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Querdenker und Hürdenspringer gesucht!

M2M – die unbemerkte Eroberung des Massenmarkts

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Bedenken und technische Hürden

Bei aller Euphorie um neue Märkte und Möglichkeiten gibt es doch einige Bedenken, die eine weitere Entwicklung verzögern. An vorderster Stelle stehen Fragen zu Sicherheit und Datenschutz, die der Gesetzgeber noch klären muss.

Im Fall der deutschen LKW-Maut dürfen beispielsweise die Daten nur zur Erhebung der Maut, nicht aber zur Feststellung der Geschwindigkeit erhoben und weitergeleitet werden. In den Niederlanden wurde der Roll-out eines Smart Metering-Programms an 300.000 Haushalte für mehrere Monate gestoppt, bis Datenschutzfragen geklärt waren. Die Lösung brachte die Zwischenschaltung eines Hubs, in dem die Daten vor der Weiterverarbeitung entpersonalisiert werden.

Ganz abgesehen von diesen Bedenken gibt es bei manchen M2M-Einsatzgebieten noch andere Problemfelder. So ist das Stromnetz beispielsweise als Einweg-Leitung ausgelegt. Wenn Millionen von Strommessern kontinuierlich Daten zum Stromverbrauch jedes einzelnen Haushalts senden, ist das Netz schnell überlastet.

Wer trägt die Kosten?

Die Umwandlung in ein intelligentes Netzwerk mit Zwei-Wege-Kommunikation, die auch die Übermittlung kleiner Datenpakete ermöglicht, ist jedoch kostspielig. Schlimmer noch: die alten Strommessgeräte auszutauschen geht mit rund 1.000 Euro zu Lasten des Hauseigentümers – doch der profitiert zunächst kaum davon. Ein Mietmodell und staatliche Förderung könnten hier die Hürden senken.

Auch für die Mobilfunkanbieter wird die Abrechnung von M2M-Diensten problematisch. Ihr Geschäftsmodell ist auf die Abrechnung weniger Services an Millionen von Kunden ausgelegt. Nun haben sie es mit dem genauen Gegenteil zu tun.

Bisher fehlt es an verbindlichen Standards und Gütezeichen.
Bisher fehlt es an verbindlichen Standards und Gütezeichen.
(Bild: arahan/Fotolia.com)
Bei der Entwicklung der Technologien macht sich zuweilen auch das Fehlen von durchgängigen Standards schmerzlich bemerkbar – doch auch hier gibt es Fortschritte. In einer globalen Partnerschaft arbeiten Orange, TeliaSonera und die Deutsche Telekom an erhöhter Interoperabilität und der schnelleren Umsetzung von M2M-Entwicklungen. Auch das European Telecommunications Standards Institute hat sich der Sache angenommen.

Ein erstes Fazit

M2M eröffnet eine ganze Welt von neuen Perspektiven: Mit neuen, intelligenten Ansätzen lassen sich zum Beispiel der Umgang mit Ressourcen optimieren, Verkehrsprobleme lösen und die Pflege im Gesundheitswesen deutlich verbessern. Insbesondere bei der Gestaltung der Großstädte werden M2M-Technologien eine wichtige Rolle spielen. Denn nur mit intelligenten Konzepten werden die Metropolen die Herausforderungen, die auf sie zukommen, erfolgreich meistern und die Lebensqualität sichern können. Smart Cities könnten somit für die Anwendung von M2M ein Showcase werden.

Der Autor:

Gert Pauwels ist Marketing Director, M2M Center bei Orange Business Services.

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