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Kleine Nachlese zur VMworld Europe 2011 Management-Tools für die Cloud von VMware bis zum Abwinken

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die VMworld Europe 2011, die europäische Hausmesse von VMware, ist vorbei. Rund 7200 Besucher kamen nach Kopenhagen, um dabei zu sein. Was bleibt?

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VMware-Chef Paul Maritz auf einer VMworld-Pressekonferenz zum Ellison-Benioff-Disput über die „richtige und falsche Cloud“: Larry Ellison (Oracle) und Marc Benioff (Salesforce) glauben jeder auf seine Weise an eine hochintegrierte, proprietäre Cloud.“
VMware-Chef Paul Maritz auf einer VMworld-Pressekonferenz zum Ellison-Benioff-Disput über die „richtige und falsche Cloud“: Larry Ellison (Oracle) und Marc Benioff (Salesforce) glauben jeder auf seine Weise an eine hochintegrierte, proprietäre Cloud.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Zunächst einmal hat VMware das Management-Portfolio erheblich ausgebaut. Einige Ankündigungen blieben tatsächlich der europäischen Veranstaltung vorbehalten. Dazu gehört etwa das Tool „IT Business Manager“. Es basiert im Wesentlichen auf der Technik, die VMware im Juni durch die Akquisition von Digital Fuel erworben hat.

Das Werkzeug, besteht aus drei Modulen: „IT Finance Manager“, „IT Service Level Manager“ und „IT Vendor Manager“. Es adressiert die IT-Leiter und Chief Information Officer; denn die Module sollen aussagekräftige Metriken und Berichte liefern, die eine in sich schlüssige Sicht auf Kapital-, Betriebs- und Service-Kosten von jeglichen Cloud-Services zulassen. Aus dieser Grundlage etwa ließen sich SLA-Paket für Kaufentscheidungen schnüren.

Schließlich, so VMware-Chef Paul Maritz, soll die Entscheidung über interne oder externe Cloud-Services keine technische Entscheidung sein, sondern eine geschäftlich begründete. „Cloud ist eine Frage des wie, nicht des wo. Es spielt keine Rolle, woher der Service kommt.“

VMware für alle Clouds

Es ließe sich hinzufügen, Hauptsache die Clouds basieren auf VMware-Produkten, egal ob die beim Provider aufgebaut werden oder in den Anwenderunternehmen. Virtualisierung wird als die Voraussetzung gesehen, um Clouds ins Leben zu rufen. Dementsprechend bildet „vSphere“ im VMware-Horizont die Grundlage aller weiteren Managment-Tools.

Storage, Networking und Computing werden mit der Zeit auf Standard-Hardware konvergieren, aus denen sich künftige Rechenzentren zusammen-puzzeln lassen. Wichtig dafür sind immer intelligentere Management-Werkzeuge, mit denen sich die die Rechenzentren automatisieren lassen. Das gilt auf allen Ebenen.

Das gilt zum Beispiel auch für die Art und Weise wie Applikationen entstehen. „Die mobilen Devices sind die neue Hardware“, sagt Maritz. Für die müssten Applikationen geschrieben werden, ach was: nicht geschrieben, assembliert.

Neue Formen der Software-Entwicklung

Denn für Software-Entwicklung, wie sie im Client-Server-Zeitalter stattgefunden habe, bleibe weder die Zeit, noch sei die Anpassung auf die vielen verschiedenen Clients zu leisten. Frameworks sind das Credo der heutigen Entwickler-Generation. Echtzeit und Plattformen wie soziale Netze die weiteren Rahmenbedingungen.

Mit der neuen vFabric Application Management Suite soll sich eine neue Generation von Applikationen, die auf Cloud-Infrastrukturen laufen, bereitstellen und managen lassen. Dazu gehören zwei Komponenten: „App Director“ standardisiert und automatisiert die Bereitstellung von Anwendungen mit Hilfe von Templates (Vorlagen), Bibliotheken und Workflows. Mit „Application Performance Manager“ lässt sich die Leistung von Anwendungen in virtuellen Umgebungen proaktiv steuern.

Um Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Anwendungen und den darunter liegenden Infrastruktur-Komponenten abzubilden, bietet VMware „vCenter Operations“ an. Erstmalig vorgestellt hat der Anbieter das Tool bereits im März dieses Jahres. Zur VMworld in Kopenhagen jedoch stellt der Anbieter wesentliche Erweiterungen vor.

Mehr Effizenz in Rechenzentrums-Betrieb

Die Software soll den IT-Betrieb vereinfachen, indem sie Performance-, Kapazitäts- und Konfigurations-Management in einer Suite zusammenführt. Mit dem Update, das zu Beginn des kommenden Jahresauf den Markt kommen soll, integriert VMware die vCenter-Komponenten „Capacity IQ“ und „Configuration Manager“ tiefer.

Dadurch lassen sich Performance- und Kapazitäts-Informationen miteinander abgleichen. Dashboards und intelligente Alarmfunktionen helfen Anwendern darüber hinaus dabei, die Kapazität ihrer Infrastruktur richtig zu planen, Ressourcen effizienter einzusetzen und entstehende Störungen frühzeitig zu identifizieren.

Außerdem lassen sich Probleme erkennen und beheben, die durch Änderungen von Konfigurationen entstehen. Abläufe aus den Bereichen Security-Management oder Disaster Recovery an den Anforderungen der Applikationen ausgerichtet werden.

Wann kommt was?

Die Software wird in vier Editionen angeboten, die sich für Organisationen unterschiedlicher Größe vom kleinen Unternehmen bis zum Konzern eignen. Die Preise beginnen bei 50 Dollar pro virtueller Maschine.

Der vFabric Application Performance Manager und die IT Business Management Suite werden voraussichtlich noch in diesem Quartal verfügbar sein. Die Preise für den Application Performance Manager beginnen bei 360 Dollar pro VM. Die Business Management Suite wird pro Nutzer lizenziert.

Alle weiteren Management-Werkzeuge aufzuzählen ist müßig. Letztlich will Maritz, so sagt er in seine Keynote, integrierte Suite anbieten. Doch, so setzt er hinzu, müssten die auch ausreichend getestet sein. Darauf hätten die Anwender ein Recht.

Die Eigenkritik vom VMware-Chef

Offenbar befindet er die einzelnen Tools, noch nicht ausreichend integriert, so dass die Anwender zwar vermutlich so ziemlich jeden Aspekt von Cloud-Computing damit abdecken können, jedenfalls soweit Clouds installiert sind, ein Gesamtbild ergibt sich aus dem Flickenteppich jedoch noch nicht.

Weitere Aspekte des Cloud-Managements von VMware mit eindrucksvollen Bildern finden sich in der DataCenter-Insider-Bildergalerie zur VMworld.

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