoren an. Die neuen „Skylake-X“-CPUs sind für Sockel-2066-Mainboards mit Intel-X299-Chipsatz bieten zwischen acht (Core i7-9800X) und 18 Cores (Core i9-9980XE Extreme Edition) mit Hyperthreading sowie vier Speicherkanäle. Sie ersetzen die bisherigen Skylake-X-Prozessoren der 7000X-Serie, das Modell mit sechs Cores wird ersatzlos gestrichen.

Die Prozessoren bauen, anders als „Coffee Lake“, nicht auf einer Ringbus-Architektur, sondern auf der 2017 für Skylake-X und Skylake-SP eingeführten Mesh-Architektur. Sie soll bei einer großen Anzahl von Cores besser skalieren als die Ringbus-Architektur.

Die bisherigen Core-X-Modelle mit sechs und acht Kernen mussten mit 28 statt 44 PCI-Express-3.0-Lanes auskommen. Das hat sich nun geändert: Auch der Core i7-9800X mit acht Cores bietet nun 44 Lanes.

Gewachsen ist auch die Größe des L3-Caches bei einigen der Neuvorstellungen: Core i7-9800X und der „kleine“ Zehnkerner i9-9900X verfügen nun über 16,5 Megabyte, die Modelle Core i9-9920X (10 Cores) und i9-9940X (12 Cores) über 19,25 Megabyte. Bei den Prozessoren mit noch mehr Cores hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nichts geändert: Es bleibt bei 1,375 Megabyte pro Core. Den Hardware-Schutz gegen „Meltdown“ gibt es bei den neuen Core-X-Modellen nicht, sie müssen weiterhin mit einem Firmware-Fix auskommen.

Der Threadripper-Konkurrent: Xeon W-3175X

AMD hat im August mit dem „Ryzen Threadripper 2990WX“ einen Desktop-Prozessor mit 32 Cores vorgestellt und Intel damit bei der Anzahl der Prozessorkerne klar abgehängt. Diesen Vorsprung soll nun der „Intel Xeon W-3175X“ aufholen. Die vom Server-Prozessor Skylake-SP abgeleitete CPU mit offenem Multiplikator verfügt zwar „nur“ über 28 Cores/56 Threads und 38,5 Megabyte statt 64 Megabyte Cache, erreicht dafür aber im Turbo-Modus bis zu 4,3 Gigahertz (GHz) statt der 4,0 GHz des AMD-Prozessors.

Zudem bietet der Xeon sechs statt vier Speicherkanäle. Der Intel-Prozessor erfordert komplett neue Mainboards. Bisher haben Asus und Gigabyte passende Hauptplatinen angekündigt. Bei der Vorstellung des Prozessors war das „Asus ROG Dominus Extreme“ im Einsatz. Mit zwölf DDR4-Slots unterstützt es bis zu 192 Gigabyte Arbeitsspeicher.

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