Statt neuartiger Module mehr Verbesserungen des Bestehenden

Liberty – das zwölfte Release von OpenStack

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Soweit ein Auszug aus den Neuerungen bei den Kernmodulen. Sorry, die heißen nicht mehr so, sondern werden DefCore-Projekte genannt. Alle folgenden Projekte haben zum Teil schon als „integrated“ zum letzten Release „Kilo“ gehört. Jetzt zählen sie zum „Big Tent“ und damit unter das Dach von OpenStack.

OpenStack für viele Container

Ein großer Teil der in letzter Zeit so viel diskutierten Container schlägt sich im Projekt Kolla nieder. Das Modul erlaubt inzwischen die Integration von ungefähr 90 Containern aus den wichtigsten Linux-Distributionen in OpenStack. Dabei gibt es Alternativen von Containern auf „Bare Metal“ mit Hochverfügbarkeit und einigen Control Nodes bis hin zu hunderten Rechnerknoten, zehn Storage-Nodes und einem Netzwerk-Knoten.

Das Orchestrierungs-Projekt Heat ist gerade mit einer sehr eingehenden Überarbeitung des Moduls beschäftigt. Ein Teil der Ergebnisse, die die Nutzbarkeit verbessern sollen, schlägt sich bereits im Release Liberty nieder. Das Metering-System Ceilometer erlaubt nun ein Echtzeit-Monitoring von Events. Auch hier gilt ein Großteil der Arbeiten der Benutzerfreundlichkeit.

Applikationen werden Update-fähig

Der Applikationskatalog Murano ist kein Katalog zu OpenStack passender Software, sondern ein Management- und Kontrollsystem für Applikationen in OpenStack-Clouds. Murano erlaubt nun Versionierung, so dass Applikationen ein Update erhalten können, ohne zunächst komplett stillgelegt und dann wieder eingerichtet werden zu müssen. Die von Applikationen beanspruchte Umgebung lässt sich kurzfristig räumen, um sie für andere Aufgaben frei zu bekommen.

Das Datenbank-Modul Trove unterstützt nun MariaDB direkt und benötigt keine MySQL-Treiber mehr. Die Integration von Percona verbessert das Clustering. Untersützt wird Redis-Backup und Replikation. Das Modul Sahara macht es möglich, Datenquellen wiederholt zu verwenden. Von verschiedenen Anwendern gleichermaßen genutzte Daten müssen nicht mehr zunächst repliziert werden. MapR wird in der Version 5.0.0 unterstützt.

Hier darf nicht jeder machen, was er will

Die Queuing-Umgebung Zaqar ist flexibler, sicherer und performanter. Auch nicht authentifizierte Anwender oder Services können bestimmte URLs erhalten, die sie an eine Queue verweisen, ohne ihnen Rechte im System einzuräumen. Die API ist per Role Based Access Control gesichert, so dass Anwender bestimmen können, wer was wo darf. Unterstützung für Websocket-Transport ermöglichen volle Duplexkommunikation über einen Kanal.

Barbican erlaubt nun eine genaue Bestimmung geheimer Daten und wie viele ein Projekt oder ein User hochladen darf. Projektadmins können in ihrem Rahmen spezifische Zertifikate ausstellen. Schließlich ist Congress dafür da, Policies festzulegen und zu definieren, welche API auf deren Verletzung reagiert. Aktivieren lassen sich alle Kernmodule und einige aus dem Big Tent.

Anwender können sich direkter an OpenStack beteiligen

Da waren doch noch ein paar Module und Projekte mehr? Ja, und in aller Kürze die Neuerungen: Manila: besseres Scheduling, Mistral: verbesserte API, Ironic: zusätzliche Treiber, Rally: Benchmarking von produktiven Systemen. Und bei Refstack haben Anwender die Möglichkeit, ihre Testergebnisse einzureichen, um die OpenStack-Kompatibilität gezielt zu erweitern.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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