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Interview mit Riverbed-Manager Andreas Hartl „Load-Balancer müssen flexibler, agiler und skalierbarer werden“

| Redakteur: Michael Hase

Cisco zieht sich aus dem Geschäft mit Application Delivery Controller (ADC) zurück. Andreas Hartl, Regional Director Germany bei Riverbed, erläutert, wie sich dadurch die Marktchancen für den eigenen Stingray Traffic Manager erhöhen.

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Andreas Hartl, Deutschlandchef von Riverbed, sieht den Anbieter im Markt für Application Delivery Controller (ADC) gut aufgestellt.
Andreas Hartl, Deutschlandchef von Riverbed, sieht den Anbieter im Markt für Application Delivery Controller (ADC) gut aufgestellt.
(Archiv: Vogel Business Media)

Durch die Akquisition von Zeus im Jahr 2011 ist Riverbed relativ neu in diesem Markt vertreten. Wie beurteilen Sie die Chancen des Unternehmens durch den Rückzug von Cisco?

Andreas Hartl: Beim Rückzug von Cisco aus dem ADC-Markt lohnt es sich, die Begründung, die der Anbieter selbst dafür gibt, genauer zu betrachten. Demnach sieht Cisco im Rechenzentrum „eine fundamentale Transformation hin zu Virtualisierung, Cloud-Infrastrukturen und neuen Service-Delivery-Modellen“. Die Vision ist vergleichbar mit dem, was VMware „Software-defined Data Center“ nennt.

Und daraus folgt, dass auch ADCs immer flexibler, agiler, skalierbarer und einfacher zu provisionieren sein müssen. Das sind allesamt Anforderungen, die mit Software-basierten oder virtuellen ADCs am besten abzudecken sind. In diesem Bereich war bereits Zeus – auch nach Einschätzung führender Analysten wie Gartner – Marktführer. Wir sind also sehr gut aufgestellt, um nicht nur bestehenden Cisco-Kunden, sondern allgemein Unternehmen mit einer Private-Cloud-Strategie im Bereich ADC eine flexible, skalierbare und zukunftssichere Lösung anzubieten.

Das Zeus-Produkt, das jetzt "Stingray Traffic Manager" heißt, ist ein reines Software-Angebot. Kann es mit den Appliances von F5 und Citrix, die Gartner als Technologieführer ansieht, in puncto Performance konkurrieren?

Andreas Hartl:: Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Gartner die Produkte der beiden genannten Mitbewerber als führend bei den Hardware-basierten ADCs sieht. Das ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Technologieführerschaft. Eine separate Analyse für Software-basierte und virtuelle ADCs bietet Gartner leider – noch – nicht an; der entsprechende Gartner-Report für 2012 wird mit Spannung erwartet.

Bieten Appliances, bei denen Hardware und Software aufeinander abgestimmt sind, nicht doch einen Performance-Vorteil?

Andreas Hartl: Das Performance-Argument wird gern von Hardware-Appliance-Anbietern genannt – und traf vor vier bis fünf Jahren auch noch zu. Der Stingray Traffic Manager ist als reine Software-Lösung und als virtuelle Appliance für verschiedene Virtualisierungsplattformen wie vSphere, Hyper-V, Xen verfügbar. Mit den entsprechenden Verbesserungen von Standard-Hardware einerseits sowie einer entsprechenden Unterstützung von Standard-Algorithmen zum Beispiel von Intel-Chips und seiner Multi-Core-Unterstützung erreicht das Produkt inzwischen absolut vergleichbare, eher sogar überlegene Performance-Ergebnisse.

Wodurch werden diese Performance-Ergebnisse erreicht?

Andreas Hartl: Vereinfacht gesagt, skaliert der Traffic Manager als Multi-Core-fähige Software beziehungsweise virtuelle Appliance mit den Hardware-Ressourcen, die der Kunde zur Verfügung stellt. Damit ist die Lösung nicht auf die jeweils vom Appliance-Hersteller vorgegebene Hardware eingeschränkt.

Zudem können bis zu 64 Traffic-Manager-Instanzen in einem Cluster nebeneinander eingesetzt werden. Somit lassen sich auch höchste Anforderungen an Performance mit Standard-Hardware problemlos abdecken. Unternehmen wie zum Beispiel British Telecom setzen den Stingray Traffic Manager schon seit Jahren unter solchen Bedingungen ein.

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